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Aus dem Gruselkabinett der Ideologie Mahmoud Ahmadinedschads

Autor: mehriran | Erstellt am: 16.12.2009 | Gelesen: 919
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateArateB
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(Online-Artikel.de) - Beispiellose Manipulation von religiösen Vorstellungen im Iran

Mahmoud Ahmadinedschad sieht sich mit dem Mahdi verbunden
Mahmoud Ahmadinedschad sieht sich mit dem Mahdi verbunden
Der Präsident der Islamischen Republik Iran, Mahmoud Ahmadinedschad und sein oberster Berater Esfandiar Rahim Mashaei haben sich bereits häufiger über den Zeitpunkt des Wiedererscheinens des Verborgenen Imams der Schiiten(Mahdi oder Mehdi) geäußert. Jetzt wird es einigen Unterstützern der Regierung zu viel, sie kritisieren solche Bemerkungen.

Jahan, eine von Konservativen betriebene Webseite, berichtet von kritischen Statements eines gewissen Habibollah Asgaroladi, dem Vorsitzenden der größten Koalition von Konservativen (Koalition der Imam und Führerschaftstreuen), der sich in einem Treffen mit Ahmadinedschad gegen die Äußerungen von Esfandiar Rahim Mashaei wandte.

Wörtlich gab er Ahmadinedschad zu verstehen: „Einige Ihrer Freunde und Kollegen, die behaupten der Verborgene Imam würde auf Grund Ihrer Vorbereitungen erscheinen, sollten ernsthaft davor gewarnt sein."

Der Vorsitzende der Organisation fügte hinzu: „Mit welcher Berechtigung spricht Ihr Freund über Islam und Gott? Warum veröffentlicht Mashaei solche Bemerkungen und kontroverse Aussagen, für die Sie sich dann in der Öffentlichkeit rechtfertigen müssen?"

Habibollah Asgaroladi ist nicht irgendwer, er gilt als treuer und verlässlicher Verbündeter von Mahmoud Ahmadinedschad. Umso mehr wiegt seine Kritik. Einige Kommentatoren diskutieren, ob die Kritik sich nicht eigentlich an Ahmadinedschad selbst richtet, weil Mashaei's Bemerkungen bereits einige Monate alt sind, während die letzten Äußerungen zu dem Thema von Ahmadinedschad selbst stammen.

Bei einem Besuch in Isfahan am 3. Dezember bemerkte Mahmoud Ahmadinedschad mit Blick auf die Präsenz amerikanischer Truppen im Irak: „Es stimmt schon, dass diese Imperialisten hinter dem Öl und dem Reichtum des Landes her sind, doch haben sie auch eine allem zu Grunde liegende Absicht, die ihr Handeln antreibt. Darüber sprechen sie aber nicht in den Nachrichten. Wir sind im Besitz einiger ihrer Dokumente diesbezüglich. Sie sind davon überzeugt, dass jemand aus der Familie des Propheten in unserer Region erschienen ist, der die Übeltäter dieser Welt mit Stumpf und Stiel vernichten wird. All diese Kriegszüge wurden von Ihnen geplant, um die Wiederkehr des Imams (Mahdi) zu verhindern, denn sie wissen, dass das iranische Volk alles vorbereitet hat, damit er kommen kann. Das iranische Volk will seine Führerschaft."

Mehdi Karoubi, einer der unterlegenen Präsidentschaftskandidaten und mutigster Widersacher Ahmadinedschads, wies diese Äußerung über amerikanische Versuche die Wiederkehr des Verborgenen Imams zu verhindern als „Beleidigung der Religion" zurück. Der Vorsitzende der E'temad Melli (Partei des Nationalen Vertrauens) sagte: „Juristen des Islams haben immer gesagt, dass diejenigen, die behaupten zu wissen wann der Verborgene Imam wiedererscheint, Lügner sind. Was soll denn das überhaupt heißen, was Ahmadinedschad da sagt? Wie könnten die Amerikaner das Wiedererscheinen Mahdis verhindern? Wollen sie ihn verhaften? Wollen sie ihn womöglich ermorden?"

Ahmadinedschad als Gottes Stellvertreter

Auch andere kritisieren das Verhalten Ahmadinedschads und seiner Anhänger. Der Bürgermeister Teherans Mohammad Bagher Ghalibaf äußerte sich letzten Sommer in verschiedenen Beiträgen in Fernsehen und Radio sehr kritisch: „Ich betrachte Ahmadinedschad weder als Revolutionär, noch als Hesbollahi (wörtlich „Partei Gottes"; einen radikalen Islam vertretend), noch als einen Anhänger des Obersten Führers, auch nicht als einen Manager und schon gar keinen ehrlichen Menschen. Herr Ahmadinedschad mit seiner ganzen Wesensart belügt sich selbst und belügt andere."

Nach den vereinnahmten Wahlen und Ahmadinedschads Vereidigung durch Ayatollah Khamenei, gingen Ahmadinedschads Anhänger soweit zu sagen, Ahmadinedschad sei der Stellvertreter Gottes auf Erden. Jegliche Kritik durch Politiker und religiöse Persönlichkeiten missachtend, kommentierte Ayatollah Mesbah Yazdi, spirituelle Führungsfigur schiitischer Hardliner: „Wenn der Präsident den Segen des geistlichen Oberhaupts erhält, heißt ihm zu folgen, Gott zu folgen."

In einem der kommenden Artikel werden wir das Verhältnis zwischen Ahmadinedschad und seinem Berater Esfandiar Rahim Maschaei, sowie ihre Ziele und Hintergründe untersuchen.

Helmut N. Gabel,
www.mehriran.de
 
 
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