von Rettern und Menschen
Dieses findet statt vom 12. Mai - 08. Juni 2010
vor dem Besucherzentrum des Thüringer Landtages
Jürgen-Fuchs-Straße 1
99096 Erfurt
Nähe Eingang Besuchertribüne.
Geöffnet Montag bis Freitag 8 - 18 Uhr
Der Eintritt ist frei
Öffentliche Verkehrsmittel: ab Erfurt HbF Straßenbahnlinie 1, Richtung
„Thüringenhalle“
Es gibt im Leben Begegnungen besonderer Art. Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, gerettet zu werden?
Die Künstlerin Noreen S. Rotha macht eine Welt sichtbar, die so alltäglich ist, dass sie im normalen Bewusstsein oft verdrängt wird. Dabei kann die Situation des „Gerettet-Werdens" eine außergewöhnliche Begegnung sein: im Krankheitsfall wird geholfen, ein Kind kommt zur Welt, Einsamkeit ruft nach Rettern und verwandelt sich in ein gemeinsames Lachen.
Drei Jahre arbeitete die Künstlerin mit einem Rettungsteam zusammen und motivierte die Retter, Spuren ihrer Arbeit selbst zu fotografieren.
Die unterschiedliche Qualität der Aufnahmen
spiegelt Authentizität. Sie zeichnete, was nicht fotografiert werden sollte: Menschen, Emotionen und nicht Ausgesprochenes. Menschen wurden von ihr gebeten, Ihre eigene Geschichte zu erzählen. Entstanden sind Berichte, kleine Erzählungen, Gedichte und ein Lied.
Das Thema Essen war oft präsent: der abgestandene Kaffee, die kalt gewordene Mahlzeit oder die nicht gekaufte Pizza. Insgesamt zeigt Noreen S. Rotha Facetten einer Lebenswelt und macht sie mit künstlerischen Mitteln sichtbar. Der Mensch tritt hinter seiner Tätigkeit hervor.
Der Zeichner Sven Brauer beschäftigt sich neben anderen Themen mit dem des Essens in Grenzsituationen. Im Gefängnis entstand sein Knastkochbuch. Hinter Mauern bekommt das Essen eine spezielle Bedeutung.
Es kann für Abgründe, Hintergründe und Sehnsüchte des Lebens stehen.
Rezepte wurden gesammelt und ausprobiert. Gemeinsam wurde geredet, gekocht und gegessen.

Sein Thema ist die Vergänglichkeit. In einer verdorrten Blüte, in einem verwelkten Blatt kann
man die Schönheit des Makels erkennen. Und liegt im Vergehen nicht schon der Keim des Entstehens? Mit seinen Arbeiten ermöglicht er den Betrachtern, einen Blick unter die Oberfläche zu werfen.
Kann man das leckere Stück Schinken unbedenklich essen?
Ist im Becher tatsächlich Kaffee?
Diese Fragen, und noch viele mehr, sollte der Betrachter stellen, wenn er seine Werke schaut.
Vor einem Gebäude steht ein Imbiss.
Wieder kommen Menschen für einen Augenblick zusammen.
Die Künstlerin Voula Doulgeri gesellte sich zu den Essenden.
Auf Pappteller, die zum Teil benutzt waren,
zeichnete sie Augen.
Kommunikation kann sprachlos sein, man schaut.
Schüchterne , neugierige, abgestoßene, unverhohlene oder kaum zu bemerkende Blicke.
Augenblicke sind flüchtig, Blicke können intensiv sein. Ungesagte Worte.
Ihre Arbeit greift diese Gedanken auf.
Bänder wehen. Menschen gehen schnell vorbei.
Die Bänder bewegen sich durch einen Windhauch.
Spielen Sie augenblicklich, fordert Voula Doulgeri auf.
Zwei Stationen bis Haltestelle „Landtag“
Ronny Elsner
elsnerVerlag gera
www.elsnerverlag.de
www.vonretterundmenschen.de