(Online-Artikel.de) - Für das Jahr 2007 wurden Vorhersagen von Astrologen, Hellsehern und Wahrsagern wissenschaftlich untersucht.
Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften (GWUP) hat auch für das Jahr 2007 wieder Vorhersagen von Astrologen, Wahrsagern und Hellsehern unter die Lupe genommen. Es ging darum festzustellen, wie zuverlässig solche Vorhersagen sind. Die beste Methode, dies herauszufinden ist, am Ende eines Jahres zu prüfen, ob und welche Prognosen, die konkret für das angelaufene Jahr gemacht wurden, eingetroffen sind.
Insgesamt wurden von einem Mathematiker 185 Vorhersagen überprüft. Die große Mehrheit erwies sich als krasse Fehlprognose von teils sehr prominenten Astrologinnen und Astrologen. So versprach beispielsweise ein Astrologe aus Freiburg, dass er bei Prognosen zum DAX (Deutscher Aktienindex) zwischen 46 und 86% richtig liegen würde. 2007 lag er allerdings mit gerade einmal 26% weit daneben. Auch bewahrheitete sich nicht, dass 2007 Cannabis legalisiert werden würde oder der Euro abgeschafft werden würde. Auch mit der Terrorangst machen Astrologen oft ein Geschäft. So sollte es 2007 einen gigantischen Terroranschlag in den USA mit mehreren Millionen Toten geben.
Voll daneben lag auch eine Wahrsagerin, die in der Fernsehsendung "Galileo Mystery" (Pro7) auftrat. Von fünf dort gemachten Aussagen, die sie für den 5. Juni bis 5. Juli vorhersagte, wurden drei überprüft. Danach war eine Fußverletzung bei Cherie Blair, der Ehefrau des früheren englischen Premierministers Tony Blair, ebenso falsch wie die Prognose von Fußballkrawallen bei einem Meisterschafts- oder Pokalspiel in Bayern. Solche Spiele fanden in besagtem Zeitraum gar nicht statt. Auch absurde Prognosen wurden für 2007 gemacht. So sollte es eine Ufo-Landung in Washington geben und die Entdeckung eines Riesenaffen wie King Kong in Costa Rica. Die Moskauer werden froh sein, dass die die Vorhersage dass der Kreml in Flammen stehen würde, sich ebenfalls nicht bewahrheitet habe.
Aber es gab auch Treffer: Eine kanadische Astrologin prophezeite für 2007 den Tod von Luciano Pavarotti. Um den Tod alter oder kranker Menschen vorherzusagen braucht es allerdings keine besonderen hellseherischen Fähigkeiten. Hinzu kommt, dass die Astrologin mehrere weitere Menschen auf ihrer „Liste" hatte, die zum Glück allesamt noch leben, trotz der Prognose der Astrologie.
Das Fazit der Untersuchungen: Die große Mehrheit der untersuchten Fälle ergab deutliche Falschprognosen. Wenn Vorhersagen sich als wahr herausstellten, dann handelte es sich immer um Fälle, die ohnehin sehr wahrscheinlich waren (z.B. „kriegerische Auseinandersetzungen im Nahen Osten für 2007") oder die äusserst schwammig formuliert waren wie „eine große Hochzeit von einem sehr bekannten Paar" (allerdings war es offenbar nicht wie von einer Hellseherin prognostiziert Prinz Albert II. von Monaco). Auf Vorhersagen der
Esoterik etwas zu geben, ist also ein sehr gewagtes Unterfangen.
Eckart Haase