Konflikte sind im Arbeitsalltag und Wirtschaftsleben genauso normal wie im Privatbereich . Konflikte entstehen in Spannungsfeldern. Jede Art von Druck; ob Zeitdruck; Machtausübung; Konkurrenz oder Ähnliches, kann Spannungsfelder erzeugen. Als Betroffene Partei aus Konflikten herauszukommen, kann schwierig sein, in vielen Fällen ist es unmöglich.
Was sind Konflikte? Eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für die Entstehung von Konflikten sind Unvereinbarkeit im Denken, Vorstellen, Wahrnehmen; Fühlen, Wollen oder Handeln von zwei oder mehr Personen. Unvereinbarkeiten werden zu Konflikten, wenn wenigstens eine der beteiligten Personen die Überzeugungen, Wünsche, Ansprüche, Ziele und Handlungen der anderen Personen als illegitim ansieht und sich bei der Verwirklichung der eigenen Ziele, Interessen, Gefühle oder Vorstellungen dadurch beeinträchtigt sieht.
Die Konfliktforschung unterscheidet neun Eskalationsstufen, bei denen die Übergänge fließend sein können:
Stufe 1 Verhärtung-Standpunkte prallen aufeinander
Stufe 2 Polarisation- Verfestigung der Standpunkte
Stufe 3 Taten- Einstellen der direkten Kommunikation
Stufe 4 Fanatisierung- Einbeziehung bisher Unbeteiligter
Stufe 5 Offener Kampf- Versuche den anderen zu isolieren
Stufe 6 Drohstrategien und Gewaltdenken- Der Konflikt beherrscht das ganze Leben
Stufe 7 begrenzte „Vernichtungsschläge“- Schaden für den anderen ist Sieg für sich selbst und oberstes Ziel.
Stufe 8 Selbsterhaltungstrieb als letzte Hemmung- Vernichtung des Gegners ist primäres Ziel
Stufe 9 Gemeinsam in den Abgrund- „Vernichtung“ um jeden Preis
Mediation bietet sich an, soweit die Konfliktparteien außerstande sind, in direkter Begegnung ihre Probleme kooperativ und konstruktiv zu lösen. Die Herausforderung des Mediators liegt darin, Menschen, die nicht mehr miteinander sprechen können oder wollen, wieder in ein konstruktives Gespräch zu bringen.
Mediation dient der außergerichtlichen Streitbeilegung mittels eines neutralen allparteilichen Dritten, in einem strukturierten Verfahren, unter Einhaltung fairer und gerechter Verfahrensgrundsätze zur selbstverantwortlichen Lösungsfindung.
Phasen der Mediation:
- Phase. Auftragsklärung
- Phase: Themenliste
- Phase: Interessen
- Phase: Lösungsoptionen
- Phase: Bewertung der Optionen
- Phase: Abschlussvereinbarung
Verfahrensgrundsätze:
- Freiwilligkeit
- Vertraulichkeit
- Ergebnisoffenheit
Informiertheit
Ziel der Mediation ist, einen sicheren Rahmen zu schaffen, in dem die Konfliktparteien über ihren Konflikt und dessen Hintergründe sprechen können und in dem sie eine selbstbestimmte, einvernehmliche und konkrete Konfliktregelung erarbeiten können. Der Mediator wird also weder beraten noch ein Urteil sprechen.
Ansätze für die Mediation ergeben sich aus der Konflikt- und Verhandlungsforschung, der psychologischen Problemlösung, der Psychotherapie sowie Systemischer Therapie. Eingeflossen sind Erkenntnisse aus den Fachgebieten der Konflikt- und Kommunikationswissenschaft und Humanistische Psychologie.
Mediation kann angewandt werden
- bei Problemen mit Lieferanten /Abnehmern
- bei innerbetrieblichen Problemen
- bei Unternehmensnachfolgen
- bei Erbauseinandersetzung
- bei Trennung und Scheidung
- bei Nachbarschaftsstreitigkeiten
Vorteile der Mediation: umfassende Erörterung aller Probleme unter Berücksichtigung der Interessen, die in einem Zivilprozess unbeachtet bleiben würden. Geringe Verfahrenskosten. Schneller Verfahrensabschluss. Fortsetzung einer Kooperation zweier Unternehmen. Möglichkeit eines unbürokratischen und flexiblen Verfahrens. Schonung personeller und betrieblicher Ressourcen. Keine Öffentlichkeit durch Vertraulichkeitsabrede.
Die frühzeitige Konfliktlösung mit Unterstützung eines professionellen Mediators ist meist kostengünstiger als die streitige Austragung im gerichtlichen Instanzenzug. Üblicherweise rechnen Mediatoren nach Stundensätzen ab.
Je nach Komplexität des Konfliktes kann eine Mediation zwischen einem Tag und mehrere Wochen dauern. Auch im letzteren Fall wird eine Mediation wesentlich schneller zu Ergebnissen führen als ein Gang durch die gerichtlichen Instanzen.
Peter Münnich
www.cumverbis.com