Durch das Eintropfen einer öligen oder wässrigen Lösung in den Bindehautsack kommt der Arzneistoff schnell und problemlos ins Auge, um dort zu wirken. Wenn ein Fremdkörper Auslöser der Schmerzen ist, kann dieser mit speziellen Instrumenten und unter örtlicher Betäubung durch Augentropfen von einem Augenarzt entfernt werden.
Augentropfen werden bei den unterschiedlichsten Problemen angewandt, wie zum Beispiel bei Behandlung von Trockenheit und Reizungen des Auges, beim Grünen Star sowie Bindehautentzündung und Hornhautentzündung. Aber es gibt auch einige Anwendungsgebiete, die nicht so bekannt sind unter anderem der Einsatz von Augentropfen bei der Augenspiegelung. Bei einer Augenspiegelung wird der Augenhintergrund untersucht und die Innenflächen des Augapfels, die normalerweise von außen nicht sichtbar sind, werden sichtbar gemacht. Die Augenspiegelung selbst ist eigentlich nicht gefährlich und bringt nur ein sehr geringes Risiko mit sich. Die Anwendung von pupillenerweiternden Augentropfen ist in der Regel harmlos, kann aber in Einzelfällen zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks führen. Aufgrund ihrer Wirkung ist die Teilnahme im Strassenverkehr oder das Bedienen von Maschinen nach der Gabe von pupillenerweiternden Augentropfen im Rahmen der Augenspiegelung bis zum vollständigen Abklingen nicht möglich.
Krankhafte Veränderungen können bei einer Augenspiegelung erkannt werden. Hier wird der Augenhintergrund ausgeleuchtet, sodass die unterschiedlichen Strukturen wie Netzhaut, Aderhaut, Sehnervkopf, gelber Fleck und die versorgenden Blutgefäße zu sehen sind. Die Untersuchung ist nur möglich, wenn keine Trübung der Hornhaut oder der Linse sowie Blutungen im Augeninneren vorliegen.
Ein weiteres recht unbekanntes Anwendungsgebiet liegt in der Diagnose der Frühgeborenen-Retinopathie. Diese Diagnose kann nur durch einen Augenarzt gestellt werden. Zunächst wird der Untersuchungsraum abgedunkelt und spezielle Augentropfen verabreicht, welche die Pupille erweitern. Anschließend verabreicht der Augenarzt örtlich betäubende Augentropfen und bringt eine Lidsperre oder einen Lidhaken an, um das Auge geöffnet zu halten. Dies ist für das Kind aufgrund der betäubenden Augentropfen schmerzfrei aber natürlich sehr unangenehm. Die eigentliche Diagnose der Frühgeborenen-Retinopathie erfolgt über eine Augenspiegelung, durch die der Arzt auf die Netzhaut des Kinderauges schauen kann. Auch hier kommen wieder
Augentropfen zum Einsatz.
Bei Kindern und auch Erwachsenen kommt es immer mal wieder zu leichten Verletzungen der Hornhaut. Man sollte natürlich immer einen Arzt aufsuchen, wenn es um eine Augenverletzung geht, aber in der Regel wachsen kleinere Verletzungen meist nach einem bis zwei Tagen von alleine zu. Bis dahin helfen Augensalben und kühlende Kompressen. Verheilt die Oberfläche der Hornhaut nicht von alleine, kann es nötig sein, diese mechanisch abzuhobeln oder mit einem Laser abzutragen, damit die oberste Schicht heilen kann.