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Altersburnout ist ein grosses Problem für Inhaberunternehmer

Autor: RolfBrunner | Erstellt am: 04.03.2011 | Gelesen: 346
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Die Sterberate steigt nach dem Rückzug aus dem Unternehmensmanagement an. Dies gilt besonders für Inhaberunternehmer. Was ist dagegen zu tun?

Eine grosse Leere hatte ihn erfasst. Zwar hatte er oft phantasiert was er alles „danach" im „neuen Leben" tun würde. Aber jetzt? Jetzt tat er nichts davon.

Fakt ist: die ersehnte Pensionierung bringt, ist sie erst einmal da, auch erhebliche Risiken mit sich. Zwar ist das Phänomen nicht neu, dass die Sterberate nach dem Gang in die „Freiheit" einen deutlichen Sprung nach oben macht um sich dann wieder zu „normalisieren", aber was sind die Gründe? Und was kann man dagegen machen?

Als ich noch Unternehmensberater war hatte ich es häufig erlebt, dass, insbesondere bei Inhabergeführten Unternehmen der Senior nicht Platz für den Junior (seinen eigenen Sohn oft) machen konnte. Damals (vor dreissig Jahren) waren das noch die Pionierunternehmer die nach 45 etwas aufgebaut hatten. Dieser Menschenschlag starb buchstäblich „in den Sielen". Und oft hatte der Junior den Betrieb „aus dem Stand" zu führen.

Auch heute hat sich an der Tatsache des Absturzrisikos nichts geändert. Allerdings weiss man etwas mehr über die Ursachen. Damit ist es auch möglich geworden Gegenmassnahmen zu ergreifen.

Ich selbst bin schon mit sechsunddreissig Jahren „ausgestiegen". Und eine Erkenntnis war dabei mitentscheidend: je jünger man ist umso flexibler also anpassungsfähiger kann man sich neuen Herausforderungen stellen. Ich hatte eine Karriere und Geld. Aber ich hatte auch Sehnsucht nach etwas Neuem.

Es ist doch so. Mit dem Alter nimmt die Anpassungsfähigkeit ab. Und Rentner sind alt und stehen vor einer ungeheuren Anpassungsaufgabe. Insbesondere die erfolgreichen haben es schwer. Denn Erfolg bedeutet: Ziele mit Mühe erreichen. Im Berufsleben sind die Ziele konkret, befristet, realisierbar (wenn auch mit einer 60-Stunden-Woche z.B. bei Führungskräften) und lohnend. Und die Belohnung ist nicht Geld sondern Status.

Das bricht nun weg und ist mit Geld eben nicht kaufbar. Wenn es dann plötzlich ein Porsche sein muss oder eine Yacht oder auch eine „Jüngere" so sind das für mich geradezu die Beweise für ein drohendes Altersburnout. Den Porsche so zu fahren wie er es verdient fehlt das Reaktionsvermögen. Für das Leben auf dem Meer sind nur sehr wenige berufen (ich kenne das aus eigener Erfahrung). Und die Jüngere Frau besteht trotz Viagra vor allem auf Luxus und Co. (und Männer mit Knackarsch).

Diese und andere Erfahrungen habe ich nun in mein neuestes Lieblingsprojekt eingebracht. Ecotopia auf Ithaka schafft auf 37500 m² ein angemessenes Umfeld um aktiv und erfolgreich zu altern. Ja, man kann auch als Senior Erfolg haben. Hier auf Ithaka (übrigens so gross wie Sylt 94 km²) sind die Voraussetzungen so: Es ist eine kleine (aus gruppendynamischen Gründen) Eigentümergemeinschaft.

„Hohe Zäune machen gute Nachbarn." sagen die Engländer von denen es bei uns viel gibt. Auf ecotopia gibt es keine Zäune. Aber jeder hat über 4000 m² auf denen er allein das Sagen hat.

Wir haben einen hohen Anspruch. Es geht um Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Solidität. Jeder Eigentümer handelt individuell aber im Rahmen gemeinschaftlicher Grundsätze.

Dazu gehört z.B. dass die Energie ausschliesslich von Wind und Sonne kommt. Dass ein intelligentes Wassermanagement da ist. Dass Architektur und Wohnen traditionellen Werten folgt. Also Natursteinhäuser aus dem vor Ort gebrochenen und behauenen Kalkstein. Dass das Gesamtgelände nicht von Strassen zerteilt ist sondern die PKW auf einem Parkplatz abgestellt werden und dann weiter per Fuss oder e-mobility. Dass die Landschaftsgestaltung das (oft aufwendigere) Ziel hat alles so zu lassen wie es seit Odysseus ist: grandios, still, urwüchsig. Dass man nachts die Sterne leuchten lässt (und bei Vollmond die Zeitung lesen kann) unbeeinträchtigt von Lichtsmog. Dass die alten Werte guter Nachbarschaft gepflegt und gefördert werden. Dass Kultur unterstützt wird.

Ich habe das Land gekauft und Mitstreiter gefunden. Ich will dass ecotopia wahrgenommen wird als ein Paradigma für ein zukunftsfähiges Miteinander (wenn auch zwangsläufig nur für einige Wenige).

Rolf Brunner
 
 
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