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Aufreger auf dem Oktoberfest - wo ist die Strasssteinkette von Swarovski?

Autor: L. Christensen | Erstellt am: 11.09.2010 | Gelesen: 763
Kategorie: Lifestyle - Mode & Schmuck | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Zum Unterschied von Zufall und Schicksal

Die Strasssteinkette von Swarovski - Aufreger auf dem Münchner Oktoberfest
Die Strasssteinkette von Swarovski - Aufreger auf dem Münchner Oktoberfest
Am 18. September beginnt das Münchner Oktoberfest. Und ich muss ehrlicher Weise gestehen, dass ich seit zwei Wochen die Tage bis zum Startschuss rückwärts zähle. Denn der Beginn des Münchner Oktoberfests bedeutet für mich zum einen, dass ich meinen stressigen Studienalltag für ein verlängertes Wochenende unterbrechen werde, und zum anderen bedeutet es ein Wiedersehen mit Tony und Ellen aus New York.

Tony und Ellen habe ich auf der Wiesn im vergangenen Jahr kennengelernt. Genauer gesagt in dem Wiesn Fundbüro. Und man kann die Begegnung mit ihnen getrost in die Kategorie „purer Zufall" einordnen. Denn wer ein Fundbüro betritt, muss entweder etwas verloren oder etwas gefunden haben und so was passiert ja eher selten. Wie es der Zufall wollte standen die beiden neben mir, als mir ein Mitarbeiter des Fundbüros gerade die schlechte Nachricht überbrachte, dass bedauerlicher Weise keine Kette, auf die meine Beschreibung passt, in den letzten Stunden abgegeben wurde. Ich musste die Beschreibung drei Mal wiederholen, denn der Mitarbeiter des Fundbüros musste unerhörter Weise einen in der Krone haben, oder er hatte einfach nur was mit den Ohren. Richtig, eine Kette, mit unterschiedlich farbigen Strasssteinen von Swarovski, keine zwei Wochen alt, gekauft beim Online-Shop www.gogoritas.com. Die Rechnung kann ich bei Bedarf nachreichen. So weit so gut.

Als ich die korrekte Aufnahme der Beschreibung meiner Kette innerlich als Teilerfolg verbuchte, legte ein junge Frau, die, wie sich später herausstellen sollte Ellen hieß, die Kette auf den Tresen und teilte einem Kollegen in radebrechendem Deutsch mit, dass sie eine Kette gefunden habe und sie abgeben wolle. Meine Augen wurden natürlich sofort größer, als ich meine Kette sah und wiedererkannte. Nachdem der Sachverhalt geklärt war und mein Besitzanspruch vom Fundbüro anerkannt worden war, wollte ich Ellen und dem stillen Mann an ihrer Seite danken, indem ich ihnen einen Finderlohn geben wollte. Aber Ellen lehnte dieses Angebot empörend ab und sagte, für sie wäre es eine Selbstverständlichkeit etwas Gefundenes abzugeben, ohne dafür eine Belohnung zu erwarten. Im Hintergrund stand der junge Mann, und flüsterte Ellen etwas zu, was sie mit einem Lächeln im Gesicht mir gegenüber wiederholte. Sie meinte, ich könne die beiden auf eine Maß Bier einladen, dann wären wir quitt.

Gesagt, getan. Wir gingen also über die Theresienwiese und suchten nach einem Festzelt, das noch Gäste aufnehmen und bewirten konnte. Meine Freundinnen Nina und Melli waren an dem Abend meine Begleiterinnen und hatten wegen mir schon viele Gefühlsschwankungen mitmachen müssen. Zuerst frivol und voller Elan, dann, nach Verlust der Kette, betrübt und unglückselig und nun wieder aufgekratzt und bester Laune. Als wir das Festzelt betraten war es laut und zum Bersten voll. Wir stimmten in das wilde Geschunkel ein, und stemmten kurze Zeit später die erste und nicht die letzte Maß des Abends. In der Bierseligkeit lernten wir uns alle besser kennen. Einen kleinen Stich versetzte es mir schon zu sehen, wie natürlich und ungezwungen Ellen und Tony miteinander umgingen, denn ich muss ehrlicher Weise gestehen, dass mir Tony auf Anhieb mehr als sympathisch war. Als mir die beiden dann aber eröffneten, dass sie Geschwister seien, machte mein Herz einen kleinen Freudensprung. Meine ersten vorsichtigen Annäherungsversuche wurden von Tony im Laufe des Abends glücklicher Weise erwidert. Wir verstanden uns auf Anhieb so gut, dass wir das vergangene Jahr über den Kontakt nie abbrachen und uns für das diesjährige Oktoberfest verabredet haben.

Nachdem dieses Jahr so quälend langsam verstrichen ist, wird es Zeit, dass ich vor allem Tony ein kleines Erinnerungsstück von mir mit nach New York gebe. Da ich weiß, dass Tony gar keinen Schmuck trägt, gebe ich ihm ein Duplikat meiner mit Strasssteinen besetzten Kette mit. Vielleicht kann man das als Zeichen sehen, dass unsere Begegnung nicht nur Zufall war, sondern vielleicht sogar Schicksal.
 
 
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