Das „oh ton-ensemble“ Oldenburg.
Das oldenburgische Staatstheater versteht sich als ein Ort des klassischen wie des zeitgenössischen Musiktheaters. Doch was bedeutet „zeitgenössisch" in einer Kunstform, die von der Pflege eines zu größten Teilen über hundert Jahren Repertoires besteht.
In der Reihe „oh ton-ensemble" setzt sich das Staatstheater Oldenburg mit dieser Fragestellung auseinander und bringt Stücke zur Aufführung, die abseits der traditionellen Opernkonventionen neue Wege beschreiten – sei es in musikalischer Hinsicht, an ungewohnten Spielorten, mit Konzepten an den Schnittstellen zu anderen Künsten oder auch mit neuen Formen der szenischen Umsetzung. Zumeist handelt es sich dabei um Uraufführungen von Werken, die als Auftragswerk des Staatstheaters Oldenburg entstanden. Mit „Augenmusik – Konzert im Dialog" beschreitet auch dieses Jahr das Staatstheater Oldenburg wieder solche Wege.
Man hört Musik. Aber kann man Musik auch sehen? Das „oh ton-ensemble" aus Oldenburg ist fest davon überzeugt und präsentiert ein Programm, in dem das Sehen eine fast ebenso große Rolle spielt wie das Hören. Hier verbindet sich die Faszination neuer und mitunter fremder Klänge mit dem Erlebnis ihres Entstehungsprozesses.
Ungewöhnliche Instrumente kommen als Klangquelle ebenso zum Einsatz wie Alltagsgegenstände und Musiker werden mit überraschenden Aktionen und Spieltechniken zu erleben sein. Wenn man so möchte, orientiert sich das „oh ton-ensemble" an der „Musique concrète".
Damit ist eine Musikrichtung gemeint, bei der Klänge aus Natur, Technik und Umwelt aufgenommen und durch Montage, Schnitt, Veränderung der Tempi und andere elektronische Verfahren verfremdet werden. So entstehen Klangwelten jenseits konventioneller Hörgewohnheiten, die „so ein bisschen an Stockhausen erinnern".
Das „oh ton-ensemble" hat Werke von Alvin Lucier (USA), dem Bremer Komponisten Uwe Rasch, Michael Maierhoff, Jérome Joy (Nantes), Gerhard Stäbler und Robin Hoffmann einstudiert, die auf unterschiedliche Weise das Sehen und das Hören thematisieren. Dabei kommen Videoprojektionen, Tongeneratoren, vorproduzierte Klänge von CD und natürlich die vier Instrumente Flöte, Saxofon, Klavier und Schlagzeug zum Einsatz.
Mit diesem Konzert startet das gastgebende „oh ton-ensemble" nach der Sommerpause die Reihe „im dialog". Für dieses außergewöhnliche Programm hat es in Oldenburg mit der Passage im Lambertihof einen außergewöhnlichen Ort gefunden und lädt dorthin zum Hören und Sehen ein.
Das „oh ton-ensemble" spielt mit: Keiko Murakami – Flöte, Mark Lorenz Kysela – Saxophon, Jieun Jun – Klavier und Michael Pattmann – Schlagzeug.
Wer Lust hat, bereits vor dem Konzert das Programm näher kennenzulernen ist eingeladen, am 3. Oktober an einer „Hörwerkstatt" mit dem Komponisten Michael Maierhoff und dem Ensemble teilzunehmen. Anmeldung unter: info@ohton.de oder telefonisch 04 41-776 736.