In Zeiten, in denen Rinderwahn, Schweinepest, Dioxin-verseuchte Eier oder auch mit Pestiziden verunreinigtes Gemüse quasi an der Tagesordnung liegen, wird es immer deutlicher: die Prioritäten, die wir bei der Auswahl unserer Nahrung treffen, sollten zu Lasten von möglichst geringen Dumpingpreisen für möglichst große Mengen an Essen (von denen ein Großteil dann hinterher häufig auch noch weggeschmissen wird) und zu Gunsten von hochwertig hergestellten Lebensmitteln aus biologischer Landwirtschaft gehen. Mittlerweile legen zum Glück immer mehr Menschen großen Wert auf die Herkunft ihrer Nahrung, was dazu führt, dass auch immer mehr Landwirte, beziehungsweise landwirtschaftliche Betriebe, umsatteln und auf einen nachhaltigen Produktionsablauf und einen fairen Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur setzen. Besonders die Aufzucht von Tieren, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind oder auch die Produktion von tierischen Produkten, wie Eiern und Milch, wird von vielen Konsumenten ganz genau beobachtet, da hierbei nicht nur die Belange der Menschen, sondern natürlich auch die der Tiere eine große Rolle spielen.
Eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass ein Tier gesund aufwachsen und leben und somit dann auch gesunde Nahrung liefern kann, ist eine artgerechte Tierhaltung. Neben einer artspezifischen, gesunden und gentechnikfreien Fütterung der Tiere, sind es vor allem Dinge wie die Bewegungsmöglichkeit, Bodenbeschaffenheit, die Knüpfung von sozialen Kontakten mit anderen Tieren und natürlich auch die Luft, das Licht und der Lärmpegel, die darüber entscheiden, ob ein Tier gesund und glücklich aufwachsen kann oder eben nicht. Für beispielsweise Rinder bedeutet dies, dass die Weidehaltung einer Stallhaltung in jedem Fall vorzuziehen ist, die vielen Vorteile, die diese Form der Tierhaltung bei korrekter Durchführung den Tieren und den daraus entstehenden Lebensmitteln bietet, sind bereits in zahlreichen Studien wissenschaftlich belegt worden und nicht weg zu diskutieren, doch auch hier gibt es selbstverständlich einige Dinge zu beachten.
So reichen natürliche Schutzmöglichkeiten wie einzelne Bäume oder Sträucher häufig nicht aus, die Tiere vor Witterungseinflüssen zu schützen, ein fester Weideunterstand oder auch
ein Weidezelt aus PVC, welches den großen Vorteil bietet, sich relativ flexibel auf der Weide von einem Ort zum anderen verschieben zu lassen, können hier jedoch Abhilfe schaffen, um den Tieren die Möglichkeit zu bieten, bei Regen, starkem Wind oder auch Hitze, den notwendigen Schutz, beziehungsweise ein Schatten spendendes Plätzchen, zu finden. Gerade bei Hitze ist zudem ein unbeschränktes Angebot an möglichst kaltem Wasser sehr wichtig, wobei darauf zu achten ist, dass nicht nur die ranghöheren Tiere dieses nutzen, sondern auch die schwächeren Tiere die Möglichkeit haben, heran gelassen zu werden. Aus diesem Grunde sollten auch in der Einzäunung spitze Winkel nach Möglichkeit vermieden werden, um zu vermeiden, dass rangniedere Tiere dort von den dominanteren in die Enge getrieben werden können. Und auch kleine Dinge wie beispielsweise Scheuermöglichkeiten in Form von Baumstämmen oder Holzpfählen tragen zur Zufriedenheit der Tiere bei.
Andreas Mettler