Darlehnsnehmer profitieren - Rainer Sturm - pixelio
Das europäische Bankensystem ist in Bewegung und Abwertungen von Rating-Agenturen sorgen aktuell für eine Instabilität innerhalb des Euro-Raumes. Bereits zu Beginn des Jahres 2011 zeichnete sich bei Kapitalanlegern eine veränderte Strategie ab und Verluste am Aktienmarkt veranlassten Investoren für eine Anlage in sichere Staatsanleihen. Dieser Trend setzte sich im Verlauf des vergangenen Jahres fort. Keinen bedeutenden Einfluss nahmen die Zinsschritte der Europäischen Zentralbank auf die Bauzinskonditionen und der aktuelle Leitzinssatz von 1,0 Prozent wies bereits im letzten Quartal 2011 auf weiterhin günstige Konditionen hin.
Baugeldzinsen – Profiteure der europäischen Schuldenkrise
Alle, die ihren Traum von den eigenen vier Wänden realisieren wollen, erwartet jetzt ein Rekordzinstief. Wie selten zuvor lassen sich das eigene Häuschen oder die Eigentumswohnung finanzieren. Lag der durchschnittliche Bauzins im letzten Quartal 2011 für die zehnjährige Zinsbindung eines Hypothekendarlehens noch bei rund 3,5 Prozent (60% Beleihung), ist dieser jetzt auf ein historisches Tief unter 3 Prozent gerutscht. Müssen sich Sparer jetzt mit niedrigen Verzinsungen ihrer Einlagen begnügen, gehören neue Darlehenskunden und alle, die eine
Umschuldung ihres Kredits planen zu den Gewinnern. Sie profitieren von der Krise im Euro-Raum und den zunehmenden Rezessionsängsten.
Top-Konditionen jetzt nutzen!
Künftige Eigenheimbesitzer können jetzt eine Immobilie zum Tiefpreis finanzieren. Auch wenn Finanzexperten zunächst noch mit einem
Anhalten der günstigen Finanzierungsmöglichkeiten rechnen, bedeutet bereits ein Anstieg der Bauzinsen um nur 0,5 Prozent eine steigende Zinsbelastung, die bei einer Finanzierungssumme von 150.000 Euro und einer zehnjährigen Zinsbindung schnell einige Tausend Euro betragen kann. Künftige Immobilienbesitzer, die durch das aktuelle Bauzinstief einsparen, sollten sich für einen höheren Tilgungssatz als den sonst üblichen Eingangstilgungssatz von nur 1,0 Prozent entscheiden. Experten raten daher zu einer Tilgung von wenigstens 2,0 Prozent, um den Weg in die Schuldenfreiheit zu verkürzen. Darüber hinaus bietet sich jetzt auch eine lange Laufzeit des Hypothekendarlehens an. Der Darlehensnehmer profitiert nicht nur von einer niedrigen Kreditrate, sondern sichert sich die Traumkonditionen durch ein hohes Maß an Kalkulationssicherheit. Während der Zinsbindung ist ein Zinserhöhungsrisiko ausgeschlossen und zur Anschlussfinanzierung wartet meist ein überschaubarer Restschuldenberg, der sich auch unter verschlechterten Zinskonditionen problemlos tilgen lässt.
Finanzierungsvorteile durch stimmiges Konzept
Ein niedriger Bauzins führt innerhalb eines klassischen Hypothekendarlehens jedoch auch zu einer verlängerten Tilgungszeit. Wer auch hierbei an Kosten einsparen will, kann sich nicht nur für eine Tilgung von mindestens 2,0 Prozent entscheiden, sondern sollte auch Sondertilgungskonditionen während der Zinsbindung nutzen. Darüber hinaus haben Banken die Möglichkeit, zinsgünstige Förderdarlehen der staatlichen KfW-Bank in die Gesamtfinanzierung einzubinden. Die aktuellen Top-Konditionen bieten sich auch für den Darlehensnehmer an, der sich bereits in einer Zinsbindung befindet. Mit einem Forward-Darlehen lassen sich Konditionen mit einer Vorlaufzeit von bis zu 60 Monaten nutzen und dies mit einem derzeit geringen Zinsaufschlag. Für sicherheitsorientierte Immobilienbesitzer bieten einige Banken sogar ein kündbares Forward-Darlehen an.
Adam Botschek