Wir nehmen das Augenlicht als selbstverständlich hin und sollten doch lernen, besser darauf zu achten. Wir denken nur beim Anblick einer blinden Person daran, dass das Augenlicht vergänglich ist oder wir mit alten Menschen konfrontiert werden, deren Sehstärke nachlässt. Die Augen müssen gepflegt werden, wie wir auch Haut und Haare pflegen – und zwar ein Leben lang. So können wir Probleme im Alter vermeiden. Zur Pflege der Augen gehören auch die entsprechenden Medikamente und vor allem der richtige Gebrauch und Einsatz von Arzneien. Hervorzuheben sind hier natürlich die Augentropfen, die aufgrund ihrer Darreichungsform lokal genau dort wirken können, wo die Arznei gebraucht wird. Augentropfen gibt es in dickflüssigen oder wässrigen Konsistenzen.
Die bekanntesten Augenarzneien sind die sogenannten „Weißmacher". Sie verengen die feinen Gefäße der Bindehaut und drängen Reizerscheinungen wie Rötungen und Schwellungen zurück. Allerdings wird davor gewarnt, diese Art der Augenarznei länger als eine Woche zu verweden. Die verengten Gefäße ernähren das Auge schlechter und lassen es schneller austrocknen, was wiederum zu Problemen führen kann. Außerdem kaschieren Weißmacher andere Augenerkrankungen wie Heuschnupfen. Bevor ein Augenarzt Weißmacher verschreibt, wird er versuchen, die eigentliche Ursache von entzündeten oder gereizten Augen abzuklären. Für fast jede Augenerkrankung gibt es bereits bewährte Arzneien. Nachfolgend werden einige der gängisten Arzneien kurz beschrieben.
Augentropfen werden bei Allergien eingesetzt. Gerade im Frühjahr benötigen viele Menschen antiallergische Augenarzneien. Bei Allergien wie Heuschnupfen können die Betroffenen mit regelmäßig angewandten Augentropfen den schlimmsten Problemen vorbeugen. Bei akuten allergischen Beschwerden haben sich Antihistaminika bewährt. Bei schweren allergischen Augenerkrankungen z.B. vernale Konjunktivitis helfen meist nur kortisonhaltige Tropfen und Salben.
Augentropfen werden als Tränenersatzmittel eingesetzt. Augenerkrankungen, Umwelteinflüsse oder Hormonumstellungen stören den schützenden Tränenfilm des Auges. Die Folge sind trockene Augen. Tränenersatzmittel lindern diese Beschwerden. Sie enthalten so genannte Filmbildner, die lange auf der Augenoberfläche haften, Wasser binden und ein Austrocknen der Augenoberfläche verhindern.
Auch Kortison wird in der Augenmedizin eingesetzt. Der antientzündliche Wirkstoff ist bei hartnäckigen Entzündungen des Auges unverzichtbar, vor allem bei Entzündungen der Gefäßhaut und der Hornhaut.
Beim Grünen Star erhöht sich der Augeninnendruck krankhaft, da das Gleichgewicht zwischen Kammerwasserproduktion und dem Kammerwasserabfluss gestört ist. Sogenannte Carbonanhydrasehemmer, Betarezeptorenblocker oder Cholinergika senken den Kammerdruck, in dem sie in das Auge geträufelt oder gesalbt werden.
Einige Wirkstoffe werden auch als Tabletten, also nicht lokal, verabreicht. Hierzu zählen Osmotika und teilweise auch Carboanhydrasehemmer. Krankheitserreger, die das Auge befallen, lassen sich am besten mit örtlich aufgetragenen Antibiotika, Antimykotika oder Virostatika beseitigen.