Abwrackprämie
Die von der Bundesregierung als „Konjunkturturbo" angekündigte so genannte
Abwrackprämie wird die Mehrheit der Autofahrer nicht erreichen und nach Ansicht des Automobilclubs von Deutschland (AvD) deshalb auch kaum den gewünschten Effekt bringen. Im Rahmen des zweiten Konjunkturpaketes wurde beschlossen, dass Neu- und Jahreswagenkäufer 2500 Euro Prämie erhalten, wenn sie ein über neun Jahre altes Fahrzeug in die Verschrottung geben. Die Prämien-Aktion soll bis Ende 2009 laufen.
Da 61 Prozent (25, 4 Millionen) der in Deutschland zugelassenen 41,2 Millionen Personenwagen jüngeren Datums sind, werde die Mehrheit der Autofahrer von diesem Angebot ausgeschlossen, so der AvD). Zudem gibt der AvD zu bedenken, dass sich finanzschwächere Familien trotz
Abwrackprämie kaum ein neues Auto leisten können. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass sich die Regierung vor den Marketingkarren der Automobilindustrie spannen lässt. Wesentlich sinnvoller und gerechter wäre nach Ansicht des AvD gewesen, Kfz- oder Mineralölsteuer zu senken. Davon hätten alle Autofahrer profitiert.
Darüber hinaus vermisst der AvD eine über Euro 4 hinausgehende
Umweltkomponente - mit der Abwrackprämie wird weder der Kauf besonders Kraftstoffsparender noch besonders viele Investitionsprojekte auf schadstoffarme Modelle belohnt. Dies wäre jedoch auch im Hinblick auf die Stickoxid-Problematik (NOx) sinnvoll gewesen. 2010 wird der von der EU festgelegte Grenzwert von 40 Mikrogramm/m3 verbindlich.
Der Ausstoß dieser schädlichen Gase sollte bis dahin erheblich reduziert werden. (Momentan gilt ein Grenzwert von 200 Mikrogramm/m3.)
Das im Rahmen des Konjunkturpaketes nun auf den Weg gebrachte Investitionsprogramm begrüßt der AvD. Die zugesagten Millionen für den Straßenbau können helfen, die Infrastruktur zu verbessern und längst fällige Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Der AvD appelliert seit langem, den Straßenbau-Etat aufzustocken und den bestehenden Investitionsstau aufzulösen. Dass auch kommunaler Ebene vorgezogen werden sollen, steigert die Verkehrssicherheit. Auf neuen oder sanierten Bürgersteigen und Radwegen kommen nicht nur Schulkinder sicherer ans Ziel.
fn/avd