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Akazien in der Daten-Savanne:

Autor: medienbüro.sohn | Erstellt am: 01.07.2010 | Gelesen: 562
Kategorie: Mobilfunk & Telekommunikation | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Vernetzung von Echtzeitinformationen als Mittel gegen die Informationsflut - Staatliche Datenschützer sollten ihre Agitation gegen personalisierte Dienste überdenken


Düsseldorf/Frankfurt am Main/Berlin, 30. Juni 2010 - Die von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher angezettelte Debatte mit der Blogger-Szene sollte nach Ansicht von Bernhard Steimel, Sprecher des Nürnberger Fachkongresses Voice Days plus und der Smart Service-Initiative, weniger emotional geführt werden. Selbst Schirrmacher weiß, dass es keine Möglichkeiten für einen Ausstieg aus der digitalen Welt gibt. Das Gegenteil sei der Fall: „Mit den Diensten für die Echtzeit-Kommunikation wird es möglich sein, unser zukünftiges Handel in der realen Welt prognostizierbar zu machen", so Steimel. Laut Schirmmacher arbeiten Google & Co. an Suchmaschinen, die unsere Fragen vorweg nehmen: „Werde ich meine Freunde in meiner Stammkneipe treffen? Lohnt es sich, das Konzert meiner Lieblingsband zu besuchen? Oder wo kündigt sich ein Stau auf meiner Route im Feierabendverkehr an? Die Vernetzung von Echtzeitinformationen ermögliche es, die Psychologie der Masse sinnvoll zu interpretieren. Das sei die verlockende Perspektive des Internet-Zeitalters und nicht die Schreckensvision eines Big Brother-Staates, wie ihn George Orwell in seinem Roman „1984" beschrieben hat.

„Man sollte sich allerdings nicht naiv auf Prognose-Systeme verlassen. Ein warnendes Beispiel ist das Zitat des früheren Fed-Chefs Alan Greenspan zur Finanzkrise: ‚Wir haben auf Nobelpreisträger und Computersysteme vertraut'", erläutert Service-Ökonom Steimel. Um diesem Dilemma zu entkommen, sei es sinnvoll, die digitale Intelligenz mit menschlicher Intuition zu kombinieren. Ein Weg, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Informationsmüll auszusortieren, könnten Codes darstellen, die unsere Intuition ansprechen, ähnlich wie der Frühzeitmensch in der Savanne Wasserquellen anhand von Akazien entdecken konnte. Aus der Sicht von Schirrmacher werden Marken und die Empfehlung von Freunden die Rolle der Akazien in der digitalen Welt spielen.

„Auch Maschinen werden dazu in der Lage sein und uns vom Daten-Overkill erlösen. Der Informatik-Professor Herman Maurer hat das Szenario schon vor einigen Jahren vorgezeichnet. Alle Menschen werden jederzeit und an jedem Ort auf alles Wissen der Menschheit zugreifen können, ähnlich wie wir das heute bei materiellen Gütern können. Dieser Zugriff wird mit Geräten erfolgen, die stark mit den Menschen integriert sind, und wird sich auf Wissen beziehen das entweder aus Datenbanken kommt oder aus Dialogen mit Experten entsteht. Wir bekommen maßgeschneiderte Wissenseinheiten über digitale Assistenten, die meine Vorlieben, Wünsche und Interessen genau kennen und mein berufliches sowie privates Alltagsleben erleichtern", erklärt Peter B. Záboji, Chairman des After Sales-Dienstleisters Bitronic.

Das geschehe über die Verwendung von Metadaten, Agententechnologie und Expertensystemen. Bei der Vernetzung sei es erforderlich, Wissen jederzeit und an jedem Ort verfügbar zu machen. Über die schon jetzt verfügbaren Smartphone-Apps könne man schön erkennen, wo die Reise hingeht, meint der Bitronic-Chairman. „Die staatlichen Datenschützer sollten ihre Agitation gegen Google, Facebook und Apple noch einmal überdenken. Ohne die Verarbeitung von Nutzerprofilen wird es keine personalisierten Dienste geben. Wir können nicht auf der einen Seite Klagelieder über den digitalen Informationsstress singen und auf der anderen Seite Projekte torpedieren, die uns einen Evolutionssprung in der Computer-Kommunikation bringen", warnt Steimel. Die Bundesregierung setze beim eigenen IT-Leuchtturm-Projekt Theseus auf Technologien, die Informationen intelligent zusammenführen und Zusammenhänge sichtbar machen. Über die gespeicherten Daten entstehe vernetztes Wissen.

„Ohne das so genannte Profiling von Nutzerdaten ist Theseus überhaupt nicht umsetzbar. Bevor Verbrauchschutzministerin Ilse Aigner ihre Giftpfeile gegen Facebook oder Google Street View weiter abschießt, sollte sie sich von ihrem Kabinettskollegen Rainer Brüderle über die von der Bundesregierung geförderten Hightech-Initiativen aufklären lassen", sagt Steimel.

 
 
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