adhs im erwachsenenalter
Noch bis zum Ende 1990 galt das ADHS in Europa ausschließlich als eine Kinder- und Jugendkrankheit. Gleichzeitig wird in Amerika das Problem der erwachsenen Form von ADHS schon seit einiger Jahrzehnten untersucht. Die Forschungen haben gezeigt, dass bei den nahen Verwandten des
ADHS-Kranken die Symptome ähnlich sind.
ADHS-Symptome
Das Bemerkenswerte bei ADHS-Kranken, die erwachsen sind, ist die Fähigkeit, mit großer Intensität und Ausdauer die Aufmerksamkeit auf die Lösung der besonders interessierenden Aufgaben zu richten. Diese Fähigkeit kann man als "die Superfokussierung" benennen. Für eine kurze Zeit der Konzentration auf einer Sache kann der Mensch Fachmann auf diesem oder jenem Gebiet werden.
Die Unordnung und die chaotische Organisation
Die Unordnung und die chaotische Organisation in der professionellen und privaten Sphäre kann man für die typischen Symptome von ADHS bei den Erwachsenen halten. Die begonnene Arbeit wird häufig nicht zu Ende gebracht, und der ADHS-Erwachsene übernimmt schon eine neue Aufgabe. Die Erwachsenen mit ADHS verlieren häufig die Fähigkeit, zwischen wichtig und unbedeutend zu unterscheiden, verlieren die Übersicht einer Situation, können sich vom Unwichtigen nicht ablenken.
Das Selbstbewusstsein
ADHS-Erwachsene glauben oft nicht, dass sie produktiv arbeiten und Erfolge erreichen können. Sie halten sich für Menschen, die unfähig sind, gute Endergebnisse zu erzielen, deshalb ist es auch klar, dass
ADHS bei Erwachsenen von negativer Selbsteinschätzung begleitet wird.
Die emotionale Instabilität
Bei den Erwachsenen mit ADHS bleiben die heftigen (
der Kinderlabilität ähnlichen) Änderungen der Stimmung erhalten. Es wirkt sich auf die Produktivität ihres Erwerbslebens aus. Die Schwingungen der Stimmung und dazu die Impulsivität mit dem Verlust der Selbstkontrolle erschweren wesentlich die Kommunikation mit den nahen Menschen. Aber die Angehörigen kennen ja schon die Abläufe, sie wissen, warum der Kranke sich so benimmt, sie verstehen die Situation besser als ein Fremder.
Die motorische Aktivität

ADHS bei Erwachsenen verläuft so ähnlich wie bei den Kindern. Auch hier fühlt sich der an der Hyperaktivität leidende Mensch schlecht, wenn er sich längere Zeit ohne Bewegung befinden muss. So ist es zum Beispiel beim Besuch des Kinos oder während einer langwierigen Krankheit.
Das erzwungene Bleiben im Bett wird besonders qualvoll wahrgenommen. Viele Menschen mit ADHS fühlen sich in jenen Situationen gut, wenn es eine Möglichkeit für Bewegung gibt. Ob man aufsteht oder einfach spazieren geht, auf den Fußboden klopft oder mit den Fingern auf den Deckel des Tisches trommelt - es muss eben Bewegung sein.
Die Impulsivität
Die intensiven Zorn-Anfälle können dazu führen, dass ADHS-Erwachsene überall dominieren. Die Menschen aus der Umgebung ziehen sich dann meistens zurück. Oft möchten sie einfach keinen Streit erleben. Nicht selten aber koexistieren die aggressive Impulsivität in den Stresssituationen und die rührende Sorge in den vom Stress freien Perioden parallel. Es werden dann wieder ganz liebe Menschen, aber nur für kurze Zeit.
Die Unfähigkeit, die Stressbelastungen zu ertragen
Die Erwachsenen mit ADHS verlieren in den schwierigen Situationen schnell die Selbstkontrolle, dem Menschen fällt es schwer, die Aufmerksamkeit und die Bereitschaft zur adäquaten Reaktion auf die Umwelt strategisch zu verteilen. Die Erwachsenen mit ADHS sind vom Neuen immer begeistert, aber die ursprünglich attraktive Aufgabe verliert nach und nach ihre Anziehkraft, verwandelt sich in eine schwere Last und wird "auf später" verschoben.