Augentropfen sind eine Form des Arzneimittels zur Behandlung von Augen. Durch das Eintropfen einer öligen oder wässrigen Lösung in den Bindehautsack kommt der Arzneistoff schnell und problemlos ins Auge, um dort zu wirken. Die bekanntesten Anwendungsgebiete für Augentropfen sind die Behandlung von Trockenheit und Reizungen des Auges, der Grüne Star, die Bindehautentzündung und die Hornhautentzündung.
In Deutschland dürfen nur Apotheken Augentropfen verkaufen, da sie als apothekenpflichtiges Medikament zählen. Im Europäischen Arnzeibuch steht geschrieben, dass Augentropfen immer steril herzustellen sind. Meistens werden Augentropfen in kleinen Containern aus Kunstoff zur einmaligen Anwendung und sicheren Dosierung angeboten. Es gibt allerdings auch Augentropfen, die in speziellen Glasfläschchen in der Apotheke erhältlich sind. Die Apotheken bieten aber nicht nur die maschinell hergestellte Augentropfen an, sondern können auch ganz nach Verordnung eines Arztes auf Rezept ein besonderes Medikamnt herstellen.
Da Augentropfen nur ein beschränktes Haltbarkeitsdatum haben, ist es wichtig, sie nicht länger als erlaubt offen zu lagern. Auf keinen Fall sollten Augentropfen nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums eingeführt werden. Die meisten Augentropfen enthalten einige Konservierungsmittel wie zum Beispiel Thiomersal 0,002 %, Organische Quecksilberverbindung, Benzalkoniumchlorid 0,002–0,01 %, Chlorhexidin 0,005–0,01 %, Benzylalkohol 0,5–1 %, Glukose konservierend ab 70 %, Ethanol ab 20 % und quartäre Ammoniumsalze.
Da Konservierungsmittel niemals in die Blutbahn gelangen sollten, werden deshalb keine Augentropfen mit Konservierungsmittel bei verletzten oder operierten Augen eingesetzt.
Um das Auge nicht zu reizen, sollten Augentropfen idealerweise einen pH-Wert von 7,4 aufweisen. Auch dem osmotischen Druck entsprechenden Hornhautepithel weisen die Augentropfen auf. Unglücklicherweise sind viele Wirkstoffe unter diesen pH-Bedingungen nicht ausreichend chemisch stabil. Die herstellende Pharmaindustrie hat es sich daher zum Ziel gesetzt, den pH-Wert der Augentropfen mit Säuren oder Laugen so einzustellen, dass eine optimale Stabilität des Wirkstoffes erreicht wird. Dennoch liegt der pH-Wert im physiologisch verträglichen, euhydrischen Bereich (ca. pH 7,3 bis 9,7).
Nach dem Einführen der Augentropfen in das Auge wird der pH-Wert durch die Pufferwirkung der Tränenflüssigkeit auf den physiologischen pH-Wert angeglichen. Die Augentropfen dürfen in diesem Fall nicht selbst gepuffert sein, da die Pufferkapazität der in der Tränenflüssigkeit vorhandenen Eiweiß-/Phosphatpuffer nur sehr gering ist. Isohydrische Augentropfen können jedoch gepuffert werden. Puffer sind die in der Chemie gezielt hergestellten, wässrigen Pufferlösungen. Komplexere Puffersysteme liegen in Körperflüssigkeiten wie dem Blut vor.
Heutzutage kann man sogar im Internet Augentropfen kaufen. Man sollte allerdings darauf achten, dass man im Falle anhaltender Probleme unbedingt einen Augenarzt aufsucht. Allergisch bedingte Bindehautentzündungen können jedoch meist unbedenklich mit Augentropfen behandelt werden. Die Apotheken beraten ihre Kunden hier sehr gerne und ausführlich.