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Aufstand! der nichtsnutzigen Textilien rag revolution

Autor: ENGELKULTURPR | Erstellt am: 08.02.2011 | Gelesen: 652
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Internationales Ausstellungsprojekt zur textilen Gegenwartskultur

Marja Scholten-Reniers: Protest 2, Stickerei auf Stoff, 2010
Marja Scholten-Reniers: Protest 2, Stickerei auf Stoff, 2010
Die vertretenen Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Untersuchungen und Standpunkte zur textilen Kultur der Gegenwart. Sie beziehen sich dabei auf jene Themenkomplexe, die die Wahrnehmung und den Gebrauch von Textilien bestimmen: Konsum, Ästhetik, Recycling und allgemeine Reflexion.

Ausgewählt wurden die Arbeiten von einer Fachjury aus über 200 Bewerbungen aus Deutschland, der Schweiz, England, Frankreich und den USA.

Der Titel verweist gezielt auf die „entzogene" Nützlichkeit, aber auch auf die Umnutzung des Materials. Die Ambivalenz von Wertlosigkeit und Widerständigkeit, von Passivität und Aktivität wird dabei durch den Doppelsinn des Wortes „Nichtsnutzigkeit" – Unbrauchbarkeit oder Frechheit? – augenfällig. Ein entschiedener, nachhaltiger „Aufstand!" der so bearbeiteten Objekte in unserer beschleunigten Konsumwelt erscheint aus diesem Blickwinkel geradezu unausweichlich.

Hintergrund dieser Betrachtungsweisen ist die künstlerische Revision und Umdeutung von Gegenständen und Materialien, die Anfang des 20. Jahrhunderts in die Kunstwelt Einzug hielt und mit einer Erweiterung des Kunstbegriffs einherging. In diesem Sinne forderte 1918 Raoul Hausmann, der radikale Propagandist der Dadaisten, den zumeist gebrauchten und damit wertlosen „Dingen und Materialien ihren Nützlichkeitscharakter zu entziehen". So fanden Alltagsgegenstände etwa bei Marcel Duchamp und Kurt Schwitters ihren Weg in die bildende Kunst, und die etablierten klassischen Gattungs-grenzen sowie das herkömmliche Verständnis vom künstlerischen Werkprozess wurden in Frage gestellt und neu gedeutet.

Seitdem ist die Beschäftigung mit Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs, mit Fundstücken und recycelten Materialien und die damit verbundene ästhetische Ent- und Umnutzung in den Künsten fest etabliert.

Die Ausstellung „Aufstand! der nichtsnutzigen Textilien" wird realisiert im Rahmen des Kooperationsprojektes „textour 2011", das der workshop hannover e.v. gemeinsam mit der Handwerksform Hannover und anderen Institutionen durchführt. Das ETN (European Textile Network) und die Fachzeitschrift Textilforum begleiten das Vorhaben. Die Ausstellung wird von der Region Hannover, dem Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover und AHA gefördert.

Im Anschluss an „Aufstand! Der nichtsnutzigen Textilien" am 18. März eröffnete Ausstellung mit dem Titel „Körperhüllen" in der Handwerksform das Projekt, das von weite-ren Veranstaltungen im Ausstellungszeitraum begleitet wird.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Termine im Rahmen der „textour 2011"

Samstag, 19. März, ab 13 Uhr
show & tell
Patchworktreffen, Ort: workshop hannover e.v.

Dienstag, 22. März 2011, 19 Uhr
"Gibt es heute noch Lumpen? –
Zur aktuellen Bedeutung eines marxistischen Begriffes"
Ateliergespräch mit Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse
Veranstalter: Dritte Welt Forum, Ort: Kunsthalle Faust

Donnerstag, 24. März 2011, 19 Uhr
"Altkleider nach Afrika: Jobkiller oder Businesswunder?"
Diskussion mit Friedel Hütz-Adams (Südwind-Institut) und Andreas Voget (fairwertung)
Veranstalter: Dritte Welt Forum, Ort: Kunsthalle Faust

Freitag, 25. März, 14-17 Uhr
4. Designfreitag Hannover, Symposium (verbindliche Anmeldung erforderlich)
Veranstalter: Handwerksform Hannover und Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk Niedersachsen e.V.
Ort: Handwerksform Hannover

Donnerstag, 7. April, 16.30 Uhr
„Stoff mal anders" – Textilien im Hochwasser- und Küstenschutz
Vortrag von Dr. Ing. Bärbel Koppe, aquadot
Veranstalter: Dritte Welt Forum, Ort: Franzius-Institut der Leibniz Universität Hannover

Führungen in der Handwerksform Hannover: 30. März /13. April, jeweils 16.30 Uhr

Öffnungszeiten:
workshop hannover e.V.: Mo-Fr 10-13 Uhr, Mo, Di, Do 16-18 Uhr
Kunsthalle Faust: Do und Fr 16-20 Uhr, Sa und So 14-18 Uhr
Handwerksform Hannover: Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr

Der workshop hannover e.v. wurde 1971 von Künstlerinnen und Künstlern nach dem Vorbild der holländischen Kreativitätszentren gegründet. Hier bieten Künstlerinnen und Künstler Kurse für Erwachsene an, führen soziokulturelle (Kunst-) Projekte durch und veranstalten Ausstellungen. Die Werkstatt- und Ausstellungsräume befinden sich im Kulturzentrum Pavillon in Hannover.

Kathrin Symens
 
 
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