Koordination von Kooperationen
Kooperationen bedürfen der ständigen Ausschöpfung von Rationalisierungspotenzialen und Möglichkeiten der Leistungsverbesserung sowie einer durchgehenden Erhaltung der Funktionstüchtigkeit. Gerade die Übernahme von Koordinationsaufgaben rückt das Controlling in die Nähe der Unternehmensführung.
Es kommt zu einer unternehmensübergreifenden Koordination von Strukturelementen und Prozessen. Besonders deutlich sind Interdependenzen zwischen Logistik und Qualitätssicherung erkennbar. Ebenso steht die Kommunikation im engen Zusammenhang zu allen übrigen Subsystemen. Die Effizienz einer Kooperation ist umso höher, je besser sämtliche Strukturen und Prozesse koordiniert sind. Allerdings muss sich diese Anforderung gegen die oft sehr speziellen Vorgaben einzelner Funktionsbereiche, wie bestimmte einheitliche Strategien der Qualitätssicherung im Unternehmen, durchsetzen. In der Kooperation von Abnehmer und Zulieferer muss in einzelnen Subsystemen eine genaue Abstimmung erfolgen. Die Grundlage eines steuernden und regelnden Controlling besteht in der Feststellung und Analyse von Abweichungen. Für das Kooperations-Controlling können solche Abweichungen auf der Ebene der Potentiale auftreten, indem sich diese verändern oder Gestaltungsziele nicht erreicht werden. Abweichungen auf der Ebene der einzelnen Kooperationsprozesse können beispielsweise in Qualitätsmängeln, Terminüberschreitungen oder Verzögerungen in der Informationsübermittlung liegen. Vgl. auch Becker, Jörg: Management-Cockpit der Wissensbilanz, ISBN 9783837046540.
Die dazu korrespondierenden Controllingaufgaben bestehen in der Verbesserung bestehender Steuerungs- und Regelungssysteme durch Optimierung der Sollwerte, die vor allem durch Operationalisierung von Kooperationszielen erfolgt, oder durch die Verbesserung der Kontrollelemente. Beispielsweise kann im Falle anstehender Änderungen am Endprodukt frühzeitig die Weiterentwicklung des Zulieferproduktes angestoßen werden. Die Beschleunigung der Rückkopplung durch die Gewährleistung eines entsprechend schnellen und sicheren Informationsflusses bezüglich Abweichungsinformation, Abweichungsanalyse, Regelungsgröße oder Steuerungsimpuls erhöht die Anpassungsfähigkeit der Kooperation. Erreicht werden kann dieser Informationsfuß durch die Etablierung eines speziellen kooperationsbezogenen Berichtssystems. Die Wissensbilanz hilft dabei, in das zuvor geschilderte Faktoren-Tableau eine überschaubarere Ordnung zu bringen. Es wird untersucht, welchen Stellenwert bestimmte Prozesse für den Unternehmenserfolg haben, welche Prozesse besonders risikoanfällig und welche eher stabilisierend wirken. Wichtige Fragen u.a.: was sind überhaupt die zentralen Prozesse, über die ein Erfolg sichergestellt werden kann ? Welche zentralen wertschöpfenden Prozesse beeinflussen den Geschäftserfolg ? Welche Hauptprozesse sind notwendig, um die Produkte/Leistungen zu erstellen, zu vermarkten ? Welche Prozesse verursachen die größten Schwierigkeiten ? Welche Prozesse führen zu Engpässen oder Wartezeiten ? Welche Prozesse wirken sich am stärksten auf die Kundenzufriedenheit aus ? Welche Prozesse haben das größte Einsparpotential ? Vgl. Becker, Jörg: Wissensbilanz und Geschäftsplanung, ISBN 9783837075649.
Jörg Becker
www.beckinfo.de