Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Anwendbarkeit der 'Rubik Vertraege' im internationalen Steuerrecht

Autor: Aristocrat | Erstellt am: 26.12.2011 | Gelesen: 183
Kategorie: Recht - Gesetz & Steuern | Bewertung: Unbewertet
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Viel publizierte Rubik Vertraege" erschrecken Steueroasen weltweit

Seit dem Umsturz von Panama's selbsternanntem Herrscher, Diktator Manuel Noriega, welcher Anfang Dezember 2011 mit seiner langersehnten Auslieferung an die panamesische Justiz wieder fuer internationale Schlagzeilen sorgte, hat sich die globale Landschaft der Steueroasen drastisch veraendert.

George W. Bush Senior's Schlag im Dezember 1989 gegen eine der weltbekanntesten Steueroasen um einen unangenehmen Mitwisser der fehlgeschlagenen amerikanischen Drogenpolitik der 80er Jahre mundtot zu machen, hat mit der spaeteren aktiven Unterstuetzung des damaligen franzoesischen Ministers fuer Wirtschaft, Dominik Strauss-Kahn 1997 zu einer kompletten Verwandlung der Beziehung von 'onshore' und 'offshore' Laendern gefuehrt.

Als Mitlied und Sprecher der Londoner ITPA (International Tax Planning Association) von 1984-1990, war die Unterscheidung von 'tax evasion' und 'tax avoidance' fuer mich ein beliebtes und ausfuehrlich behandeltes Thema jeder Konferenz.

Die politisch motivierten systematischen Kreuzfahrtzuege gegen die Steuerboesewichte der Welt nahmen kein Ende:
Was vor 20 Jahren die Drogenkartelle und 'drug king pins' fuer die Auferzwingung von Informationsabkommen und Doppelbesteuerungsabkommen fuer Steueroasen wie Panama waren, naemlich bequeme und oeffentlich leicht zu rechtfertigende Ziele, sind nun die Terroristen.

Seit 9/11 werden zwar weiterhin Milliarden an Drogengeldern weltweit weiss gewaschen, nur interessiert das noch kaum jemanden.
Der furchtbare Terroranschlag in NY hat auch hier fuer explosionsartiges Beweismittel gesorgt, dass Terroristen nicht nur die neue Gefahr des 21ten Jahrhundert's fuer die gesamte Welt geworden sind, sondern dass die Finanzierung der Terroristen und ihrer Organisationen unterbunden werden muss.

Bankenplaetze wie die Schweiz, wo nicht nur beruechtigte dritte Welt Potentaten, sondern auch moeglicherweise Deckmaenner von Terrororganisationen Bankkonten unterhalten, muessen zu einer kompletten Offenlegung und Kooperation mit den USA und Europa gezwungen werden.

Wer sich straeubt kommt auf die 'schwarze Liste' der unkooperativen Staaten und wird im Finanz- und Handelsgeschaeft weltweit gemieden und boykottiert. Fuer kleine Steueroasen bis hin zu den maechtigen ist so eine Marginalisierung toetlich.

Rasch boten sich die Steuerparadiese wie Panama, Bahamas, Turks& Caicos und zahlreiche andere an, von den USA vorformulierte Austauschabkommen zum sogenannten 'information sharing', im Gegenzug fuer die Loeschung auf der 'black list', zu unterzeichnen.

Andere, wie die Schweiz, hatten das Pech dass ihre Grossbanken ins Visier genommen wurden und, wie im Fall UBS deutlich gezeigt und publiziert wurde. Nach der UBS haeuften sich diese Vorfaelle vorschnellen Eifer's seitens der Banken, Bitten um Informationsmitteilungen von Kunden entgegen landeseigener Gesetze den Antragstellern zuzuspielen.

Die Unterminierung des Vertrauen's des Bankenplatzes Schweiz hatte somit begonnen.

Was urspruenglich und augenscheinlich als Akt zur Unterbindung von Finanzierungen von Terrororganisationen eingefuehrt wurden, war nun das Oeffnen des buchstaeblichen 'Scheunentor's' um die Identitaet von tausenden Bankenkunden die sicherlich in keiner Beziehung zu irgendeiner Terrororganisation stehen, zu erfahren.

Der Einfuehrung der 'Rubik Vertraege' stand auch so nichts mehr im Weg.

Die Schweiz hat bereits ueber 80 solcher Vertraege unterschrieben. Die Bahamas ebenso. Allerdings liegt die Gefahr nicht bei der eigentlichen Unterzeichung dieser Vertraege fuer die einzelnen Bankenkunden, sondern in der Anwendung der Vertraege und insbesondere der Bitten um Informationsmitteilungen und -austausch.

Die Zentralbank der Bahamas hat sich zu diesem Thema nach Aufruhr der ortsansaessigen Bankenlobby, zu welcher mehr als 30 Schweizer Banken zaehlen, klar und deutlich geauessert: Die Bahamas werden nicht wie die Schweiz vorschnell handeln, sondern jedes einzelne Gesuch um Information genauestens auf Substanz und Gerechtfertigung pruefen. Sogenannte 'fishing expeditions' sollen nicht zulaessig sein, in denen 'Blankoantraege' auf Informationsmitteilungen von den Hochsteuerlaendern versandt werden.

Die Formulierung der Rubik Vertraege ist so gehalten, dass dem Vertragspartner ein weitraeumiger Spielraum zusteht, in welchem nicht nur das eigene Recht und Bankgeheimnis zu beachten gilt, sondern ein eigenes Pruefverfahren in jedem einzelnen Fall erstellt wird. Den oertlichen Gerichten wird dann die Entscheidungsmacht ueberlassen, ob Informationen herausgegeben werden oder nicht.

Das soll Faelle wie UBS oder HSBC auf den Bahamas verhindern. Ob die Bahamas einem entsprechendem politischen Druck jedoch auf Dauer standhalten koennen, ist noch fraglich.

Zur Zeit sind die 700 Inseln vor der Kueste Florida's noch eines der weltbesten Steuerparadiese mit einem hochentwickelten und renommierten Bankenplatz und einer erstklassigen Infrastruktur.

Die Erstellung von Trusts ist weiterhin ein beliebter und effizienter Vermoegensschutzmechanismus.

Euro-Caribbean Management Services Ltd., www.ecmsbahamas.com, ist ein seit ueber 20 Jahre taetiges Finanzdienstleistungsunternehmen in Nassau.

Autor:
Axel von Schubert, Direktor der Euro-Caribbean Management Services Ltd., Autor verschiedener Fachpublikationen, u.A.: "Tax Havens" der Universitaet von Amsterdam, sowie "Wealth Management in Russia- Quo vadis?", erschienen bei Campden Publications, England www.vonschubert.co.uk

Axel von Schubert ist erfolgreicher Berater und sitzt im Aufsichtsrat von verschiedenen multinationalen Unternehmen, wie der E-Dynamcis S.A., www.edynamics.eu, und der Netlink Technologies AG, Zug, www.netlinktech.ch

 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Recht - Gesetz & Steuern:
Keine Diskriminierung für Geschäftsführer
Aktuelle Rechtsprechung
BGH-Urteil bestätigt die Entscheidungsfreiheit des Vermieters
Prozesskosten als Spekulationsobjekt
Vereitelung von Vorkaufsrechten
Aktuelles aus dem Pachtrecht
Privatinsolvenz kann teuer werden
Externer Datenschutzbeauftragter - Informationen zu Auswahl und Bestellung

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “Anwendbarkeit der 'Rubik Vertraege' im internationalen Steuerrecht”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.