Blüte einer Hymenocallis-Zuchtform
Am Namen kann man es unschwer erkennen, bei den
Amaryllisgewächsen (
Amaryllidaceae) handelt es sich um die Verwandten der Amaryllis. Die vom Herbst bis in das Frühjahr fast überall erhältlichen Pflanzen zählen aber nicht zu der gleichnamigen Gattung. Unter dieser Bezeichnung werden Kreuzungen von Hippeastrum-Arten angeboten.
Die Familie Amaryllidaceae beinhaltet aber noch weitere Gattungen, deren Mitglieder sich für die ganzjährige Kultur im Haus oder Garten eignen. Zu ihr zählen u. a. die Narzissen (Narcissus), Schneeglöckchen (Galanthus), Lauchgewächse (Allium) und Klivien (Clivia). Nachfolgend möchte ich die eher unbekannten Gattungen vorstellen, die aber dennoch gelegentlich im Handel zu finden sind.
Scadoxus (Blutblumen)
Von diesen in Südafrika beheimateten Zwiebelgewächsen ist meist nur Scadoxus multiflorus im Handel zu erhalten. Es handelt sich hier um eine im Sommer wachsende und während des Winters die Blätter einziehende Art. Ihre kleinen roten Blüten sind kugelförmig angeordnet. S. multiflorus eignet sich für absonnige bis halbschattige Standorte und kann als Kübel- oder Zimmerpflanze kultiviert werden. Winterhart ist sie nicht.
Hymenocallis (Schönhäutchen)
Die Mitglieder der Gattung Hymenocallis sind im Volksmund als Schönhäutchen bekannt. Sie stammen aus Mittel- und Südamerika. Einige Arten sind immergrün, andere ziehen die Blätter während des Winters ein. Die Form ihrer Blüten hat ihnen auch den Beinamen Spinnenlilien eingebracht. Je nach Art, mögen die nicht winterharten Pflanzen einen sonnigen oder halbschattigen Standort.
Habranthus (Regenlilien)
Wer nicht allzuviel Platz zur Verfügung hat, für den sind die nur ungefähr 20 cm hoch werdenden Regenlilien das ideale Amaryllisgewächs. Diesen Trivialnamen verdanken sie ihren zumeist nach ausgiebigen Regengüssen erscheinenden Blüten. Regenlilien sind weiß, gelb, rosa, rot und auch mehrfarbig blühend zu erhalten. Kann man ihnen ein sonniges Plätzchen anbieten, dann lassen sie sich problemlos auf der Fensterbank kultivieren.
Eucharis (Amazonaslilien)
Leider noch weitgehend unbekannt, sind die Mitglieder der Gattung Eucharis. Sie unterscheiden sich von vielen der anderen Amaryllisgewächse durch ihre löffelförmigen Blätter. Die aus Südamerika stammenden Pflanzen mögen es hell bis halbschattig, ohne direkte Mittagssonne. Man kann sie durchkultivieren oder frostfei im Keller überwintern.
Amaryllis belladonna (Belladonnalilie)
Hierbei handelt es sich um die "echte" Amaryllis. Sie stammt, im Gegensatz zu den ebenfalls unter diesem Namen angebotenen Hippeastrum-Hybriden aus Südafrika. Sie zieht während des Sommers ihre Blätter ein. Im Frühherbst erscheint die Blüte. Die Belladonnalilie ist nicht winterhart und wird am Besten im Kübel kultiviert. Das auch die Hippeastrum-Arten (Südamerika) als Amaryllis bezeichnet werden hat den folgenden Grund: sie waren früher mal dieser Gattung zugeordnet.
Frank Ensinger