
Das runzlige Gesicht der Nachbarin oder nächtliche Schatten an der Wand - oft sind Eltern, Väter wie Mütter überrascht, was ihrem Nachwuchs Angst einflößt. Kindern fehlt es meist nur an der Lebenserfahrung. Daher wüssten sie zum Beispiel nicht, dass vorbeifahrende Autos die Schatten in ihrem Zimmer fürchten.
In bestimmten Situationen wird sich der Nachwuchs trotz der Erläuterungen weiterhin fürchten oder unwohl fühlen. Das ist normall, denn Kinder sind viel sensibler als Erwachsene. Dies merke man unter anderem beim Essen: Hier nehmen Kinder nicht nur Gerüche oder Gewürze viel stärker wahr als ihre Eltern, sondern sie spüren sogar, wie sich ein Lebensmittel auf der Zunge anfühlt. Mit Äußerungen wie "Jetzt hab dich nicht so" kann man Kinder in einer beunruhigenden Lage nicht helfen.
Eltern sollten ein Kind weder über- noch unterfordern. Dies bedeutet etwa, dass sie ihren Sprössling nicht mit der Nachbarin alleine lassen, vor der er sich fürchtet. Zugleich sollten sie aber mit ihrem Kind oder Kindern über ihre Ängste reden und ihnen helfen, die ältere Dame näher kennenzulernen. Dieses Prinzip praktizieren viele Familien ohnehin am Esstisch: Bevor jemand ein Lebensmittel ablehnen darf, muss er es zumindest probiert haben.
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