Flugangst (Aviophobie)
Viele Menschen beschleichen ein mulmiges Gefühl und düstere Gedanken, wenn sie ein Flugzeug besteigen: Vielleicht trügt ja die Statistik und ausgerechnet diese Maschine, in die ich mich nun setzen werde, stürzt ab? Bei manchen Passagieren bleibt es allerdings nicht bei einem mulmigen Gefühl - sie bekommen regelrechte Schweißausbrüche, Herzrasen und sogar Durchfall. Diese Menschen sind von akuter
Aviophobie - also Flugangst - betroffen.
Um die
Flugangst zu bekämpfen, reicht es nicht den Betroffenen "gut zuzureden". Auch der Verzicht auf Flugreisen oder eine Begrenzung der
Flugzeit durch Kurzstreckenflüge packt die Krankheit nicht an der Wurzel. Es ist sogar häufig zu beobachten, dass sich die Flugangst noch verstärkt, je länger sie unbehandelt bleibt.
Gesundheitsexperten raten daher zu einer Verhaltenstherapie, in der die Patienten lernen, sich ihrer Angst zu stellen und sie schrittweise abzubauen. Wer vor einem solchen Vorgehen zurückschreckt, kann alternativ auf Entspannungstechniken, zum Beispiel autogenes Training, Muskelentspannung oder spezielle Atemübungen, zurückgreifen. Sogar die Fluggesellschaften bieten Seminare gegen
Flugangst an, in denen man konkrete Verhaltensweisen erlernen kann.
Hilfreich ist bei
Aviophobie in vielen Fällen auch die gezielte Ablenkung - vom Gespräch mit dem Sitznachbarn bis zum Lesen oder Filmsehen. Keineswegs sollte der Passagier vollkommen untätig bleiben und sich seinen Angstattacken passiv hingeben. Und zu guter Letzt stellt die Reisemedizin einige Präparate (auch natürliche Produkte) bereit, die beruhigend auf den Geist und das Verdauungssystem wirken sollen.
Wer seine
Flugangst aktiv bekämpft wird dadurch belohnt, dass er wieder ohne Stress und psychische Beeinträchtigung weit entfernte Reiseziele erreichen kann - und vielleicht den Flug sogar schon als Teil des Urlaubs empfindet.
Jürgen Reschke