Mit Fridolinchen in Thailand
Zauberkunst hat in Deutschland zur eigenen Entwicklung das hervorgebracht, was Natur- oder Ingenieurwissenschaften auch haben: Fachzeitschriften, viele Fachbuchautoren, Übersetzungen der wichtigen Informationen aus dem Ausland, Tagungen und Workshops, mehrere Organisationen zur Interessenvertretung und zum Austausch von Ideen, Wettbewerbe und Würdigungen, Einrichtungen die das notwendige Equipment entwerfen, herstellen und vertreiben und nicht zuletzt eine gewisse Präsenz in den Medien.
So gesehen ist Zauberkunst in Thailand weit weniger entwickelt und bekannt als in Deutschland. Deshalb trifft man in Thailand auf ein sehr dankbares Publikum. Und egal, ob 'Münzen-durch-den-Tisch' oder 'Münzenfang aus der Luft' – die Begeisterung und der Spaß der Zuschauer sind in Thailand so ursprünglich, wie es beim hiesigen Zauberer
www.dr-brimborius.de in der Anfangsphase seiner Tätigkeit war, als man noch über die Verwunderlichkeit eines jeden Zauberkunststücks hellauf begeistert war. Manch Foto von Zauberei in Thailand ruft immer noch die freundliche Erinnerung an ein dankbares Publikum ins Gedächtnis zurück.
Dennoch soll hier nicht vergessen werden, es gibt in Thailand zumindest einen bekannten Zaubergerätehändler mit Internetauftritt und eine wohl beworbene Zaubershow, wie man ebenfalls aus dem Internet erfährt. Vermutlich ist vieles auch nicht so bekannt. So war ich erstaunt, als mir nach meinen Zauberkunststücken ein Thailändischer Touristikvermittler ein Zauberkunststück zeigte, bei dem blitzschnell ein Faden durch ein 'Nadelöhr' gefädelt wird.
Vorsichtshalber habe ich auf Mentalmagie verzichtet, die den Eindruck hervorruft, dass man ein Zauberer sei, der überirdische Kräfte besitzt. Ebenso habe ich keine Zauberkunststücke mit thailändischen Banknoten (Abbild des Königs) vorgeführt.
Meine Befürchtung, dass Thailänder mehr Angst vor einem Zauberer haben als die eigenen Landsleute, hat sich nicht bewahrheitet. Falls Sie, lieber Leser nicht glauben wollen, dass Deutsche Angst vor Zauberkünstlern haben, möchte ich Ihnen zwei Beispiele anführen.

Zum einen werden die Zuschauer-Assistenten von manch einem 'Zauberkünstler' als Depp vorgeführt, was (vorsichtig formuliert) nicht jedermann mag. Zum anderen werden Zuschauer mitunter von Zauberern geängstigt. Eine Zuschauerin erzählte mir, dass sie ihren Arm in die Armguillotine stecken sollte und ihr angesichts einer gerade erlebten chirurgischen Operation der Angstschweiß auf der Stirn stand. Diese Zuschauerin beschloss darauf, nie wieder einem Zauberer in irgendeiner Weise zu assistieren bzw. zu helfen. Das bestätigte meine bereits vor Jahren getroffenen Entscheidung, meine Zuschauer-Assistenten besonders nett und zuvorkommend zu behandeln und Ihnen mittels der Zauberei zu einem Erfolgserlebnis zu verhelfen, so dass sie schlussendlich, gefeiert als 'Held' oder 'Superfrau', die Bühne verlassen.
Zusammenfassend komme ich zu der Einschätzung: bei Beachtung einiger, weniger Grundsätze sind thailändische Zuschauer ein dankbares, spaß-bereites Publikum für eine humorvolle Zauberkunst, was auch für den Vorführenden ein großes Vergnügen ist.