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Aphthen (Aphtosis): Die heimliche Volkskrankheit

Autor: krappitz | Erstellt am: 14.01.2010 | Gelesen: 2509
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Jedes Jahr erkranken in Deutschland vorsichtig geschätzt etwa 250.000 Menschen an Aphthen.

Aphthen (Aphtosis)
Aphthen (Aphtosis)
Bei etwa jedem Vierten führt dies zu einer chronischen Erkrankung, der Aphtosis, umgangssprachlich auch häufig Mundfäule genannt. Statistischen Erhebungen zufolge leiden derzeit über eine Million Menschen in Deutschland, vorwiegend Frauen, unter dieser schmerzhaften Erkrankung.

Die Diagnose ist einfach: kleine weißliche Bläschen mit rötlicher Umgebung im Mundraum, die äußerst schmerzhaft sind und die Nahrungsaufnahme, in manchen Fällen sogar das Sprechen, erschweren. Diese rundlich-ovale Schleimhautläsion, die akut auftritt und meist linsengroß ist, ist ein entzündlicher Schleimhautdefekt auf dem ein weißlicher Belag aus Blutgerinnselfasern (Fibrin) zu erkennen ist.

Da der Mundraum zu den intimsten Bereichen des Körpers gehört, sprechen Betroffene nur ungern von ihrer Erkrankung. Und da Aphthen meist ohne erkennbaren Grund entstehen, gehen die Betroffenen häufig davon aus, dass sie die Folge unzureichender Zahnpflege oder einer Ansteckung sind. Man laboriert also daran herum oder versucht durch häufigeres Zähneputzen der Aphthen Herr zu werden. Dabei ist genau dies der falsche Weg. Denn sowohl die Entstehung von Aphthen als auch ihre Intensität und Dauer können durch Inhaltsstoffe der meisten handelsüblichen Zahnpasten noch gefördert werden. Schuld daran sind Tenside wie z.B. Natriumlaurylsulfat (SDS), also Schäumungs- und Lösungsmittel, wie sie auch in Waschmitteln Verwendung finden.

Dabei ist die richtige Mundhygiene wichtig, um eine Infektion der Aphthen mit Bakterien zu verhindern. Dazu sollte jedoch eine nichtschäumende Zahnpasta verwendet werden, da diese meist frei von Tensiden ist. Der Apotheker kennt hier verschiedene Präparate.

Untersuchungen an der Universitätszahnklinik in Göteborg (Schweden) haben ergeben, dass sich bei der Hälfte aller Betroffenen Aphthen vermeiden lassen, wenn Sie dauerhaft eine medizinische und pflanzliche Zahnpasta benutzen, die pharmazeutisches Orangenöl und den Wirkstoff Glycyrrhizin enthält. Bei den Testreihen, die erstmals schon 2004 von Coli, Jontell und Hakeberg unter dem Titel The effect of a dentifrice in the prevention of recurrent aphthous stomatitis in der Oral Health Prev Dent. veröffentlicht wurden, gaben weitere 25% der Testpersonen eine Verbesserung und Reduzierung der Symptome an. Dieses Therapeutikum ist inzwischen auch unter dem Namen „Sinaftin®" in Deutschland erhältlich.

Die wahren Ursachen von Aphthen liegen aber noch immer im Dunklen. Die wohl häufigste Annahme geht davon aus, dass es sich bei Aphthen um eine Immunreaktion gegen Schleimhautgewebe handelt, welche durch bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Nüsse und Südfrüchte), durch Eisen- oder Vitaminmangel, Hormonschwankungen oder kleinste Verletzungen im Mundraum begünstigt wird. Eine weitere verbreitete Theorie macht Herpes-Viren für die Entstehung von Aphthen verantwortlich. Unbestritten ist, dass Stress oder eine leichte Immunschwäche, ausgelöst z.B. durch einen einfachen Schnupfen, sowie Hormonschwankungen das Auftreten von Aphthen begünstigen.

Aphthen sind definitionsgemäß nichtinfektiöser Ursache, sofern Sie nicht nachweislich auf eine Viruserkrankung, z.B. Varizella-zoster- oder Coxsackie-Viren zurück zu führen sind, und deshalb nicht ansteckend.

In der Regel verschwinden diese kleinen Plagegeister nach etwa 10 bis 14 Tagen ebenso unerklärlich, wie sie aufgetaucht sind. Sollten Sie aber zu der Gruppe der Menschen gehören, die unter chronischen oder wiederkehrenden Aphthen leiden, scheuen Sie sich nicht, Ihren Zahnarzt oder Apotheker zu konsultieren.

Dr. med. dent. Manfred Louis und Peter Krappitz
 
 
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