(Online-Artikel.de) - Westafrika mit Ländern wie Ghana und Burkina Faso wird auch als die „Seele Afrikas" bezeichnet, weil hier sich die alten Traditionen noch erhalten haben.
Selbst wenn sich heute das Leben schnell verändert, leben Stämme wie die Lobi manchmal noch in Lehmburgen wie seit hunderten von Jahren. Reich an Kultur durch die einstigen großen afrikanischen Reiche, erscheint diese Gegend immer noch als Ort mystischer Geheimnisse, wilder Völker und unheimlicher Geschichten. Immer mehr Menschen reisen in diese Länder, um noch einen Blick auf die afrikanische Kunst und Traditionen zu erhaschen, bevor sie ganz verschwunden sind.
Damit kommen die Reisenden auch in Kontakt mit den vielfältigen Kunst, die von geschulten afrikanischen Handwerkern seit Jahrhunderten in traditioneller Art hergestellt wird. Afrikanische Kunst entstand vorwiegend aus religiösen Motiven heraus, wie auch im gesamten Leben in dieser Region die religiösen Kulte eine wichtige Rolle spielten. In den Lehmburgen wurden in eigenen Altarräumen afrikanische Figuren und Altartöpfe aufgestellt. Heute sind diese afrikanische Figuren und Masken begehrte Sammelobjekte.
Dies verwundert auch nicht, denn ihre Gestaltung ist von höchster Qualität, der Ausdruck faszinierend.
Afrikanische Figuren stellen gerne Elemente der Natur dar: Tiere, Gegenstände des Alltags, Pflanzen, Sterne – also alles was sichtbar ist. Es geht den Künstlern aber nicht um ein einfaches Bild der natürlichen realen Welt, sondern um eine eigene Darstellung in der Verbindung von Tradition und Religion. Dabei ist der Mensch eingebunden in seine Geschichte, seine Vorfahren. Im Unterschied zur „aufgeklärten" westlichen Religion spielen die Erfahrungen der Ahnen eine wichtige Rolle, und der Mensch sucht ihre Kräfte zu nutzen.
Während afrikanische Figuren in der Regel an festen Orten aufgestellt waren, waren
afrikanische Masken Bestandteil von religiösen Ritualen, Feiern, Initiationsritualen oder bei der Kriegsvorbereitung. Sie gaben dem Besitzer beim Tanz schützende Kraft, übertrugen ihm mysthische Gewalt bei den Feiern. Afrikanische Masken gibt es in unterschiedlichen Typen, die als Maske vor dem Gesicht angelegt wurden, den Kopf ganz umschlossen oder nur auf dem Kopf angebracht wurden. Afrikanische Masken stellen oft einen Geist dar, und es wird daran geglaubt, dass der Geist der Vorfahren den Träger besitzt. Afrikanische Masken werden meist aus Holz gemacht und können mit Elfenbein, tierischen Haaren, Pflanzenteilen, Farb-Pigmenten (wie Kaolin) und Halbedelsteinen verziert sein.
Anton Mentrup