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In Deutschland herrscht ein akuter Mangel an Nachwuchs-Lehrkräften. Wie die Zeitung „Welt" in ihrer Internet-Ausgabe berichtet, gehen der Bundesrepublik trotz etlicher Reformen die Lehrer aus. Aktuellen Berechnungen zufolge geht rund die Hälfte der Pädagogen in nur sechs Jahren in den Ruhestand. Besonders betroffen vom Lehrermangel sind Naturwissenschaften und Sprachen. Daher sucht man in den Ländern händeringend nach neuen Lehrern. Vor allem in den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) herrscht noch immer ein großer Engpass an Lehrkräften, worauf nicht nur der Deutsche Philologenverband wiederholt hingewiesen hat. Aber auch für die Fächer Latein, Englisch und Musik fehlt es an Pädagogen. An dieser Situation konnten auch zahlreiche Reform-Ansätze bislang nichts ändern. Immer mehr offene Lehrerstellen werden deswegen online vergeben, wie z.B. über die Jobbörse
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Bereits vor fünf Jahren hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder hochgerechnet, dass bis 2015 etwa die Hälfte der heute bundesweit beschäftigten 789.000 Lehrer in den Ruhestand gehen soll. Doch hatten die Bundesländer bis Ende 2006 über 16.000 weniger neue Lehrkräfte neu eingestellt, als die KMK erwartet hatte. „Um die heutigen Strukturen zu halten, benötigt man pro Jahr etwa 30.000 neue Lehrkräfte", schätzt Professor Klaus Klemm. „Doch das reicht dann nur, wenn sich diese auch auf die richtigen Fächer verteilen", gibt er zu bedenken. Klemm ist Experte für Bildungsforschung und –planung und leitete bis zu seiner Emeritierung im Sommer 2007 eine eigene Arbeitsgruppe zu diesem Thema an der Universität Duisburg-Essen. Besonders macht ihm der derzeitige Mangel an Lehrern in naturwissenschaftlichen und einigen sprachlichen Fächern Sorgen. „Gerade Studienabsolventen in Chemie, Physik oder Informatik stehen auf konkurrierenden Arbeitsmärkten vor echten Alternativen", nennt er als Grund für die aktuelle Situation. „Für sie bietet die freie Wirtschaft meist lukrativere Stellen und zahlt besser." Nachteile haben in dieser Lage vor allem Berufs-, Real- und Hauptschulen, die mit den Gymnasien um geeignetes Personal streiten.
Zudem beobachtet der Wissenschaftler in jüngster Zeit ein weiteres Phänomen: die Renaissance des Faches Latein. „Vielen Schulen fällt heute schwer, das Fach Latein mit qualifizierten Leuten zu besetzen", so Klemm. Latin hat sich in letzter Zeit wieder zu einem regelrechten Modefach entwickelt. Da dies so nicht vorhergesehen werden konnte, fehlt es an Lehrern für Latein.
Autor: Matthias Kagerbauer