Ayurveda Lebensführung
Die Mutter aller Heilkünste heißt
Ayurveda. Die Wissenschaft vom Leben ist vor rund fünftausend Jahren entwickelt und vor rund dreitausend Jahren schriftlich festgehalten worden. Ayurveda existiert im modernen Indien neben der westlich geprägten Medizin als Volksmedizin, wird heute aber auch an eigenen Universitäten gelehrt. Ayurveda ist nicht nur eine Heilkunst. Sie ist vielmehr eine Anleitung zur richtigen Lebensführung, beschreibt aber in allen Einzelheiten Krankheiten und ihre Therapie. Ähnlich wie die chinesische Medizin ist Ayurveda eine Lehre des Gleichgewichts. Der Mensch wird verstanden als System und als Teil eines umfassenderen Systems. Körper, Seele, Geist und Sinnesorgane bilden eine Einheit.
Wenn diese Einheit in sich selber harmonisch ist und mit dem individuellen Umfeld und dem Lebensrhythmus im Einklang steht, gilt ein Mensch als gesund. Ayurveda hat zum Ziel diese Art von Gesundheit zu erhalten, oder sofern sie gestört ist wiederherzustellen. Wichtigster Grundsatz ist dabei, die Selbstheilungskraft anzuregen und die aktive Mithilfe der Kranken zu fördern. Was die Psychosomatik unserer westlichen Medizin als Novum formuliert, ist in der indischen Ayurveda also seit Tausenden von Jahren selbstverständlich.
Das Konzept des Menschen setzt sich in Ayurveda hauptsächlich aus zwei Komponenten zusammen. Der Konstitutionslehre und der Zuordnung der drei Doshas, der Funktionskreise des Körpers. Der Ayurveda Arzt muss bei seiner Diagnose genau erfassen zu welchem Typus der Patient gehört, und welche Funktionskreise geschwächt oder überreizt sind. So ist es durchaus möglich, dass zwei Menschen dieselbe Krankheit haben und dennoch völlig verschieden behandelt werden. Ayurveda kennt ein sehr breites Spektrum an Therapien.
Angewandt werden beispielsweise rund fünftausend Heilpflanzen oder daraus hergestellte Präparate. Eine wichtige Rolle spielt auch die Ernährung, wobei deren Zubereitung, Zusammensetzung nach Konsistenz, Farbe und die Verwendung von Gewürzen genau auf Typus und Krankheit abgestimmt werden. Jede Behandlung erfolgt auf zwei Ebenen. Der inneren und der äußeren Reinigung.
Die innere Reinigung ist eine Entschlackung mittels Einläufen, spezieller Diäten, Fasten, Sonnen- und Luftbädern. Die äußere Reinigung verwendet Öle für Massagen und sanfte Güsse auf den Körper, Bäder, warme Umschläge oder Schwitzkuren. Diese innere und äußere Reinigung dient nicht etwa zum
Abnehmen, Gewicht verlieren oder zur Hautpflege, diese Reinigungen sind nämlich die Voraussetzung für die Wirksamkeit der ayurvedischen Medikamente, die in allen nur denkbaren Formen verabreicht werden. Dazu gehören Essenzen, Pillen, Öle und Düfte. Dazu kommen die unterstützenden Therapien, in erster Linie Yoga mit seinen Körper- und Atemübungen und Meditationen, dann auch Farbtherapie, die auf die Chakras, die Energiezentren des Menschen, wirken, sowie Aromatherapie und Musik.