Lastres und die Sierra del Sueve in Asturien
Die Regierung Asturiens hat eine aktive gestaltende Rolle bei der nachhaltigen Tourismusentwicklung übernommen. Grundlage dafür ist das Konzept einer Tourismusentwicklung im Rahmen der asturischen Strategie für eine nachhaltige Entwicklung. Asturien ist heute ein Beispiel für eine weitgehend gelungene nachhaltige Entwicklung im Tourismus.Asturien
Das Fürstentum Asturien (Principado de Asturias) ist eine autonome spanische Provinz an der Atlantikküste im Nordwesten der iberischen Halbinsel. Im Westen grenzt Asturien an Galicien und im Osten an Kantabrien. Die rund 1,1 Mio. Einwohner leben auf einer Fläche von 10.604 km². Die Bevölkerungsdichte ist mit 101 Einwohnern pro km² relativ gering. (Zum Vergleich: NRW 528 und das Saarland 404 Einwohner pro km²) Die Gebirgsregionen, die Asturien von Ost nach West durchziehen, sind sehr dünn besiedelt. Die Hauptstadt Asturiens ist Oviedo mit 212.000 Einwohnern. Weitere größere Städte sind die Hafenstadt Gijón (274.000 Einwohner) und die Industriestadt Avilés (84.000 Einwohner).
In Asturien hat sich seit dem Ende der Franco-Diktatur und nach der Integration in die Europäische Gemeinschaft ein tiefgreifender soziokultureller Wandel vollzogen, der eine Wertevielfalt und neue Lebensstile hervorgebracht hat. Damit verbunden ist auch die Entwicklung hin zu einer touristischen Dienstleistungsorientierung.
Touristische Rahmenbedingungen in Asturien
Asturien war bis in die 1980er Jahre wirtschaftlich geprägt durch die Landwirtschaft und den Kohlebergbau. Heute ist Asturien weniger durch seine Industriebrachen bekannt, sondern durch sein Markenzeichen als „Asturien das Naturparadies". Der Bedeutungszuwachs des Tourismus brachte es mit sich, dass die Bewusstheit für die natürlichen touristisch nutzbaren Ressourcen seit dem Niedergang des Bergbaus zugenommen hat. In jüngster Zeit werden auch die Industriebrachen touristisch bedeutsam. Asturien ist seit 2007 Teil der Europäischen Route der Industriekultur.
Die touristischen Rahmenbedingungen in Asturien haben sich in den zurückliegenden Jahren wesentlich gebessert. Zu den sozio-politischen Rahmenbedingungen der Tourismusentwicklung in Asturien gehört eine tourismusfreundliche Gesetzgebung. Die Regierung des Fürstentums hat mit ihrem Tourismusgesetz von 2001 und zahlreichen Dekreten zu Einzelaspekten der Regulierung und Ausrichtung des Tourismus eine aktive gestaltende Rolle übernommen. Grundlage dafür ist das Konzept einer nachhaltigen Tourismusentwicklung im Rahmen der asturischen Strategie für eine nachhaltige Entwicklung. Asturien ist heute ein Beispiel für eine nachhaltige Tourismusentwicklung. Dazu haben die touristischen Rahmenbedingungen entscheidend beigetragen.
Vereinfachte Einreisebestimmungen innerhalb der Europäischen Union und die Währungsunion haben zur Verbesserung der sozio-politischen und ökonomischen Bedingungen für den Tourismus in Asturien beigetragen. Unterstützt durch die Europäische Union wurde die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut und die touristische Infrastruktur verbessert (Informationsstellen, touristisches Transportwesen, Wander- und Radwegenetz, Museen und Erlebnisparks). Auch die Qualifizierung von Fachkräften der Tourismuswirtschaft wurde intensiviert und die Förderung zur Gründung von innovativen touristischen Unternehmen ist in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut worden. Asturien gilt darüber hinaus als ein gastfreundliches und sicheres Reiseziel.
Eine wichtige Veränderung der touristischen Rahmenbedingungen in Asturien geht einher mit der Verbesserung der Anreisemöglichkeiten auf dem Luftweg. Preiswerte Flugverbindungen nach Asturien und zu den nahe gelegenen Flughäfen der Nachbarprovinzen sind inzwischen aus allen deutschen Regionen verfügbar.
Die touristischen Akteure in Asturien
Träger der Destinationsgestaltung in Asturien sind öffentliche und private Akteure der touristischen Dienstleistungskultur. Das Ministerium für Kultur und Tourismus des Fürstentums ist die politische Instanz für die Entwicklung der Destination Asturien. Die Sociedad Regional de Turismo (SRT) fungiert als Durchführungsorganisation der asturischen Tourismuspolitik. Sie ist als Unternehmen organisiert, in dem die privaten und öffentlichen touristischen Akteure zusammenarbeiten. Eine enge Abstimmung erfolgt mit der nationalen Ebene der Tourismuspolitik. Für das Auslandsmarketing touristischer Destinationen ist in Spanien vorrangig das nationale spanische Fremdenverkehrsinstitut (Turespaña) zuständig. Es verfügt über ein Netz von Fremdenverkehrsbüros, die den spanischen Botschaften und Konsulaten angeschlossen sind.
Die privaten touristischen Akteure in Asturien sind in einer Vielzahl von Vereinen und Verbänden organisiert. Auf lokaler Ebene der Städte und Landkreise entstanden in den vergangenen Jahren ebenfalls neue Zusammenschlüsse und Kooperationen. Insgesamt ist die touristische Akteurslandschaft in Asturien ein komplexes Beziehungs- und Netzwerkgefüge, das zur Gestaltung der Destination Asturien als touristisches Zielgebiet beiträgt.
Bei der mittelfristigen strategischen Planung der Destinationsgestaltung in Asturien haben sich die touristischen Akteure auf eine Weiterführung und Vertiefung der Strategie für eine nachhaltige Tourismusentwicklung festgelegt. Der Tourismus stellt auch in den kommenden Jahren eine tragende Säule für die Sicherung von Wohlstand und die Generierung von Arbeitsplätzen dar. Asturien strebt die Marktführerschaft für naturnahen Tourismus in Spanien an. Eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit den benachbarten Provinzen zur touristischen Vermarktung des „Grünen Spaniens" und des Jakobswegs gehören zu den Schwerpunkten der Destinationsgestaltung in den kommenden Jahren.
UNESCO-Biosphärenreservate
Etwa ein Drittel der Fläche Asturiens ist geschützte Natur. Die Naturräume von Redes, Somiedo, Muniellos, Oscos-Eo und der Nationalpark Picos de Europa gehören zum UNESCO Welterbe. Ziel ist, ein zusammenhängendes großräumiges Gebiet der nordspanischen Bergwelt als Erbe der Menschheit unter internationalen Schutz zu stellen.
Die Ausweisung von Biosphärenreservaten erfolgt durch die UNESCO, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. In Biosphärenreservaten werden beispielhafte Konzepte zu Schutz, Pflege und Entwicklung von einzigartigen Naturräumen erarbeitet und umgesetzt.
In der Praxis bieten die Reservate der lokalen Bevölkerung in Asturien die Möglichkeit, auf regionaler Ebene und mit globalem Bezug eine nachhaltige Entwicklung umzusetzen und damit zur Erhaltung der ökologischen Vielfalt beizutragen.
Die Anzahl und Größe der Biosphärenreservate in der kleinen Provinz Asturien ist einzigartig in Europa. Möglich wurde die Ausweisung durch die Strategie der nachhaltigen Entwicklung in Asturien, insbesondere im Bereich der nachhaltigen Tourismusentwicklung. Sie hat wesentlich zur Akzeptanz und zur aktiven Mitwirkung der Bevölkerung in den Biosphärenreservaten beigetragen. Mehr zu Asturien im Internet
www.asturien.net
Über den Autor
Ralf Pochadt, Jg. 1960, Diplom-Betriebswirt, Weiterbildungsstudium Arbeits- und Organisationspsychologie und Psychologie sozialer Prozesse, Master of Arts (M.A.) in Soziologie: Individualisierung und Sozialstruktur. Seit 1999 Berater für integrale Organisationsentwicklung mit den Schwerpunkten Potenzialberatung und Touristik-Marketing.
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Ralf Pochadt, Oberstraße 131, D-53859 Niederkassel, Tel.: 0049 (0)2208 / 91 43 45
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