Arten des Datenverlusts und Gegenmaßnahmen
Daten sind empfindlich. Spätestens seit den in den letzten Monaten und Jahren immer häufiger vorgekommenen Skandalen um verlorene Datensätze von Regierungen und privaten sozialen Netzwerken und den damit entstandenen Millionenschäden müsste klar geworden sein, was für einen Wert Bits und Bytes mittlerweile haben können. Ob die Urlaubsbilder von Max Mustermann einen hohen materiellen Wert haben, sei dahingestellt. Bei entsprechend wertvollen Daten sollte man aber penibel darauf achten, diese auch entsprechend zu sichern, denn verlorene Daten können, wie bereits erwähnt, einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen.
Arten des Datenverlusts
Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Daten zu verlieren, weswegen es sinnvoll ist, sich über möglichst viele zu informieren, um anschließend Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Eine einfache aber zugleich leider auch seltene Form des Datenverlusts spielt sich ab, wenn eine Software – im üblichen Fall ein Virus, Wurm oder Trojaner – für den Verlust von Datensätzen verantwortlich ist. Besonders in den letzten Jahren hat die Verbreitung von wirklich gefährlichen Varianten dieser Schadsoftware jedoch stark abgenommen, was nicht zuletzt an einem Fokus der Betriebssystementwickler auf die Sicherheit ihrer Programme liegt. Dagegen hilft ein möglichst auf aktuellem Stand gehaltenes Antivirus-Programm, das im Normalfall zuverlässig dafür sorgt, dass auf diese Weise nichts anbrennen sollte. In vielen Fällen sorgt ein Entfernen der bösen Software auch dafür, dass Daten wieder einwandfrei nutzbar sind.
Eine sehr viel größere Gefahr geht von Hardwaredefekten auf, die, je nach Schwere, entweder dafür sorgen, dass einige wenige Daten verloren gehen, oder auch komplette Festplatten ins digitale Nirwana reißen können. Wenn es soweit kommt, müssen entweder spezielle Datenrettungsunternehmen in die Bresche springen – oder auf die Daten verzichtet werden. Wie immer helfen auch hier Präventivmaßnahmen, um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Dazu muss man wissen, wie solche Defekte entstehen.
Festplatte ade
Festplatten basieren seit Jahrzehnten auf derselben Technik. Hier und da gab es Verbesserungen und kleine Veränderungen, im Prinzip unterscheidet eine Festplatte aus dem Jahr 2010 jedoch nichts von einer aus dem letzten Jahrtausend. Im Inneren des Gehäuses der Festplatte werden Daten auf sogenannten Magnetplattern gespeichert. Das sind schnelldrehende, einer kleinen CD ähnlich sehende Scheiben. Über dieser Scheibe befindet sich ein Schreib-/Lesekopf, der die Daten auslesen kann. Ein solcher Platter rotiert normalerweise mit einer Geschwindigkeit zwischen 5.400 und 15.000 Umdrehungen pro Minute; üblich in Privathaushalten und bei Unternehmen, die nicht auf das letzte Quäntchen Geschwindigkeit angewiesen sind, sind 7.200 Umdrehungen. Zwischen Schreib-/Lesekopf und Platter ist ein äußerst dünnes Luftpolsters, das dafür sorgt, dass der Kopf nicht auf die Scheibe auftrifft. In Ausnahmefällen passiert dies aber doch – und dann hat man ein Problem.
Die Folge ist ein sogenannter
Headcrash: Der Schreib-/Lesekopf (der im Englischen schlicht „head" heißt) trifft auf die extrem empfindliche Oberfläche der Scheibe und hinterlässt einen oder mehrere Kratzer, die je nach Dauer der Schleiftätigkeit des Kopfes unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Wobei die Stärke im Grunde genommen gar keine so große Rolle spielt, denn den Daten auf dem Kratzer kann man wohl Lebewohl sagen. Einen sich anbahnenden oder bereits geschehenen Headcrash kann man daran erkennen, dass die Festplatte Geräusche von sich gibt, die normalerweise so nicht auftreten. Hochfrequentes Fiepen und ein schleifender Ton etwa sind gute Indikatoren.
Was nun?
Wie rettet man die verlorenen Daten jetzt? Das Problem als Privatanwender ist, dass man auf eine defekte Festplatte meistens gar nicht mehr zugreifen kann. Das Kopieren wichtiger Daten im Ernstfall scheidet also aus. Wenn man keine Backups seiner Daten hat, wird es ab hier richtig schwer. Eine Lösung könnten Unternehmen sein, die auf moderne Datenrettung spezialisiert sind. Diese Firmen haben jedoch einige Nachteile. Erstens sind diese Dienstleister nicht unbedingt an jeder Ecke anzutreffen; bis man ein geeignetes Unternehmen gefunden hat, kann also ein wenig Zeit vergehen. Zweitens – der größere Nachteil – sind für die Durchführung einer Datenrettung auf wirklich stark beschädigten Festplatten Spezialequipment und extra eingerichtete Räume erforderlich. Das ist kein Nachteil für das Unternehmen, wohl aber für die Kunden, denn diese außergewöhnlichen Gerätschaften wollen natürlich auch bezahlt werden. Unterhalb eines vierstelligen Betrags muss man erst gar keine Hoffnungen hegen, dass man seine Daten jemals wiedersieht.
Es kommt also stark darauf an, wie wertvoll oder wichtig die Daten sind. Wenn man es rein wirtschaftlich betrachtet, macht es keinen Sinn, Daten für 5.000 Euro wiederherstellen zu lassen, die einem aber nur einen kleineren Betrag einbringen würden. Sind es Dateien von ideellem Wert – vielleicht Hochzeitsfotos oder ähnliches – muss man selbst entscheiden, wie viel einem die Erinnerungsstücke wert sind. Die einfachste, kostengünstigste und beste Lösung ist aber noch immer die naheliegendste: Durch regelmäßige Backups aller wichtigen Dateien ist man vor Ausfällen geschützt, sowohl materiell als auch ideell.