Mit der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise ist man wieder zu einer allgemeinen Verschlechterung gekommen. Nachdem sich die Situation am deutschen Arbeitsmarkt in den letzten Jahren deutlich beruhigt hatte, ist es mit der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise wieder zu einer allgemeinen Verschlechterung gekommen. Die massiven Konjunktureinbrüche der vergangenen Monate hatten auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Dass die Grenze von 4 Millionen Arbeitslosen dennoch nicht überschritten wurde, liegt vor allem an zwei Faktoren: Zum einen hinkt der Arbeitsmarkt der konjunkturellen Entwicklung immer hinterher und Abschwung bzw. Aufschwung der Wirtschaft haben ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt immer erst mehrere Monate später. Außerdem – und dies ist der wesentliche Faktor – dämpft der massive Einsatz von Kurzarbeit die Situation sehr stark.
Rein rechnerisch gibt es momentan an die 3,8 Millionen Arbeitslose sowie ca. eine Million Menschen in Kurzarbeit. Würden nur die Hälfte der Menschen, die derzeit Kurzarbeit machen, gekündigt, hätte dies massive Auswirkungen auf die Arbeitslosenstatistik. Da Kurzarbeit und die Zahlung von Arbeitslosengeld aber den Staat ähnlich hoch belasten, ist die Variante Kurzarbeit aus mehreren Gründen die bessere:
Durch Kurzarbeit wird die psychologisch wichtige Zahl der Erwerbslosen verringert und außerdem haben Kurzarbeiter mehr Geld zur Verfügung und stützen dadurch den privaten Konsum deutlich mehr als Arbeitslose. Vor allem letztes ist ein wesentlicher Faktor bei allen Überlegungen die Krise zu überwinden: Der private Konsum ist eine der wichtigsten Stützen jeder funktionierenden Wirtschaft und ist daher kaum durch eine andere Maßnahme zu ersetzen.
Jafeth Mariani