DNA des Standortes
Es geht um das Bild des Standortes in der öffentlichen Wahrnehmung, gewissermaßen um den DNA-Abdruck eines StandortesDie Entwicklung einer Standortbilanz bietet Anlass und Gelegenheit in sich zu gehen, um herauszufinden, wofür der Standort steht, dass der Standort gewissermaßen seine DNA identifiziert. Dazu muss eine Antwort auf die Frage gefunden werden: was macht den Standort aus ? Anders als bei einem Produktmanager, der über umfangreiche Unterlagen verfügt, um für sein Produkt aus dem Stand heraus mit allen nur denkbaren Details Stärken, Schwächen oder Konkurrenten benennen zu können, ist dies für einen Standort mit seinen vielen Facetten ungleich schwieriger.
Die Gefahr für einen Standort, ein schlechtes Image angeheftet zu bekommen, ist nicht zu unterschätzen (Beispiel Frankfurt: Bankenstadt mit unerschwinglichem Wohnraum, Hauptstadt des Verbrechens usw.). Mit Hilfe der ausgewogenen und anhand von konkreten Bewertungen nachvollziehbaren Darstellung einer Standortbilanz wäre ein wichtiger Schritt getan, um einem gegebenenfalls verzerrtem Image entgegen zu wirken. Fremd- und Eigenbildanalysen dienen als Grundlage zur Entwicklung eines angemessenen und bedürfnisgerechten Leistungsspektrums des Standortes wie auch zur Feststellung genutzter und ungenutzter Potentiale. Dabei werden entsprechende Markt- und Leistungsprofile aus der Sicht des eigenen Standortes erstellt und diese mit analogen Profilen aus der Sicht der ortsansässigen bzw. ansiedlungswilligen Unternehmen verglichen.
(Vgl. umfangreiche Studien-Übersicht:)
Innenbetrachtung des Standortes |
| Von-Außen-Betrachtung des Standortes |
Wie beurteilen Standortakteure sich selbst und ihre Umgebung ? |
| Welche Anforderungen stellen Investoren, Ansiedler, Neubürger u.a. ? |
Eigenbilderhebung - wer sind wir und was wollen wir: welche Qualitäten und Haltungen will man selbst intern und extern widerspiegeln ? wo liegen nach eigener Meinung besondere Stärken bzw. Schwächen ? sollte der Standort sein Leitbild, seine Identität ändern ? wo liegen nach eigener Meinung in den nächsten 5 Jahren die größten Chancen bzw. Risiken ? welche Botschaften sollte der Standort an sein Zielpublikum kommunizieren ? welche Zielgruppen und Segmente sind für die Zukunft besonders wichtig ?
Fremdbilderhebung - wie stehen wir aus der Sicht Dritter bzw. des Zielpublikums da: wie wird das Leistungsprofil des Standortes gesehen, wie die Leistungsprofile konkurrierender Kommunen ? wo ergeben sich beim direkten Vergleich Diskrepanzen ? was sind die Gründe hierfür, welches sind die Auswirkungen ? nach welchen wesentlichen Kriterien wählen die Firmen ihre Standorte aus ? wie wird der Standort in diesen Kriterien im Vergleich zu anderen Standorten bewertet ? wo liegen derzeit und zukünftig welche Erwartungen der Firmen ? wie werden diese Erwartungen erfüllt ?
Weiterführende Informationen u.a. im Rahmen von Standort-Publikationen, beispielsweise Becker, Jörg: Standortmarketing mit Qualitätsprofilen – Ampel-Anzeigen und Profil-Portfolios, 2009; ISBN 978 3 8370 9704 7.
Dipl.Kfm. Jörg Becker
(www.beckinfo.de)