Agoraphobie
Die Agoraphobie - eine phobische Störung
Die Agoraphobie gehört zu den phobischen Störungen und ist somit in die Gruppe der Angststörungen einzuordnen. Diese psychische Störung ist die wohl am schwersten zu behandelnde unter den Phobien.
Innerhalb der Angststörungen unterscheidet man zwischen den phobischen Störungen und anderen Angststörungen. Phobien sind dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen Angst vor einem ganz bestimmten Objekt oder einer Situation haben. Weit verbreitet sind beispielsweise Tierphobien, wie die Hunde-, Pferde- oder Spinnenphobie. Auch die Klaustrophobie, die umgangssprachlich als Platzangst bezeichnet wird oder die Flugangst ist den meisten Menschen ein Begriff.
Daneben gibt es unzählige weitere phobische Störungen, die nicht jedermann bekannt ist. Im Grunde gibt es kaum einen Gegenstand oder Situation, vor denen sich nicht irgendein Mensch auf dieser Welt fürchtet, auch wenn dies für Außenstehende manchmal komisch erscheint. Wer kann schon die Angst vor Baumwolle oder Porzellan nachvollziehen?
Selbst wenn man diese psychischen Störungen nicht behandelt, können die meisten Betroffenen ganz gut damit leben. Man kann ein ziemlich uneingeschränktes Leben führen, wenn man Pferden aus dem Weg geht oder enge Räume meidet, auch wenn es sicherlich vorteilhaft wäre, diese Phobien zu den Akten zu legen.
Bei der Agoraphobie ist das anders. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass man sich vor vielerlei Situationen fürchtet, aus denen man nicht ohne Weiteres fliehen kann, ohne Aufsehen zu erregen. Plätze, an denen sich viele Menschen befinden, Fahrten in öffentliche Verkehrsmitteln, wie Bussen, Zügen oder Flugzeugen, selbst Autofahrten werden mitunter zum Problem.
Menschen, die unter einer Agoraphobie leiden, meiden mitunter Kinobesuche, Stadionbesuche, Feiern, Essen gehen, selbst einkaufen zu gehen fällt den Betroffenen oft schwer. So wird der Bewegungsradius oft mehr und mehr eingeschränkt, so dass sich der unter Agoraphobie Leidende nicht selten überhupt nicht mehr aus dem Haus traut.
Die Panikstörung - Häufger Begleiter der Agoraphobie
Befindet sich der Betroffene in einer dieser ihm angsteinflößenden Situationen, stellen sich Panikattacken ein. Oftmals geschieht es, dass sich der Betroffene mit der Zeit nicht nur vor diesen Situationen fürchtet, sondern auch vor den Panikattacken, die er erlebt. Dann führt diese Angst vor der Panikattacke dazu, dass die Panikattacke überhaupt erst auftritt.
Diese Angst vor der Angst manifestiert sich nicht selten in einer
Panikstörung. Deshalb tritt die Agoraphobie in vielen Fällen gemeinsam mit einer Panikstörung auf. Betroffene brauchen in den meisten Fällen Hilfe, um die Agoraphobie und die Panikstörung in den Griff zu bekommen.
Eine Psychotherapie kann dabei hilfreich sein, auch wenn diese oftmals ein langwieriger Prozess sein kann. Der Betroffene muss erst einmal wieder lernen, seinen Bewegungsradius nach und nach wieder zu vergrößern. Er muss lernen, dass ihm trotz Angst und Panikattacken letztlich nichts geschieht.
Zudem kann das Erlernen von Entspannungstechniken dazu beitragen, den Angstpegel auf ein niedrigeres Niveau zu bringen, so dass Panikattacken weniger oft auftreten und Panikstörung und
Agoraphobie mit der Zeit zu den Akten gelegt werden können.
Autor: Sebastian Krämer