nach Australien auswandern
Vor etwa fünfzig- bis Sechzigtausend Jahren gab es die aller ersten Einwanderer in das damals noch völlig unbewohnte Australien. Sie kamen während der letzten Eiszeit von den Inseln Südostasiens, die zu dieser Phase wegen des erheblich abgesenkten Meeresspiegels nur durch eine Meerenge vom australischen Kontinent getrennt waren. Die Rede ist von den australischen Ureinwohnern, die sich zu dieser Zeit auf dem Kontinent schnell ausbreiteten. Das lag am guten Nahrungsangebot im tropischen Norden und an der völligen Unberührtheit und Unbewohntheit dieses riesigen Landes.
Aber erst seit dem 2. Jahrhundert nach Christus gibt es Hinweise auf die Existenz dieses Kontinents und dann dauerte es noch mal 1000 Jahre bis Indonesier, Araber und sogar Chinesen an der Nordküste Australiens landeten. Sie blieben dort aber nicht. Erst im Jahre 1788, England hatte sich Australien schon als Besitztum einverleibt, landete der britische Marineoffizier Captain Arthur Phillip mit 757 englischen Strafgefangenen an der Südküste Australiens und suchte nach einem geeigneten Hafen und einem Platz für eine Strafkolonie. Er fand sie im heutigen Sydney und leitete die Strafkolonie bis 1792 und war gleichzeitig der erste Gouverneur des von ihm gegründeten New South Wales.
Im Grunde sind diese 757 Strafgefangenen aus England die „Ureinwohner" des modernen Australien. Musste man vor über 200 Jahren diese 757 Menschen noch gewaltsam dorthin verschleppen, damit sie dort in einem Straflager arbeiteten, so kann sich die heutige Regierung nicht retten vor Bewerbern, die
nach Australien auswandern wollen. 1788 musste man die Gesetze der britischen Krone verletzt haben, um kostenlos dorthin verfrachtet zu werden, heute gibt es eine Einwanderungs-Behörde, die genau weiß, welche Leute sie im Lande ansiedeln möchte und welche nicht. Die Hürden für einen dauerhaften Aufenthalt in Australien sind denkbar hoch. Da muss alles stimmen: der Beruf, das Alter und die Sprachkenntnisse. So ändern sich die Zeiten...
Andreas Mettler