Das Logo von AusbildungXXL
Obwohl die deutsche Wirtschaft gerade erst den schlimmsten Absturz der Nachkriegsgeschichte hinter sich hat, finden viele Firmen keine geeigneten Mitarbeiter. Und der Fachkräftemangel wird sich in naher Zukunft dramatisch verschärfen. Denn die Zahl der Ausbildungsbewerber sinkt in Folge des demografischen Wandels spürbar. Schon jetzt fehlen vor allem die qualifizierten Bewerber für anspruchsvollere Berufe, bleiben 15% der Stellen unbesetzt. Die AF Personalpartner GmbH (AFP), Norddeutschlands großer privater Aus- und Fortbilder, sieht den Grund dafür vor allem in der Unwissenheit um die einzelnen Berufe. Deshalb starten die über 250 Azubis des niedersächsischen Unternehmens jetzt eine interaktive Informationsoffensive und holt die Jugendlichen mit „
AusbildungXXL“ da ab, wo sie ohnehin unterwegs sind.
Das Ausbildungsportal soll dabei helfen, mit den Vorurteilen gegenüber einzelnen Berufsbildern aufzuräumen und Klarheit schaffen. Zum Start der Seite werden 13 unterschiedliche Ausbildungsberufe sachlich, ehrlich, verständlich und ohne störende Werbebanner vorgestellt. Weitere werden folgen. „Wir wollen keine Dienstleistung verkaufen, sondern Informationsdefizite auszumerzen, um so Jugendliche für zukunftsträchtige Ausbildungsberufe zu gewinnen, sagt AFP-Geschäftsführer Olaf Kahle. Das Bsondere an der Seite ist jedoch, dass die Inhalte, das Layout und auch die Videos von den Azubis des Unternehmens gestaltet wurden. Hier informieren Azubis über ihren Alltag und laden andere ein, mitzumachen.
Das Design der Seite ist erfrischend frech, die Inhalte sind zielgruppengerecht aufbereitet. Hilfestellung dabei hat die renommierte Hamburger Werbeagentur D-Sign gegeben. Die Ansprache vermittelt ein Wir-Gefühl und greift die Terminologie der Jugendlichen auf. Neben kurzen Texten zu den Ausbildungsinhalten und den jeweiligen beruflichen Perspektiven ergänzen professionelle Videofilme, in denen Azubis sich und ihren Beruf vorstellen und von der Kamera durch den Arbeitsalltag begleitet werden, das Informationsangebot.
Daneben gibt es einen Azubi-Blog, wo sich Jugendliche über ihren Beruf untereinander austauschen können und Fragen beantworten. Es werden Bewerbungstipps zum Download angeboten und in einer Lehrstellenbörse sind offene Ausbildungsstellen gelistet. Eingerichtet und verlinkt ist auch eine Ausbildung XXL-Seite bei Facebook. „Die Social-network-Seiten wie Facebook oder you-tube sind die Kommunikationskanäle der Jugend, Prospekte liest da keiner mehr", so Kahle.
„Die allermeisten Jugendlichen haben absolut keine Vorstellung, was ein Chemikant, ein Mechatroniker, eine Fachkraft für Abwassertechnik machen. Also haben sie auch kein Interesse daran. Aber genau diese Fachkräfte werden von der Wirtschaft händeringend gesucht", sagt Florian Vorbeck, ein Auszubildender der AFP. Das ist die eine Wahrheit, die vor allem die AFP-eigenen, gut 300 Auszubildenden immer wieder erlebt haben, wenn sie in Schulen, auf Messen oder Infotagen ihre Berufe vorstellen. „Ich war regelmäßig frustriert, wie wenig die Schüler heute über Berufe und ihre Chancen wissen", so Vorbeck. „Da bin ich einfach zu meinem Chef gegangen und habe ihm vorgeschlagen, dass wir eine eigene Internetseite bauen müssen." Der Erfolg ist ab heute im Netz zu sehen.
Erklärtes Ziel ist es, über den Austausch der Jugendlichen untereinander auf einer interaktiven Internet-Plattform Lust auf Ausbildung zu machen. Im Fokus stehen dabei gegenwärtig noch die 15 Ausbildungsberufe zuzüglich der dualen Studiengänge, die die AFP anbietet. „Wir suchen qualifizierte Bewerber, die es als Herausforderung verstehen, im künftigen Arbeitsleben mehr als nur eine Disziplin beherrschen zu wollen. Ein Mechatroniker muss beispielsweise weit mehr können als nur Kabelbäume zu verlegen. Mechatroniker sind gefragte Fachkräfte, sowohl in der Auto- als auch in der Flugzeugindustrie", sagt Kahle.
Das Internetportal „AusbildungXXL" steht auch anderen Ausbildungsanbietern zu Verfügung. Voraussetzung ist, dass nicht der Unternehmer den Beruf in einer Stellenausschreibung beschreibt, sondern Jugendliche, die gerade ihre Ausbildung absolvieren, erzählen, was daran so spannend ist.
„Wir wollen, dass sich viele Jugendliche auf unserer Seite einbringen. Letztendlich soll ein Informationsforum rund um die Berufe entstehen" so Vorbeck, der mächtig stolz ist, dass die Idee der Azubis ohne Einschränkungen umgesetzt wurde.