Augenmedikamente hat sich fast jeder schon einmal in den Tränenwinkel geträufelt, auf die Hornhaut gesalbt, unter die Lider gecremt oder auf die Lider gesprüht. Als Augentropfen bezeichnet man die Darreichungsform von einem Medikament für die Anwendung am Auge. Durch die wässrige oder ölige Konsistenz können Augentropfen genau an der benötigten Stelle zur Wirkung kommen. Bei trockenen Augen, der Behandlung von gereizten Augen, Grünen Star oder Entzündungen der Bindehaut oder der Hornhaut ist die Behandlung der Augen mit Augentropfen sogar ein Muss.
Über die Darreichungsform lässt sich die Dauer der Wirkung eines Medikamentes erfolgreich beeinflussen. Herkömmlichen Arzneien für die Augen können so zumindest einige Stunden auf der Hornhaut oder der Bindehaut haften bleiben. Als Faustregel gilt: Je dickflüssiger die Arznei, desto länger hält sie sich im Tränenfilm. Die Augentropfen besitzen unter den Medikamenten die kürzeste Verweildauer und müssen deshalb in der Regel mehrmals am Tag eingeträufelt werden. Der Vorteil dieser Form von Augentropfen ist die klare Sicht. Daher eigenen sich diese Augentropfen sehr gut für den Einsatz während des Tages. Die Dauer der Wirkung lässt sich entsprechend steigern, wenn der Arzneistoff nicht gelöst, sondern als feine Körnchen in der Flüssigkeit verteilt ist . Solche Augentropfen müssen vor jeder Anwendung gut geschüttelt werden.
Spezielle Geliermittel machen die Tropfen dickflüssiger. Diese Art von Arzneien nennt man Augencremes oder Augensalben. Der Vorteil ist, dass sie ihre Wirkung recht lange behalten, aber leider auch vorübergehend den Blick trüben. Daher eignen sich diese Arzneien vor allem für die Nacht. Die beiden Darreichungsformen unterscheiden sich in erster Linie durch ihren Wasseranteil. Cremes enthalten mehr Wasser als Fett, bei Salben ist es umgekehrt. Je höher der Wasseranteil ist, umso schneller verfällt die Arznei nach dem Öffnen. So halten Augencremes in der Tube sechs Wochen, Augensalben bis zu sechs Monate nach Anbruch. Konservierte Augentropfen im Fläschchen sind einen Monat, unkonservierte Einzeldosen 24 Stunden haltbar.
Einzeldosen sind unkonserviert und praktisch, wenn man sie nur ab und zu braucht. Träger von Kontaktlinsen sollten unbedingt nur diese Art der Arznei wählen, weil die Konservierungsstoffe sich ansonsten in die Linsen einlagern und sie eintrüben können. Alle Augenarzneien müssen steril sein, da das kranke Auge gegenüber Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen besonders empfindlich ist. Deshalb sollte bei bereits benutzten Packungen immer große Vorsicht geboten sein. Das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum gilt nur für ungebrauchte Arzneien. Es empfiehlt sich daher, das Datum des Anbruchtages auf der Verpackung zu vermerken, um sicherzustellen, dass man die Augentropfen nicht zu lange nach Anbruch verwendet.