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Ausrichtung - Kurskorrektur

Autor: revhoros | Erstellt am: 21.02.2011 | Gelesen: 509
Kategorie: Geschichten & Anekdoten | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Manchmal müssen wir auf unserer Reise eine angemessene Kurskorrektur vornehmen. Eine Neu-Ausrichtung die für unsere persönliche Zielsetzung nunmal notwendig ist.

Rainer Sauer/Autor/Dozent
Rainer Sauer/Autor/Dozent
Die kontinuierliche Wieder Ausrichtung ist nötig, um uns „auf Kurs" zu halten, um uns im Sinne unseres Vorsatzes immer wieder zurück in die erwählte Ziel Richtung zu drehen. Um uns also immer wie­der erneut, falls wir von unserem Weg abgekommen sind, auf den ur­sprünglich eingeschlagenen Weg zurückzuführen. Ausrichtung ist eine Art Entscheidungs Leistung, welche kontinuierlich von uns gefordert ist, weil uns eben auch „unvorhersehbare Fehltritte" immer wieder auf Abwege führen. Dies bedeutet faktisch, daß wir uns immer wieder erneut entscheiden, neu ausrichten, wiedererinnern müssen, um unser Bewußt­sein aufzufrischen, um uns klarzumachen, um was es uns denn eigentlich geht und wohin wir denn ursprünglich gehen wollten. Ausrichtung heißt hier soviel wie: daß wir uns kontinuierlich und willentlich bemühen, dort wieder in Fluß zu kommen, also den Hahn aufzudrehen, damit das Leben wieder fließen kann, wo offensichtlich eine Stauung, eine Einschränkung oder eine Fehlleitung entstanden ist bzw. besteht. Mich also dafür zu entscheiden, das natürliche Fließen wiederherzustellen, die nötigen Erfor­dernisse dafür zu erfüllen, daß der Weg wieder in Zielrichtung einge­schlagen wird und auch möglichst frei und unbehindert für mich begehbar ist.

Ich vermische hier zwei Bilder, zwei Modelle miteinander, was selbstverständlich etwas Verwirrung stiften kann, was aber auch im Sinne des angestrebten größeren Verständnis um die subtilen Zusammenhänge hoffentlich den Nebeneffekt mit sich bringt, daß unsere intuitiven Kräfte geweckt werden und wir das Thema auf eher „bewußtseins­ erweiterte" Art und Weise versuchen zu erfassen. Das eine Bild, mit dem wir uns hier befassen, ist die Vorstellung, daß wir uns auf dem Weg der Bewußtwer­dung befinden und daß Ausrichtung bedeutet, daß wir uns willentlich immer wieder aufs neue dafür entscheiden, auf unsere herkömmliche Route, unseren ureigenen Weg zurückzukehren. Wir hierbei einerseits von der erforderlichen Klarheit über unser „Befinden", also unserer tat­sächlichen Kenntnis unseres Aufenthaltsortes sprechen, uns dann eventu­elle Abweichungen vom ursprünglichen Ziel einzugestehen, um unsere Erkenntnis „vorsätzlich" in Ausrichtungsbewegung umzusetzen.

Das andere Bild bringt uns mehr mit unserem energetischen Da­sein in Berührung, da es vom großen Fluß der kreativ schöpferischen Lebensenergie erzählt, bei dem der natürliche Zustand unseres Seins als freies Fließen dargestellt ist. Und wir aufgrund der uns eigenen Freiheit das Fließen unterbrechen, hemmen und behindern können und diese Fließ Eigenschaften sich dann eigendynamisch in unserem Unbewußten verselbstständigend eine Art Eigenleben fristen. Bei diesem Bild wird diese Beeinflussung des freien Fließens und die eventuell daraus entstan­denen Fehlleitungen und die vielleicht bisweilen sogar chronisch gewor­dene Stauung des Lebensprozesses vom willensgesteuerten „Auf und Zudrehen" eines imaginären Wasserhahns reguliert. Das heißt, es geht vor allem darum, Fehlleitungen und Fließ Blockaden aufzusuchen und im Sinne der Wieder Ausrichtung den Hahn wieder angemessen aufzudre­hen, um somit sowohl die ursprüngliche Fließ Richtung als auch Fließ Geschwindigkeit wieder herzustellen. Wenn ich mir also darüber bewußt werde, daß meine ursprüngliche Richtung nicht mehr eingehalten wird, daß der natürliche Lebensfluß unterbrochen ist, der Hahn somit zugedreht ist, wäre es förderlich, wenn ich gewahr bin, daß, egal ob ich ein wenig oder ganz zudrehe, um mich vor etwas Spezifischem zu schüt­zen, es immer Auswirkung auf den gesamten Fluß hat. Ich kann nicht selektieren, und das bedeutet, eine Eindämmung des Flusses auf einem bestimmten Gebiet hat auch immer Auswirkung auf das Ganze. Dies sollte uns eine zusätzliche Motivation sein, diese von uns bewußt gewor­dene Stauung aufzulösen, um somit wieder auf den herkömmlichen Weg zu gelangen und unserem Entwicklungsprozeß als ganzem zu dienen. Wir behindern unsere Entwicklung nämlich nicht nur auf dieses eine Thema bezogen, bei dem wir das Fehltreten vielleicht gerade wahrnehmen, son­dern wir hindern uns immer auch in unserer ganzen Entwicklung.

Das kontinuierliche Wieder Ausrichten bedeutet hier ein ständiges Überprüfen der Fließ Wege, also das achtsame Beobachten unserer Be­wegung auf unserem Wege und das immer wieder Bestätigen, entschie­den in die Richtung der ursprünglichen Grund Ausrichtung zu gehen. Weil ein Teil des Ganzen auch immer unmittelbare Auswirkung auf das­selbe hat, sollte uns das mit der Dringlichkeit, immer wieder Ausrichtung zu üben, in Verbindung bringen. Entweder ich versuche zu bremsen, den Hahn zuzudrehen, zu kontrollieren, und dann verschließe ich mich eben auch für alles, oder ich lasse es fließen und kommen, und das, was dann kommt, ist unvorhersehbar, und somit öffne ich mich für die Fülle an sich. Das heißt, daß meine innere Haltung einem Teil von mir gegenüber auch immer grundsätzlich meiner Haltung zum Ganzen entspricht, auch wenn der tatsächliche Zusammenhang nur sehr subtil erfahrbar ist.

Wenn wir nun einen Anteil in uns entdecken, der ein wenig „auf Abwegen" wandelt, ein Anteil erblicken, bei dem wir Zähflüssigkeit fest­stellen, sollten wir uns auch mit Geduld und Verständnis begegnen und nicht eine unrealistische sofortige totale Veränderung einfordern. Wir sollten uns erinnern, daß ein Wandel stets einen Entwicklungsprozeß voraussetzt und somit auch dem Prozeß und seinem eigenen Tempo Ver­trauen schenken. Denn den Hahn, den wir angstberaten vielleicht ganz oder doch zumindest stark zugedreht haben, kann niemand sofort wieder bis zum Anschlag öffnen, aber stückweise, immer wieder ein bißchen mehr funktioniert es – wir erleben das Wunder Leben. Und wie wir auch alle bestimmt schon selbst erfahren haben, schnappt manchmal der Hahn auf seine gewohnte Einstellung zurück, und da ist es dann erforderlich, daß wir uns erneut erinnern, entscheiden und ausrichten und uns fürs „Ja" zum Lebensfluß bekennen und den Hahn erneut ein wenig mehr aufdrehen.

 
 
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