Immer mehr Unternehmen wagen den Gang an die Börse und stehen somit im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Sie müssen zusehends den rechtlichen und wettbewerbsbedingten Anforderungen gerecht werden. Um sich auf den globalen Märkten zu behaupten, sind folgende Unternehmensfähigkeiten zwingend notwendig:
- konkrete und ergebnisorientierte Strategien
- transparente und erfolgsorientierte Planungsprozesse
- überschaubare und glaubwürdige Präsentation von Erfolgspotentialen
- kompetentes System der Berichterstattung.
Die Praxis zeigt jedoch, dass viele Unternehmen diese Kompetenzen oft unzureichend beherrschen. Warum eigentlich? Zu einer gut ausgebildeten strategischen Steuerungskompetenz gehört neben konkret formulierten und schlüssigen Zielen auch die Voraussetzung, dass die Ressourcen des Unternehmens in einem ausgewogenen Verhältnis auf Strategien und Ziele verteilt werden und dass sich jeder Mitarbeiter über seinen individuellen Beitrag zum Unternehmenserfolg im Klaren ist.
Genau aus diesen Gründen müssen Unternehmensorganisationen neben traditionellen finanzorientierten Managementkonzepten auf solche umsteigen, die das einseitige Denken verhindern und die Betrachtungsweise des Unternehmenserfolges aus allen Perspektiven ermöglichen.
Die Balanced Scorecard ist zurzeit wohl das gängigste und das kompetenteste Instrument einer effektiven und effizienten Unternehmensführung. Das 1992 von Robert S. Kaplan und David P. Norton eingeführte Konzept zur Messung und Dokumentation von Ergebnissen aus Sicht der Unternehmensvision und Strategien besagt, dass Finanzkennzahlen allein den Erfolg des gesamten Unternehmens nicht abbilden können.
Diese sind zwar ein unabdingbarer Bestandteil der Performancemessung für Organisationen, jedoch sind sie wiederum nur ein Teil der Gesamtheit. Immer mehr spielen immaterielle Vermögenswerte des Unternehmens für den Gesamterfolg eine ausschlaggebende Rolle. Doch wie können diese gemessen werden?
Die Führungskräfte sind bei dieser Frage oft hilflos. Denn über Jahrzehnte hinweg orientierte man sich an finanziellen Messgrößen, welche aber wenig darüber aussagen, ob und warum konkrete Unternehmensziele erreicht wurden oder nicht.
Die Antwort auf die Frage, wie sich die Finanzdaten mit nicht finanziellen Erfolgsfaktoren in einem einheitlichen System verbinden lassen, lieferten die bereits erwähnten Kaplan und Norton.
Übersetzt bedeutet die Balanced Scorecard ausgewogenes Kennzahlensystem. Das Konzept der ausgewogenen Unternehmensaktivitäten macht es möglich, die Aufmerksamkeit auf weitere zum Unternehmenserfolg beitragende (die zu Unrecht oft unterschätzten weichen) Faktoren wie die Kundenzufriedenheit oder Innovationskraft des Unternehmens zu lenken.
Die Ausgewogenheit der BSC bezieht sich dabei auf solche Kriterien wie die Darstellung des Unternehmens, den Einbezug aller strategisch relevanten Unternehmensbereiche sowie eine angepasste Anteilnahme aller Mitarbeiter.
Ein weiteres Merkmal der Balanced Scorecard basiert darauf, dass alle strategischen Unternehmensziele einer konkreten Betrachtungsweise zugeordnet sind. Demnach werden nicht nur Finanzkennzahlen, sondern auch Kennzahlen aus Marketing, internen Geschäftsprozessen und Personalressourcen in einem System zusammengeführt. Hierzu wird auf die Organisation aus vier Perspektiven geschaut:
- Finanzperspektive
- Kundenperspektive
- Prozessperspektive
- Lern- und Innovationsperspektive.
Diese Dimensionen können jedoch abweichend vom ursprünglichen Modell für jedes Unternehmen individuell festgelegt werden. Kennzahlen aus verschiedenen Bereichen werden der jeweiligen Perspektive zugeordnet und miteinander verknüpft. Für jede Perspektive wird ein strategischer Handlungsrahmen festgelegt, Einzelziele und dazugehörige Messgrößen werden gebildet.
Nur wenn alle werttreibende Unternehmensgrößen messbar und miteinander in Einklang gebracht werden, können Visionen und strategische Ziele von Unternehmen in konkrete Maßnahmen übertragen und umgesetzt werden.
Dass dieses Konzept zum Erfolg beiträgt und nicht nur ein weiteres Controllinginstrument ist, zeigt die weite Verbreitung und Akzeptanz der Balanced Scorecard weltweit. Damit können wir schlussfolgern, dass die BSC nicht nur ein vorübergehender Trend des strategischen Managements ist, sondern zu einem Grundpfeiler der modernen strategischen Unternehmensführung wurde.
Sam Miller, BSCDesigner.de
Wenn Sie an der Software
für ein ausgewogenes Kennzahlensystem interessiert sind, lesen Sie diese Webseite, um mehr über BSC zu erfahren.