Die Zusammenarbeit in der Immobilienbranche ist nur selten völlig harmonisch – wichtig sind am Ende die Ergebnisse. Unser letzter News-Eintrag berichtete aus dem Alltagsgeschäft eines Maklers und aus der „Hitze des Gefechts", von seinen Problemen mit unterschiedlichen Akteuren in der Branche. Das konkrete Beispiel beleuchtete die Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Immobilienunternehmen WGF Westfälischen Grundbesitz und Finanzverwaltung AG. Diese Angelegenheit sind mittlerweile einvernehmlich geregelt worden. Für WGF-Firmengründer Pino Sergio sind professionelle Abläufe ein wichtiges geschäftspolitisches Anliegen. Auch mit der Walker & Co. Immobilien GmbH sind unsere Konflikte bereinigt.
Auch dieser Konflikt hat wieder einmal gezeigt, dass Probleme im Maklergeschäft sich über alle Geschäftsfelder gleichen. Der Makler, der eine Wohnung vermietet oder verkauft ist am Ende mit der gleichen Situation konfrontiert wie Makler, die in der Regel mit professionellen Investoren zu tun haben: Sobald der Makler dem Wohnungsmieter oder -käufer seine Rechnung präsentiert, wird der angenommene Aufwand des Maklers mit der Höhe seiner Rechnung verglichen und in der Regel für zu hoch befunden. Hier wird dann kurz überschlagen, dass doch nur einige Telefonate geführt wurden, ein Exposé verschickt wurde und ein paar Besichtigungstermine stattgefunden haben. Der institutionelle und professionelle Investor möchte natürlich auch seine Kostenstruktur minimieren, um seinen Kapitalgebern und Fondszeichnern eine höhere Rendite versprechen zu können. Da schlagen dann schon mal 3% und mehr Courtageforderungen der Makler vom Kaufpreis der Immobilie negativ auf. Auch hier ist sicherlich bei den Einkaufsmanagern immer latent im Hinterkopf, dass der Vermittler doch auch mit einem Bruchteil seiner Forderungen zufrieden sein könnte, da sein Aufwand sich doch sicherlich in Grenzen gehalten hat.
Vielleicht sollte auch auf Käuferseite einmal bedacht werden, dass Makler nicht nach der Anzahl der Telefonate, der Erstellung von buntem Papier und ihrer Anwesenheit vor Ort bezahlt werden sollten, sondern nach dem Gehalt der Informationen, die sie verkaufen. Makeln ist nichts anders, als Informationen zu verkaufen - und die richtigen Informationen haben schon Kriege entschieden, Unternehmen gerettet und Politikerkarrieren gefördert oder beendet.
Wir versprechen weiterhin die Geschäftsgepflogen der Immobilienbranche ganz alltagsnah und „aus dem Leben" zu berichten.
Bernd Jochens