Im Laufe des Jahres 2008 schlug sich die Finanzmarktkrise, die als Immobilienkrise in den USA begonnen hatte und über die Landes- und Geschäftsbanken Deutschland erreichte, in der hiesigen Realwirtschaft nieder. Seither ist es für Unternehmen zunehmend schwieriger, von ihrer Bank nachhaltig die benötigte Liquidität, respektive neue Finanzierungsmittel zu erhalten.
Um so entscheidender ist ein gesunder Dialog, ein offenes Miteinander von Unternehmen und Banken. Unabdingbar ist eine aufgeschlossene Vorbereitung seitens der Unternehmer auf die Gespräche mit Ihrer Bank. Doch liegen beim Thema Bankgespräch oft die Nerven blank, sowohl bei Existenzgründern und Jungunternehmern als auch bei versierten Managern. Unabhängig davon, ob es sich um ein Erst- oder turnusmäßiges Jahresgespräch, einen Krediterhöhungswunsch o.ä. handelt, Anspannung, Unsicherheit und Angstgefühle dominieren die Verfassung vieler Unternehmer sowohl vor als auch während des Bankgespräches.
In Anbetracht der Tatsache, dass beim Gespräch mit der Bank oder Sparkasse das Fundament für eine der wichtigsten Geschäftsbeziehung gelegt wird, sind Wankelmut, Unsicherheit, Unzugänglichkeit die denkbar schlechtesten Paten. Das notwendige Offenlegen der wirtschaftlichen Verhältnisse ab einem bestimmten Finanzierungsvolumen sollte nicht als lästige Pflicht verstanden werden, vielmehr als ein unerlässlicher, bedeutsamer Schritt in Richtung vertrauensvoller Zusammenarbeit.
Spätestens jetzt, wenn die Bilanzen für das abgelaufene Geschäftsjahr erstellt werden, ist es an der Zeit für Unternehmer die Initiative zu ergreifen. „Aktives Bank – Marketing" ist das Zauberwort. Mit Blick auf die für Banken bereits bestehenden Regelungen (Basel 2 und MaRisk) seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – BaFin sowie noch zu erwartender Änderungen als Folge der Finanzmarktkrise, sei Unternehmern dringend ans Herz gelegt, unverzüglich in die Offensive zu gehen.
Transparenz und situative Informationen helfen Vertrauen aufzubauen. Nicht von ungefähr sind in großen Konzernen ganze Abteilungen (Investors Relationship) damit beschäftigt, Finanzgebern kontinuierlich Transparenz über den aktuellen Geschäftsverlauf zu verschaffen.
Aktives Bankmarketing als Grundlage für ein partnerschaftliches vertrauensvolles Verhältnis zur Hausbank setzt im Mittelstand zunächst einmal das Verständnis für die Anforderungen und Notwendigkeiten seitens der Hausbank voraus. Um eine zielgerichtete, signifikante Gesprächsvorbereitung betreiben zu können, ist es hilfreich, die internen Bankabläufe infolge eines Kreditgespräches zu verstehen.
Neben der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr sollte der Bank auch der business – plan für 2009 nebst Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung vorgelegt und erläutert werden. Für den Vertrauen stärkenden Informationsfluss zwischen Unternehmen und Bank gilt es also zur bilanziellen Vergangenheitsbetrachtung das Augenmerk auch auf die zukünftige Geschäftsentwicklung zu richten. Ein Soll/IST - Abgleich der ersten vergangenen Monate des Geschäftsjahres 2009 rundet das INFO - Paket ab. Sollten sich aus dem Soll/IST - Abgleich Anpassungsnotwendigkeiten für den business - plan ergeben sind diese übersichtlich zu dokumentieren/einzuarbeiten.
Diese offene Kommunikation, einschließlich der Dokumentation des Umgangs mit operationalen Risiken sowie der Mitteilung von angestrebten Nachfolgeregelungen, verbessert das Verhältnis zur Hausbank deutlich. Darüber hinaus wirkt es sich positiv auf das Unternehmensrating und infolgedessen auch positiv auf die Konditionen aus. Als Mittelständler wird man mit einer offensiven Informationspolitik gegenüber der Hausbank auf allen Ebenen nur gewinnen!
Peter Münnich