Bayern München
Der Fußballverein Bayern München kommt nicht in die Puschen. Der deutsche Meister des Fußballs muss sich im Topspiel der Bundesliga gegen den personell schwächeren Verein Werder Bremen mit einem 0:0 zufrieden geben. Die Fans haben dazu ihre individuelle Meinung.
Es hätte sich in diesem Spiel soviel ereignen können, wie das 25. Bundesligator von Ribery, das 100. Heimtor von Bayern gegen Bremen, das 150. Ligator gegen Bremen oder mindestens der siebte Sieg der Bayern an Beckenbauers Geburtstag. Doch es gab keine großen Ereignisse.
Am Ende des Spiels Bayern gegen Bremen stand es Unentschieden Null-Null. Der Bayern-Trainer van Gaal sagte, dass er selbstverständlich nicht zufrieden sei, ein Verein wie Bayern München müsse immer einen Heimsieg holen. Der Kapitän der Mannschaft, Philipp Lahm macht es kurz, er sagte, dass vier Punkte in drei Spielen nicht das sei, was man sich erhofft habe.
Der Ansicht waren die meisten der etwa 70.000 Zuschauer auch. Unüberhörbar zeigten sie, was sie davon hielten, mit Pfiffen nämlich. Der erwartungsvolle Haltung bei Bayern München war nicht gerade klein, doch in dieser Saison hat man sich nach dem herausragenden ersten Halbjahr das beinahe geschaffte Triple zum Ziel gesetzt, doch davon ist der Verein noch weit entfernt.
Die Abwehr ist nicht stabil, der Sturm erzielt keine Treffer, die Helden der Weltmeisterschaft machen weder den Eindruck, eingespielt zu sein, noch wirken sie frisch oder konzentriert. Miroslav Klose sagt zum Thema Südafrika-Anstrengungen, dass manche schon ziemlich geschafft seien.
Mitten in den Vorbereitungen sei man körperlich noch nicht voll da. Das geht schon seit einigen Wochen so. Lahm kritisiert zu vieler Fehler und mangelnden Rhythmus. Der Bayern-Trainer muss schon einigen Monaten dieses Thema ansprechen und auch der Chef des Vorstands, Rummenigge, versäumt keine Gelegenheit, die Terminplaner bei der FIFA auszuschelten.
Es könne nicht möglich sein, dass man nach einer WM den Trainern aufbürde, auf drei Länderspiele zu trainieren, das sei etwas, was schnellstens anders werden müsse. Der Sportdirektor Nerlinger ist diese Diskussion leid. Er ist der Meinung, dass man aufhören solle, immer in die Vergangenheit zu blicken, denn auch andere Clubs hätten Nationalspieler.
Torchancen hatten die Bayern in den 90 Minuten mehr als genug. Dass niemand ein Tor machte, war zwar traurig, endete aber doch in einem gerechten Unentschieden. Der Trainer von Werder Bremen war der Ansicht, dass das Resultat schon okay sei. Beide Teams hätten auf die Entscheidung hingearbeitet und man habe eine spannende Partie von zwei Mannschaften beobachten können, die versuchten, guten Fußball zu spielen.
Werder Bremen hat nun schon fünfmal in Folge nicht in München verloren, eine Serie, die vorher nur der Mannschaft unter Otto Rehhagel geglückt war. Man hätte schon drei Punkte holen können, fand Marko Marin richtigerweise und sogar Thomas Schaaf war der Ansicht, dass man aufgrund der guten Mannschaft auch gut gespielt habe.
Das kann van Gaal auch von seinem Team sagen, das er auch soweit es nur ging, nutzte und drei Einwechslungen vornahm: Kroos, Martin Demichelis und auch Mario Gomez. Die Crux war nur, dass keiner einen Treffer erzielte.
Van Gaal gab etwa genervt die Analyse ab, dass man in der zweiten Halbzeit drei Spitzen-Torchancen hatte, da müsse man ein Tor machen und dann gewinnen, so einfach sei das. Es sei bedauerlich, dass er dies auch dieses Jahr ansprechen müsse. Vergangene Saison habe er drei Monate darüber sprechen müssen.
Aber das Nutzen von Torchancen könne man nicht üben. Während der Bayern Trainer sich mit den Schwierigkeiten auf dem Platz befasst, befinden sich die Chefs des Vereins am Verhandlungstisch. Man fand sich zweieinhalb Stunden mit einer Abordnung des holländischen Fußballverbands, um den Fall Arjen Robben auszudiskutieren.
Man kam hier zu keinem Ergebnis. Der
Poker um eine potentielle Entschädigung für den verletzten Topspielers geht in die nächste Runde. Angeblich fordert Bayern München 11.000 Euro für jeden Tag, an dem Robben nicht spielt.
Auch was die Vertragverlängerungen mit dem Bayern-Trainer angeht, gibt es nichts Neues. Nerlinger verlangt diese nun von seiner Mannschaft. Das Team sei noch nicht dort angelangt, wo es hinmöchte.
Man wolle besser werden und müsse besser werden. Und das am besten im Sauseschritt, denn in Kürze beginnt für Bayern München die Champions League, der erste Gegner auf den sie treffen werden ist der AS Rom.
Lena Koch