Wer kennt sie nicht, die emotional aufgeladenen Situationen in einem Streitgespräch, die ungeklärten Vorwürfe in einer Beziehung, die nie wirklich thematisiert werden, die Missverständnisse in der Kommunikation mit Kollegen oder Mitarbeitern. Ehrlich gesagt: Wer ist schon fair , wenn es um die Wahrung der eignen Interessen geht? Scheinbar unüberbrückbare Differenzen tun sich auf. Aber die Frage ist, wie zum wohle aller Beteiligten in Kommunikationssituationen eine Lösung gefunden werden kann.
Gewaltfreie Kommunikation lernen, das ist eine alternativer Weg um die gar nicht so hohe Kunst der Kommunikation zu lernen. Die Gewaltfreie Kommunikation basiert auf dem Prinzip der Empathie, denn nur wer mit seinem Gegenüber emotional in Resonanz kommt, kann effektiv auf dessen Gefühle und Bedürfnisse reagieren.
Der Gründer der GfK, wie die gewaltfreie Kommunikation genannt wird, Marshall B. Rosenberg, hatte durchaus idealistische Prämissen, was Kommunikation angeht. Er nimmt an, dass Menschen die empathische Verbindung zu ihren Mitmenschen suchen. Die Form, in der miteinander kommuniziert wird, glaubt er weiter, ist entscheidend dafür, ob man auf jemand empathisch eingehen kann und dessen und die eignen Bedürfnisse und Wünsche artikulieren kann. In der Tradition der klientenzentrierten Gesprächstherapie, die von Carl Rogers entwickelt wurde, steht auch die GfK. Rosenberg glaubt, dass wir an einem ehrlichen Austausch mit den Mitmenschen interessiert sind und bereit, für diese Dinge zu tun, wenn die entsprechenden Gesprächsbedingungen erfüllt sind. Nicht umsonst ist es sinnvoll, z.B. anfragen als Bitte zu formulieren und nicht als Forderung zu stellen. Die GFK kann helfen, empathisch zuzuhören und die Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen, die hinter möglichen Konflikten stehen. GfKi st ein Weg hin zu win – win – Situationen, in der Partnerschaft, im Kollegenkreis, der Familie, aber auch in größeren zusammenhängen wie Therapie, Diplomatie, in internationalen Konfliktsituationen. Zahlreiche Coaches haben die GfK in ihr Programm aufgenommen – damit friedvolle Wege des Kommunizierens verbreitet werden.
Andreas Mettler