Altersvorsorge
Daß man heute für das Alter privat vorsorgen muss, ist inzwischen Jedem bewusst geworden. Jedoch können in vielen Haushalten keine
Altersvorsorge-Maßnahmen getroffen werden. Steigene Lebenshaltungskosten und sinkende Einkommen verhindern häufig eine private Vorsorge für den Ruhestand.
Ein Weg zur Altersvorsorge trotz kleinem Geldbeutel
1. Sichern Sie zunächst das Hier und Heute ab.
Kassensturz:Bevor Sie sich damit beschäftigen, wie viel Geld Sie im Ruhestand benötigen, überprüfen Sie, wie Ihre Lebenssituation derzeit abgesichert ist, bzw. ob Sie optimal wirtschaften.
Beginnen Sie mit einem Kassensturz. Stellen Sie alle Ausgaben den Einnahmen gegenüber. Trennen Sie sich von unnötigen Ausgaben, soweit möglich. Fast jeder Haushalt zahlt Rechnungen für Leistungen, die gar nicht mehr genutzt werden. Dazu gehören z.B. doppelte und überflüssige Versicherungen, oder Abos. Die Ersparnis verbleibt Ihnen z.B. für Ihre
Altersvorsorge.
2. Optimieren Sie Ihre Finanzen
Gerade im Bereich Haushaltskosten läßt sich eine Menge Geld einsparen. Die meisten Haushalte haben zu teure Versicherungspolicen, Kreditkarten oder
Stromverträge. Evtl. lohnen sich diverse Anbieterwechsel.
Online-Vergleichsportale bieten eine gute Möglichkeit, anonym, kostenlos und unverbindlich, Haushaltskosten auf Ersparnisse durchzuchecken. Die freigewordenen Mittel lassen sich z.B. für das Ansparen einer Altersvorsorge verwenden.
3. Kein Sparen bei überzogenem Dispo
Führen Sie Ihr Girokonto wenn möglich im Plus, und zahlen Sie Ihren Dispokredit zurück. Sie verlieren viel Geld, wenn Sie 9 bis 15 % pro Jahr für Ihren Dispositionskredit zahlen, aber nur 2,5 % auf Ihr Festgeldkonto bekommen.
Evtl. lohnt sich die Umschuldung des Dispo-Saldos durch einen Ratenkredit! Ratenkredite bekommt man schon ab ca. 5% Zinsen, und hat eine planmäßige Rückzahlung. Das ersparte Geld der nicht gezahlten Dispozinsen haben Sie vielleicht irgendwann für die Altersvorsorge übrig.
4. Bleiben Sie "liquide"
Wer kennt das nicht? Plötzlich kommt alles auf einmal: Die Waschmaschine geht kaputt, das Auto muss zur Reparatur, und das Versandhaus schickt schon die zweite Mahnung. Legen Sie nicht Ihr ganzes Geld langfristig an. Zwei bis drei Nettogehälter sollten kurzfristig ohne Verluste, z.B. auf einem Tagesgeldkonto, abrufbar sein. Dann kommen Sie nicht in die Lage, teure Dispo-Zinsen in Anspruch zu nehmen.
Das ersparte Geld steht Ihnen für die
Altersvorsorge zur Verfügung.
5. Steuererklärung abgegeben
Viele Bundesbürger geben keine Steuererklärung ab, im Glauben, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Oftmals ein Irrtum. Hohe Steuerrückzahlungen lassen sich im Bereich „Außergewöhnliche Belastungen" erzielen. Darunter fallen z.B. Kosten für Krankheit, Pflege von Angehörigen, oder Kosten von Beerdigungen.
Nicht zuletzt durch die wieder vollständige Erstattung der Pendlerpauschale sollte die Steuererklärung wieder interessant werden.
6. VL-Sparen
Wer Geld in Vermögenswirksame Leistungen (kurz VL) anlegt, profitiert und spart gleich mehrfach. Oftmals funktioniert es auch ohne eigenen finanziellen Einsatz. Denn bei vielen Arbeitgebern sind VL Bestandteil des Arbeitsvertrages oder Tarifs, bzw eine freiwillige Leistung. Zudem zahlt der Staat eine jährliche Prämie, die Arbeitnehmersparzulage, und das für die gesamte Laufzeit.
VL-Verträge eignen sich wunderbar für kleine oder mittelgroße Anschaffungen. Ein gut angelegter VL-Vertrag kann bis zu €10.000 bringen. Die perfekte Anzahlung für das nächste Auto. Geld was Sie auf diese Art bequem ansparen können, verursacht keine zusätzlichen Zinskosten durch Kredite. Mehr Geld, was Ihnen wiederum zum Ansparen einer Altersvorsorge zur Verfügung steht.
7. Bei Geldanlagen überlegt handeln
Schon immer bietet der Markt bei Sparbuch, Tagesgeld oder Bundesschatzbrief nur niedrige Zinsen, weshalb viele Anleger ihr Geld inzwischen in Fonds oder Aktien anlegen. Vergessen sollte man dabei aber nicht, worin sich Geldanlagen unterscheiden: Höhere Ertragschancen bei Aktien und Fonds gehen mit einem wesentlich höheren Verlustrisiko einher.
Tätigen Sie nur Anlagen, deren Verlustrisiko Sie entsprechend Ihres Einkommens und Ihrer Lebenssituation auch tragen können.
8. Versteckte Kosten erkennen
Fast überall begegnet man Kosten, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennt. Nehmen Sie sich die Zeit für das „Kleingedruckte". Häufig erweist sich ein auf den ersten Blick günstiges Angebot als Reinfall. Gewinnen Sie ein Auge für versteckte Kosten. Das erspart Ihnen viel Geld, was Ihnen anonsten fehlt.
9. Die Riesterrente: Altersvorsorge schon für kleines Geld!
Der Staat fördert Sparer der
Riester-Rente mit Zulagen, und je nach Einkommen auch mit Steuervorteilen. Verschenken Sie keine Riesterzulagen! Privat "riestern" kann man über Fonds, Banksparpläne und Versicherungennd das bereits ab 5€ im Monat. Auch "riestern" über den Arbeitgeber, oder für das Eigenheim ist möglich. Die Riester-Rente ist Hartz IV und pfändungssicher.
Martin Sohn