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Angst - Deushomo/Rainer Sauer

Autor: revhoros | Erstellt am: 03.01.2011 | Gelesen: 336
Kategorie: Geschichten & Anekdoten | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Angst und Liebe sind zwei Berater denen wir aus Freiheit folgen leisten können, die Konsequenzen sind allerdings für Angst und Liebe verständlicherweise Grundverschieden.

Rainer Sauer/Autor
Rainer Sauer/Autor
Angst ist ein Gefühl, das entsteht, wenn die kreative Schöpferkraft, welche natürlicherweise in ständiger Wandlung, in Bewegung, im Fluß ist, in ihrem Streben und Strömen nach Entfaltung beengt ist. Wenn Schöpferkraft in ihrer ureigenen Eigenschaft des sich permanenten Fortbewegen und Fortbilden Wollens eingeengt oder gar eingeschlossen wird. Wenn wir den Energie Fluß isolieren, einen geschlossenen Raum um die Quelle des natürlichen Lebens Impulses errichten und somit den freien Entfaltungs Prozeß hemmen, wird die Angst als eine Art „allergische Reaktion" geboren. Wir erleben also, wie sich die Enge, das Gefangen bzw. Gehemmtsein in diesem uns bekannten Gefühl der Angst artikuliert und offenbart, das uns in die Sprache unserer Gefühlswelt übersetzt die Anstauung des Energieflusses anzeigt. In der Sprache unse­rer Gefühle gibt die Angst uns einfach zu erkennen, daß wir uns beengt fühlen und dies, weil wir in unserem natürlichen Bedürfnis des freien Entfaltungs Triebes definitiv eine Einschränkung erfahren. Angst zeigt uns also auf, daß wir eben nicht unserem Weg der Freiheit, der Freude, der erfüllenden Selbstverwirklichung folgen.

Ich habe dabei immer ein Bild vor Augen, bei dem sich die Un­endlichkeit des Universums als Ganzes zeigt und in dessen Grenzenlosig­keit sich an jedem nur erdenklichen Punkt, quasi aus dem Nichts heraus, die Schöpferkraft immer wieder erneut in die Unendlichkeit des leeren Raums gebärt. An jedem x beliebigen Punkt im Universum ist die Quelle der Schöpferkraft und weist ihre natürliche Richtung der Fortbewegung, der Fortpflanzung in die Unendlichkeit. Ein kreativer Prozeß, der keinen Anfang und auch kein Ende besitzt, eine rhythmische Bewegung, welche ewig und kontinuierlich ist. Wir Menschen haben offenkundig einen ge­wissen Einfluß auf diesen kreativen Prozeß. Wir können den Fluß zwar nicht vollends, und schon gar nicht für immer stoppen, aber wir können ihn hemmen, stauen und sogar für einen gewissen Zeitraum isolieren und einschließen. Wir bauen praktisch um diesen Punkt, der die Quelle des kreativen Stroms symbolisiert und aus dem heraus ein Lebensimpuls geboren ist, eine Art Isolations Raum auf, der das freie Fließen und sich Entfalten der Schöpferkraft verhindert. Ein sehr anschauliches Beispiel dafür sind wohl unsere Liebes und Lebens Impulse, die sich aus unserem Inneren nach außen hin manifestieren möchten und welche wir in Form von unseren Bedürfnissen, Wünschen oder generell mittels unseren Ge­fühlen wahrnehmen. Nur selten lassen wir ihnen die freie Entfaltungs Möglichkeit, und dies hat zur Folge, daß wir allzu oft unge­stillt, unzufrieden und unerfüllt sind, da wir den natürlichen Fluß des Lebens unterbrechen. Unzufriedenheit ist ein Zustand, den wir zumeist als eigentlich selbstverständlich akzeptiert haben, und wir vertreten hierbei vielleicht die Meinung, daß es halt scheinbar Unangenehmes und Ange­nehmes im Leben gibt und wir uns prinzipiell damit abfinden müssen. Wir nehmen hier also die Unterbrechung des Energieflusses meist nur als gewohntes Unwohlsein wahr, und Angst als solches bleibt uns auf dieser Ebene fremd.

Unterbrechen wir den Fluß der Kreativität allerdings ein wenig länger, chronischer und drastischer, entstehen also richtige Hindernisse, Staudämme oder Blockaden, wie wir ihnen in unterschiedlichster Weise in unserem täglichen Leben begegnen, entsteht dabei auch eine Enge, die wir dann definitiv als Angst wahrnehmen. Dies ist meist nicht mehr so angenehm, daß wir dies als „normal" einordnen würden und hat meist zur Folge, daß unsere Unlust, uns mit dem ursprünglichen Lebensimpuls und der nun bestehenden spürbaren Angst auseinandersetzen zu wollen, stän­dig anwächst. Und wir dann aus der Angst vor der Angst heraus nicht selten damit beginnen, uns bewußt daran zu beteiligen, die Dämme und Blockaden zu festigen, zu stärken und sie zu unterstützen. Hier nehmen wir also schon bewußt Anteil an der Unterdrückung des Lebensimpulses, des freien Fließens der Schöpferkraft, was seine entsprechende Auswir­kung im Deutlichwerden der Angst zeigt. Isolieren wir dann den Impuls ganz, schließen ihn also in einem Isolations Raum ein, was wir ja gele­gentlich auch mit uns Menschen als Ganzes tun, sodann wird diese Enge unerträglich, und die Angst wächst proportional zum Verlangen nach kreativer Verwirklichung an. Wie schon bereits erwähnt, können wir diesen Zustand nur temporär aufrechterhalten. Das heißt, die Schöpfung kann nur zeitweise unterdrückt oder gar unterbrochen werden. Mit ande­ren Worten, die Strömung ist zu stark, als daß wir uns ewig dagegen weh­ren können, und zumeist geben wir uns auch nach angeeigneter Einsicht, also nach einem Prozeß der Bewußtwerdung, dem natürlichen Fließen wieder hin. Im letzteren Beispiel treten wir entweder aus dem Raum der Isolation hinaus, ermöglichen die Verwirklichung des ursprünglichen Planes kreativer Schöpfung, oder wir entscheiden uns in letzter Konse­quenz fürs Sterben, was den Druck der Enge, die Angst wiederum hin­wegnimmt. Die Angst zeigt uns hier als Signalfunktion auf, daß wir uns und unseren inneren Lebensimpuls in Enge wahrnehmen, und wir können sie als Leitfaden in Richtung freiheitliche Entfaltung für uns nutzen. Und dies vielleicht in dem Sinne, daß wir damit beginnen, in ihr ein schlichtes Sackgassen Schild zu sehen, welches das Eingeengtsein als solches ver­körpert. Also daß wir mutmaßen, daß wir, wenn wir gerade Angst erle­ben, uns vielleicht in eine Sackgasse manövriert haben, oder uns einfach, aus welchen Gründen auch immer, in Isolation befinden. Und vernünftigerweise eine Kehrtwende machen oder eine andere Richtung nehmen sollten, welche uns aus der Enge, aus der Isolation hinweg leitet und der kreativen Schöpferkraft wieder Raum zum freien Fließen schenkt.

 
 
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