Am 14. Februar ist Valentinstag, der Tag der Liebenden. Während in Ländern wie Südkorea und Japan die Männer von den Frauen mit Schokolade beschenkt werden und einen Monate später, am sogenannten White Day, die Retourkutsche starten, um den auserwählten Damen ihrerseits weiße Schokolade zum Geschenk darzubringen, erwarten die Herzköniginnen im westlichen Kulturkreis glitzerndes Geschmeide und einen üppigen Blumenstrauß statt süßer Naschereien.
Aber mal ehrlich, ob es nun selbstgemachte Schokolade oder ein Diamantring von Tiffany´s ist, ist doch nicht das Entscheidende. Die Hauptsache ist doch, dass derjenige, den man liebt an einen denkt und dies an diesem speziellen Tag auch deutlich zum Ausdruck bringt, in welcher Form auch immer. Ob als simpler Liebesbeweis in Form eines Gedichtes oder eines kleinen Briefes oder als schönes Abendessen bei Kerzenschein in romantischer Atmosphäre. Solange Man(n) nur daran denkt. Aber es soll immer noch genügend Hinterwäldler geben, die den Valentinstag einfach vergessen. Und wie sehen die Konsequenzen für die aus, die ihren Kopf unter dem Arm tragen? In der Statistik des deutschen Verbands für Hotelgewerbe ist deutlich ablesbar, dass diese Gruppe von Männern einen, manchmal auch zwei Tage vor die Tür gesetzt werden. Die Belegung für Einzelzimmer am 14. und 15. Februar ist signifikant höher als kurz vor oder kurz nach dem Valentinstag. Das spricht eine deutliche Sprache.
Frauen können sehr unverhältnismäßig reagieren, aber manchmal ist so ein „Platzverweis" eine sinnvolle Maßnahme, um dem Mann dieses Datum einzutrichtern. Mit Sicherheit können sich viele Frauen über den doppelten Liebesbeweis – nämlich Schmuck und Blumen - freuen, die am Valentinstag leer ausgingen und sich böse beschwerten.
Ich selber gehörte letztes Jahr auch zu denen, die vergessen wurden. Allerdings habe ich nicht Zeter und Mordio geschrien und teures Porzellan an die Wand geworfen. Für einen hochroten Kopf und stammelndes Entschuldigen reichte bei meinem Freund eine kleine Anspielung. Am nächsten Tag begrüßte er mich mit einem riesigen Strauß Blumen in der einen Hand und einer kleinen Schmuckschatulle in der anderen Hand. Der Blumenstrauß war schon schön, aber das glitzernde Herz aus Swarovski Strassstein, das sich in der Schatulle verbarg, war der absolute Wahnsinn. Wie konnte ich ihm da noch böse sein.
Als ich meiner Mutter für ein Tanzkleid einige Strasssteine kaufen wollte, um ihr Kleid ein wenig aufzupeppen, bin ich aus Zufall über zwei Internetshops gestolpert, die eben solche Strasssteinherzen von Swarovski verkaufen, wie jenes, das ich von meinem Freund bekommen habe. Auf www.gogoritas.com und www.strass.com konnte ich sehen, wie günstig diese Strasssteine waren. Ich war positiv überrascht. Ich bin kein Mensch, der teure Geschenke erwartet, sondern war froh über die Geste meines Freundes und auch froh darüber, dass er sich für mich nicht in Unkosten gestürzt hat, immerhin ist er noch Student. Da ich auch gerne Geschenke mache, habe ich ihm auch so ein Herz aus Strassstein geschenkt. Allerdings war mir von Anfang an bewusst, dass er das gute Stück nicht um den Hals tragen wird. Dafür war es auch nicht bestimmt. Vielmehr wollte ich, dass er eine exponierte Stelle in seiner Wohnung findet, die er täglich im Auge hat und so immer an mich denken kann, wenn ich nicht bei ihm bin.