Tragehilfe "Manduca"
Im Alltag ist es Ihnen sicher schon aufgefallen: Seit ein paar Jahren gibt es immer mehr Mütter, die ihre
Babys in Tragetüchern oder
fertigen Tragehilfen am Körper tragen und den Kinderwagen zuhause stehen lassen. Während Hebammen diese Praxis loben, stößt sie in der Bevölkerung hin und wieder auf Skepsis und Unverständnis. Hier erfahren Sie, welche positiven Auswirkungen das Tragen eines Babys hat und worauf Sie bei der Wahl einer Tragehilfe achten sollten.
Positive Auswirkungen auf die körperliche Entwicklung
Viele Eltern bekommen vom Kinderarzt oder Orthopäden die Empfehlung, ihre Babys breit zu wickeln, eventuell sogar mit einer Spreizhose. So werden leichte Hüftfehlstellungen korrigiert und dem Laufenlernen steht später nichts im Wege. Die Haltung, die das Kind durch das breite Wickeln einnimmt, nennt sich „Anhock-Spreiz-Haltung". Da Babys beim Tragen im Tragetuch oder einer geeigneten Trage diese Haltung einnehmen, unterstützt das Tragen die positive Entwicklung ihrer Hüfte ganz automatisch.
Außerdem ist die Haltung optimal für die Wirbelsäule des Babys. Sicher haben Sie schon einmal gehört, dass deren Wirbelsäule noch nicht die Typische S-Form hat, wie bei Erwachsenen. Die Wirbelsäule ist noch rund. Eine Tragehilfe, die sich der Rückenform des Babys anpasst, trägt diesem Umstand Rechnung. Durch das aufrechte Tragen wird das Kind zudem schon früh animiert, seine Rückenmuskulatur zu trainieren.
Positive Auswirkungen auf die geistige Entwicklung
Wenn Sie ihr Baby häufig tragen, vermitteln Sie ihm Vertrauen und Geborgenheit. Das Urvertrauen, das durch Ihre körperliche Anwesenheit entsteht, wirkt sich positiv auf die Persönlichkeit des Kindes aus. Oft sind getragene Babys später selbstständiger und selbstbewusster als ihre Altersgenossen. In Studien wurde außerdem festgestellt, dass häufige körperliche Nähe die geistige Entwicklung der Babys fördert. Demnach ist körperliche Nähe in den ersten Lebensjahren wichtig für die Entstehung bestimmter Synapsen im Gehirn.
Durch das Tragen geben Sie Ihrem Kind diese Nähe automatisch, ohne selbst zu stark eingeschränkt zu sein. Denn viele Dinge können Sie nebenbei erledigen, wie Hausarbeiten oder Einkäufe. Das macht Ihnen den Alltag etwas stressfreier.
Richtig tragen, optimal fördern - die passende Tragehilfe finden
Auch wenn das Tragen viele positive Auswirkungen hat, sind Mütter und Väter oft unsicher. Welche
Tragehilfe ist die Richtige für mich? Und wie sitzt mein Kind richtig darin? Dies sind berechtigte Fragen, denn manche Tragevarianten oder Tragehilfen schaden Ihrem Baby mehr, als sie nützen. Folgende Kriterien sollten Sie beachten, damit sich Ihr Kind in einer Trage optimal entwickeln kann:
- Ihr Baby sollte in einer Trage die Anhock-Spreiz-Haltung haben. Wie das aussieht, können Sie ganz einfach testen. Da Menschenbabys Traglinge sind, nehmen sie diese Haltung reflexmäßig ein, wenn man sie hochnimmt: Sie winkeln die Beine an, so dass der Po tiefer sitzt als die Knie. Die gleiche Stellung sollte ein Baby in der Tragehilfe einnehmen.
- Es ist deshalb wichtig, dass die Tragehilfe genau auf die Größe des Babys einstellbar ist. Können sie die Beinchen nicht anwinkeln, um in die Anhock-Spreiz-Haltung zu kommen, ist die Trage noch zu groß. Viele Tragehilfen sind zu weit und zu steif, so dass die Babys darin sitzen. Sie sollten dann einen Neugeboreneneinsatz verwenden oder zum Tragetuch greifen.
- Der Rücken der Trage sollte weich sein und sich der Form des Babys anpassen. Die Trage sollte an vielen Stellen verstellbar und einstellbar sein, um Träger und Baby optimal aufeinander abzustimmen. Sie brauchen keine Angst zu haben, dass es Ihrem Baby zu eng wird. Im Mutterleib war auch nicht viel Platz und Ihr Baby hat dies als Geborgenheit erfahren.
Übrigens: Auch wenn viele Hersteller es empfehlen: Bitte tragen Sie Ihr Baby niemals mit dem Gesicht nach vorne! Zum einen überstrecken Sie damit den kleinen Rücken, was zu Haltungsschäden führen kann und zum anderen überfordern Sie Ihr Baby mit Reizen, die es noch gar nicht verarbeiten kann.
In vielen Städten gibt es mittlerweile Trageläden und Trageberater, an die Sie sich bei Unsicherheiten wenden können. Auch Ihre Hebamme steht Ihnen beim Ausprobieren einer Trage sicher als kompetente Unterstützerin zur Seite.
Autorin: Anne Herzberger (www.babynatur.de)