Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

AMS-Kursdebatte: Zwangsmaßnahmen sind nicht nur nutzlos, sondern machen krank!

Autor: AA | Erstellt am: 28.05.2010 | Gelesen: 861
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - 'Aktive Arbeitslose' fordern die Abschaffung der sinnlosen AMS-Zwangswirtschaft und Achtung demokratischer, rechtsstaatlicher Werte durch das AMS

Wien, 28.5.2010 - Der Verein „Aktive Arbeitslose" begrüßt die von Sozialminister Rudolf Hundstorfer in Aussicht gestellte Überprüfung und Reduzierung von fragwürdigen AMS-Maßnahmen.

Bedauerlich ist, dass nicht die zahlreichen, von Arbeitsloseninitiativen und in Medien aufgezeigten Fälle sogenannter „Sinnloskurse" zu dieser Einsicht führen, sondern schlicht der Geldmangel.

Bereits im Herbst vorigen Jahres stellte das Arbeitsmarktforschungsinstitut IAB der deutschen Agentur für Arbeit in einer wissenschaftlichen Studie eindeutig fest, dass die vielumstrittenen Bewerbungstrainings, Eignungstests und Trainingsmaßnahmen etc., praktisch keine Verbesserung der Vermittlungschancen bewirken. Dennoch behauptete das AMS Österreich weiter mit manipulativen Statistiken, die AMS-Kurse würden die Vermittlungschancen verbessern.

AMS: Gewaltsame Planwirtschaft statt freier Markt
Die „Aktiven Arbeitslosen" sehen die, auf strukturelle Gewalt in Form von Existenz bedrohenden Totalsperren aufbauende planwirtschaftliche Kursbewirtschaftung als Haupthindernis für mehr Qualität. Es geht eher darum, vorbestellte Kurskontingente irgendwie aufzufüllen, als für Arbeitsuchende individuell geeignete Kurse zu finden, welche die Jobaussichten tatsächlich erhöhen.

„Diese von oben herab aufoktroyierte Zwangsbewirtschaftung mit der Bedrohung menschlicher Existenz, hat in einer modernen, rechtsstaatlichen Demokratie nichts zu suchen! Dieses Vorgehen verletzt massiv die Menschenrechte und die Würde des Menschen", kritisiert Vereinsobmann Martin Mair.

Die auf Zwang und schwarze Sanktionspädagogik aufbauende Arbeitsmarktpolitik von Martin Barteinstein unter schwarz-blau wurde unter der rot-schwarzen Regierung leider fortgesetzt. Bereits wegen jeder kleinen Unklarheit kann das AMS „vorläufig" den Bezug einstellen, ohne dass der Betroffene vorher gehört und der behauptete Sachverhalt überhaupt abgeklärt werden kann. Das schafft ein Klima der Angst und Hoffnungslosigkeit, das bei Arbeit suchenden Menschen, die ohnehin oft schwere Schicksalsschläge hinter sich haben, nur weiter die Gesundheit schädigt.

Den Schaden trägt die gesamte Gesellschaft, indem Versicherungsgelder vergeudet werden, Arbeitskräftepotential zerstört wird und die Kosten für das Gesundheitssystem steigen.

Dass in diesem Klima der Angst eine Evaluation der AMS-Kurse objektive Ergebnisse bringen soll, ist wissenschaftlich gesehen unmöglich. Menschen, die existentiell unter Druck gesetzt werden, werden eher Gefälligkeitsantworten geben, als wahrheitsgemäße Angaben machen.

AMS-Zwangsmaßnahmen machen krank!
Eine derzeit laufende Online-Umfrage des von Betroffenen selbst organisierten Gesundheitsprojekts „Würde statt Stress" zum Thema Arbeitslosigkeit und Gesundheit, zeigt deutlich die gesundheitlichen Belastungen, die diese Zwangspolitik verursacht (Zwischenauswertung bei 104 Befragten):
Exakt 0 Prozent der Befragten freuen sich auf die nächste AMS-Maßnahme!
21 Prozent bekommen physische und psychische Beschwerden, wenn sie einen Kurs machen müssen, den sie nicht ausgesucht haben.
19 Prozent schlafen vor dem AMS-Termin schlecht
21 Prozent gaben an vor dem Beratungstermin Herzklopfen zu haben
30 Prozent fürchten sich vor dem Kontakt mit dem AMS!

Blockaden durch „Aktivierungen"
Die Kurzfassung einer soeben publizierten Studie zu Auswirkungen von Sanktionen in Deutschland stellt zusammenfassend fest: „Häufiger als eine "aktivierende" ist eine lähmende Wirkung auf das Verhalten der Sanktionierten erkennbar. Nur in wenigen Fällen erhöhen Sanktionen die resignative Anpassungsbereitschaft an behördliche Erwartungen, die jedoch keine Hoffnungen auf verbesserte Arbeitsmarktchancen wecken."

Die „Aktiven Arbeitslosen" fordern daher von Sozialminister Hundstorfer und der Regierung:
  • Schluss mit den Existenz- und Gesundheit-gefährdenden Bezugssperren!
  • Als erster Schritt kann das AMS den Arbeitsuchenden bereits unter der bestehenden Gesetzeslage freie Kurswahl gewähren!
  • Steigerung der Qualität von AMS-Maßkursen durch freie Wahl am freien Markt ,
  • z.B. durch frei einlösbare Bildungsschecks.
  • Unabhängige Evaluierung der AMS-Maßnahmen durch unabhängige Experten unter Einbeziehung der Arbeit suchenden ArbeitnehmerInnen, statt von oben aufgesetztes, pseudowissenschaftliches „Qualitätsmanagement" .
  • Einrichtung einer unabhängigen Arbeitslosenanwaltschaft, die Arbeit suchende ArbeitnehmerInnen gegenüber dem AMS vertritt, deren Rechte durchsetzt und auch die gesundheitliche und soziale Rehabilitation AMS-Geschädigter erkämpft.
  • Volle Mitsprache von Arbeitsuchenden durch Arbeitslosenbetriebsräte in AMS-Maßnahmen und in AMS-Gremien (AMS-Beiräte).
  • Kostenlose Psychotherapie für alle von der AMS-Bürokratie geschädigten Menschen! Verstärkte Berücksichtigung krank machender gesellschaftlicher Zustände und struktureller Gewalt in der Ausbildung von PsychotherapeutInnen.

Rückfragehinweis:
Mag. Ing. Martin Mair, Obmann „Aktive Arbeitslose"
Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien
kontakt@aktive-arbeitslose.at
+43 676 3548310

Weitere Informationen:
Gesundheitsprojekt „Würde statt Stress" :
www.alterskompetenzen.info/?gesundheitsprojekt_wuerde_oder_stress
www.aktive-arbeitslose.at/wuerdestattstress

Die Wirkung von Trainingsmaßnahmen für ALG-II-Bezieher – Auf den Inhalt kommt es an:
www.iab.de/194/section.aspx/Publikation/k091030a01

Anne Ames – Ursachen und Auswirkungen von Sanktionen nach § 31 SGB II:
www.boeckler.de/show_project_fofoe.html?projectfile=S-2009-217-4.xml
www.boeckler.de/show_product_hbs.html?productfile=HBS-004573.xml

Bündnis für ein Sanktionsmoratorium:
www.sanktionsmoratorium.de/

 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Politik - Gesellschaft & Soziales:
Die Hälfte der Deutschen fühlt sich mit Pflegeplatzsuche überfordert
Eine eigene Kirche in den USA gründen? Wie gehts das eigentlich?
Humana startet Mitmachaktion zugunsten des Deutschen Kinderhilfswerkes
Wird in Tunesien mit dem Messer missioniert?
Max Bryan: Deutschlands bekanntester Obdachloser führt Videotagebuch
Norwegen steckt in der Butterkrise
Tag der gewaltfreien Erziehung
Von Nazis und Piraten

comment Kommentare von Besucher !

Noch kein Kommentar zu Artikel “AMS-Kursdebatte: Zwangsmaßnahmen sind nicht nur nutzlos, sondern machen krank!”







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.