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Aoun, der falsche Freund oder der wahre Unfreund

Autor: Toma | Erstellt am: 19.02.2009 | Gelesen: 1215
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Der Besuchs von dem libanesischen Ex-General in Syrien

Der Besuch im Oktober 2008 des ehemaligen Erzfeind Syriens in Syrien hatte in Syrien seine Auswirkungen. Ich versuche  in diesem Artikel, diese Auswirkungen ganz besonders auf die christliche Bevölkerung Syriens zu erläutern und zu analysieren. Dieser der 1989 Syrien den Krieg erklärte und als Folge dessen erst alle christlichen Gebiete beherrschen wollte und den innerchristlichen Krieg entzündete, ließ in Folge dessen auch Ostbeirut von der syrischen Armee bombardieren. Er hätte fast den christlichen Widerstand zerschlagen.

Dieser Besuch des X-Generals stellte die syrischen Christen vor einige Fragen, die unbeantwortet blieben. Doch der Besuch ließ Beobachtern feststellen, dass die Christen in Syrien auch vor einer neuen Herrauforderung gestellt wurden und schaffte Situationen, die ihre Auswirkungen in der Zukunft haben.

Der damalige Stabchef der libanesischen Armee erklärte im Jahr 1989 den Krieg gegen die syrische Besatzungsmacht in Libanon und rief zu einem Befreiungskrieg auf. Er selbst fing jedoch erstmal an die patriotischen christlichen traditionellen Kräfte zu bekämpfen und führte einen Krieg gegen die Libanese Forces mit dem Ziel zur Ordnung des christlichen Hauses. Er schwächte damit die militärische Kraft der christlichen Lage und gab Syrien die Gelegenheit Ostbeirut zu erobern. Selbst flüchtete Aoun schnell nach Frankreich und liess viele seiner Anhänger und seine Armee der Gnade der syrischen Armee. Jahre lang wurden seine Anhänger, sowie die Anhänger und Kader der Libanese Forces von der syrischen Besatzungsmacht schikaniert und verfolgt.

Der syrische Geheimdienst motivierte und in einigen Fällen forderte syrisch-christliche Persönlichkeiten auf, sich aktiv an dem Empfang und an den begleitenden Propagandaarbeiten zu beteiligen. Sie ließ sogar massenhaft, Christen für den mit der fundamentalistischen schiitischen Miliz Hisbollah zusammenarbeitenden General auf die Straße gehen.

Der Besuch stellte auch alte neue Fragen, wie sich assyrische Organisationen und überhaupt Christen nun gegenüber dem Baath-Regime in Syrien verhalten sollen. Sollen Sie etwa das Regime gegen die wachsende kurdische Gefahr in Mesopotamien oder gegen die fundamentalistische Muslim-Bruderschaft unterstützen. Nun gar gegen alle Extremisten können wir nicht mehr sagen, da das Regime krampfhaft sich ins undankbare Spiel mit Iran eingelassen hat und nun umso mehr extremistische und gar terroristische Kräfte wir die Hisbollah, Hamas und Volksfront für die Befreiung Palästinas nicht nur Unterschlupf gewährt, sondern auch unterstützt. Die entweder arabistische bzw. islamische Hegemonie in Syrien und in der Region verteidigen, oder auch aus den Ländern des Nahostens islamistische Staaten gründen wollen nach dem Bilde Irans.

Dies würde sicherlich den angeblichen laizistischen Weg der Baath-Partei gefährden und sie auf dem ursprünglichen arabistischen Weg des Arabisch-islamischen Nationalismus.

Ich meine, dass die Christen weder versuchen sollen, sich für die Unterstützung des Regimes zu mobilisieren, was die anderen Kräfte und Völker in Syrien gegen sie hetzen würde, noch das Regime zu stützen, da es sich keine Alternative bis jetzt bietet. Dabei geht es sicherlich nicht um die Loyalität zu dem syrischen Staat, sondern rein um die Beziehung zu der herrschenden Macht und ihre korrupte Apparate.

Die Mobilisierung der Christen in Syrien als solche, für propagandistische Sympathie zu einem Unterstützer der Hisbollah oder für das Regime würde auch eine Mobilisierung der konfessionellen Mehrheit gegen die Christen mit sich bringen. Was sie sicherlich nicht brauchen. Dabei will ich nicht behaupten, dass Fundamentlisten sonst keine Gründe in der Zukunft haben werden die Christen anzugreifen oder dass die syrischen Christen dann auch bei einem politischen Umstürz frei leben werden. So eine Zukunft vermag ich nicht schwarz genug zu malen. Zumal die politische Lage in der Gegenwart auf nicht anderes zu hoffen lässt. Dieser Pessimismus hat sicherlich auch mit der Lage der chaldo-assyrischen Christen im Irak zu tun.

Diese Entwicklungen sind entweder der religiösen Verantwortlichen der Kirchen in Syrien entweder nicht ersichtlich oder sie ignorieren sie. Da der Empfang Aouns und die vorgetäuschte Sympathie, die Christen zu realistischen Gefahren bringen.

Christliche Oppositionelle sprechen darüber, dass Aoun damit nun auch die konfessionelle Sprache in Syrien verstärkte und diese salonfähig machte. Ferner provozierte er auch die sunnitische Lage. Was ist nicht mal im Interesse des Regimes ist. Doch das verkrampfte Halten an der Einmischungspolitik in die libanesischen politischen Geschehnisse, bringt das Regime in einen Teufelskreis, den er nicht zu verkraften vermag.

Diese Politik wird jedoch auch von Analytikern wie der ehemalige libanesische Minister Fouad Petros bewertet, dass das Regime nun doch offiziell bestätigt bei anderen religiösen Minderheiten die Koalitionen zu suchen, die sein Fortbestehen ``garantiere``. Er nimmt sogar an, dass auch mit der Spaltung Syriens durch das Regimes für den Fall, dass er dieses Fortbestehen nicht garantieren kann zu rechnen sei.

Auf die Frage, ob dieser Empfang als eine Entschuldigung des syrischen Regimes zu sehen ist, antwortete der General kurioser weise in seiner Euphorie, dass die Libanesen sich erstmal von den Libanesen entschuldigen sollen, damit wir Damaskus zur Entschuldigung auffordern, was seine Organisation in Verlegenheit brauchte und zur Frustration innerhalb der patriotischen Lage und Opfer der syrischen Phase brachte. Er begründete ferner die Spannung in der syrisch-libanesischen Beziehung mit überregionalen Mächten, die Druck ausüben würde.

Wenn sich nun Aoun zum Sprecher der Ostchristen aufrufen will, so steht es ihm frei. Denn er wurde auch als panarabistischer Held von syrischen Politikern proklamiert. Ich möchte jedoch betonen, dass Aoun niemals der Sprecher der Ostchristen werden kann, da diese sich von seiner Politik und seinen Koalitionen mit extremistischen Kräften distanzieren. Auch die religiösen Führer, die bei ihrer Ausdrucksweise in der Unterstützungspropaganda gar hysterisch übertrieben, ein Frust innerhalb der wachsenden freidenkenden Intellektuelle, christliche Oppositionelle und assyrische Organisationen hervorriefen.

Viele Christen, die es ablehnten sich an dem Empfang und der Propagandaaktivitäten des Regimes zu beteiligen wurden verhaftet.

Raif Toma
 
 
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