Wer jemals in einer wichtigen Frage einen Astrologen konsultiert hat, war sicher überrascht über die offensichtlichen Kenntnisse der eigenen Lebenswirklichkeit. Nicht so, als ob er uns ausspioniert und unsere tiefsten Geheimnisse ans Tageslicht fördern würde, nein. Er oder sie erkennt offenbar nach reiflicher Betrachtung unseres Geburtshoroskops, was unsere Grund-Themen sind. Wie ist das Verhältnis zum Vater und bei Söhnen, damit die Beziehung zur eigenen Männlichkeit. Da schaut der Astrologe nach den Aspekten und der Hausstellung der Sonne, die traditionell für den Vater steht.
Analog dazu wird die Stellung des Mondes im Horoskop u.a. dazu benutzt Aussagen über die Mutter machen zu können. Der Mond steht für das Weibliche, Annehmende und für die Welt der Gefühle. Das Zeichen in dem der Mond zuhause ist, sagt etwas darüber aus, wie und wo sich die Person emotional wirklich zuhause fühlt. Und wer hat in der Welt der Gefühle traditionell mehr zu bieten als die Mütter? Und wenn das Verhältnis zur Mutter belastet ist oder war, wird dies im Horoskop immer zu sehen sein. Oder wenn wir wegen einer Partnerschafts-Problematik den Astrologen aufsuchen und er sich beide Horoskope ansieht, wird er immer auf die Stellung von Mond und Venus schauen.
Auch wenn Venus, die in Beziehungen dafür steht, wie man sich eine Liebesbeziehung vorstellt, harmonische Aspekte zur Venus des Partners aufweist, so ist doch die Zeichenstellung der beiden Monde von exorbitanter Bedeutung. Haben wir hier eine Person mit einem ganz sensiblen Mond in einem Wasserzeichen, wie Krebs oder Fische und haben da einen Partner mit einer Luftbetonung, also Mond in der Waage, Zwilling oder im Wassermann, so wird man mit ziemlicher Sicherheit sagen können, dass die beiden sich emotional beim Anderen überhaupt nicht einklinken können. Das ist besonders tragisch, wenn die beiden vielleicht auf sexuellem Gebiet eine sehr starke Anziehung erleben, aber ganz tief in ihrer Seele beim Anderen nicht wirklich andocken können.
Wer, begeistert von der Aussagekraft dieser Disziplin jemals
seriöse Astrologie Kurse besucht hat, wird schnell merken, dass man hier nicht im Schnellkurs zum Astrologen befördert werden kann, aber man kann in die Prinzipien dieser Wissenschaft eintauchen und beginnen sich mit den unterschiedlichen menschlichen Temperamenten auseinander zu setzen. Dies ist schon mal ein großer Schritt zum Verständnis des Anderen und seiner Dynamik; denn was man bei der Durcharbeitung der Horoskope ganz schnell mit Verblüffung feststellen muss: „jeder Jeck ist anders", wie der Kölner es so treffend formulieren kann. So wie jeder Mensch eine völlig eigene genetische Programmierung hat, so lässt sich auch im Horoskop die Einzigartigkeit jedes Wesens erkennen. Und das fördert in hohem Maße die Toleranz.
Andreas Mettler