Praktika eignen sich allgemein, um erste Berufserfahrungen zu sammeln, die eigene Berufsentscheidung zu überprüfen oder auch um Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen. Den
Auslandspraktika kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da zahlreiche Stellenangebote gegenwärtig an das Vorhandensein von Auslandserfahrungen gebunden sind; zudem trägt ein
Auslandspraktikum erheblich dazu bei, die eigenen Sprachkenntnisse zu erweitern.
Für Studierende, aber auch für Akademiker, die bereits über erste Berufserfahrungen verfügen, bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) eine Reihe von Praktikumsmöglichkeiten an. Die Angebote sind besonders lukrativ, weil sie in der Regel mit einer Reisekostenerstattung, einer intensiven Vorbereitung (Sprachkurs) und einer Aufwandsentschädigung sowie der Übernahme der Reiseversicherungskosten verbunden sind. Entsprechend groß ist die Zahl der Bewerber, auch sind die Auswahlkriterien strengen Maßstäben unterworfen. Daher lohnt es sich, auch an den Hochschulen bzw. Universitäten selbst nach Möglichkeiten für ein Auslandspraktikum Ausschau zu halten, so z. B. durch die Teilnahme am ERASMUS-Programm.
Auslandspraktika im Zusammenhang mit der beruflichen Aus- und Weiterbildung werden durch das Programm LEONARDO DA VINCI gefördert, an dem Auszubildende ebenso teilnehmen können wie Fachkräfte und Ausbilder. Derzeit absolvieren rund 12.000 Personen ein Praktikum oder einen Ausbildungsabschnitt im Ausland, das/der durch das Programm finanziert wird.
Wer sein Auslandspraktikum selbst organisieren will oder muss, kann sich u.a. an die Anbieter von Sprachreisen wenden, die teilweise Kombinationen aus Sprachkursen und Auslandspraktika anbieten. Das Spektrum reicht dabei von Praktikumsplätzen in den Bereichen Buchhaltung und Finanzen, Hotel und Gastronomie über die Modebranche bis hin zu beruflichen Bereichen, für die keine Vorkenntnisse erforderlich sind. Wer über einen Reiseveranstalter ausschließlich das Praktikum buchen will, muss in der Regel fortgeschrittene Sprachkenntnisse nachweisen.
Soziale oder Freiwilligenarbeit zu leisten, gehört ebenfalls zu den Möglichkeiten, ein
Auslandspraktikum zu absolvieren. Entsprechende Praktikumsplätze werden von diversen Non-Profit-Organisationen angeboten. Vor allem in Ländern der sog. Dritten Welt, in Afrika, Asien und Südamerika werden ständig Helfer benötigt, die sich z. B. in der Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen engagieren wollen.
Für Natur- und Tierliebhaber eignet sich ein Auslandspraktikum in einem der zahlreichen Nationalparks, auch hier finden sich weltweit Angebote. Je nach Park und eigener Vorbildung kann dabei zwischen einem Einsatz im Naturschutz, in der Tierpflege oder auch im Hotel- oder Gaststättengewerbe bzw. in den Service-Einrichtungen der Parks gewählt werden.
Markus Schwenke