Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung
Schließt eine 30-jährige Frau eine
Berufsunfähigkeitsversicherung ab, zahlt sie dafür im Monat bei einem günstigen Direktversicherer für 1.000 Euro garantierte Rente einen Monatsbeitrag von 39,49 Euro - Männer zahlen dagegen beim gleichen Versicherer nur 33,10 Euro - unter dem Strich müssen Frauen damit rund 20 % mehr für den vergleichbaren Versicherungsschutz zahlen. Über die gesamte Laufzeit des Vertrages von 35 Jahren zahlen Frauen damit rund 2.700 Euro mehr für den gleichen Schutz wie ein Mann. Das hat eine Untersuchung der Internetplattform
www.check-berufsunfaehigkeit.de zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung ergeben. Begründet wird der Prämienunterscheid von den Berufsunfähigkeitsversicherungen damit, dass bei Frauen insgesamt ein höheres Risiko besteht als bei Männern, dass sie berufsunfähig werden, und die Versicherer sich dieses vermeintlich höhere Risiko teuer bezahlen lassen. Diesen kleinen Unterschied wird es aller Voraussicht nach nur noch bis Ende 2012 geben. Spätestens dann muss es einheitliche Tarife für Männer und Frauen geben, die heutigen Prämienunterschiede wird es dann nicht mehr geben.
Prämien und Leistungen vergleichen
Unabhängig von den Unterschieden bei den Prämien von Männern und Frauen, sollten Verbraucher die Leistungen udn Preise der Anbieter genau vergleichen. Denn im geschilderten Beispielsfall bewegen sich die Prämien für Frauen in einem Spektrum rund 40 bis über 100 Euro im Monat – bei vergleichbaren Leistungen. Es gilt allerdings auch: Die Entscheidung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte vor allem von den Leistunegna bhängig gemacht werden - und nicht nur vom Preis. Denn auf dem Markt finden sich zahlreiche Dumpingtarife, bei denen die geringere Prämie mit schlechten Versicherungsbedingungen einhergeht.
Auf diese Leistungen sollte niemand verzichten
So sehen viele der günstigen Tarife eine abstrakte Verweisungsmöglichkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung vor. Die Folge: Die Berufsunfähigkeitsversicherung muss die vereinbarte Rente nicht zahlen, wenn Sie berufsunfähig werden. Sie müssen nur noch in einem Beruf arbeiten können, der Ihrem bisherigen Beruf nahekommt. Ob eine solche Vergleichbarkeit gegeben ist, entscheidet sich nach verschiedenen Gesichtspunkten: So kommt es darauf an, wie hoch der Einkommensverlust im Verweisungsberuf wäre, und ob das soziale Ansehen des Verweisungsberufes dem Ihres zuletzt ausgeübten Berufes entspricht. In der Realität bedeutet das: Gerade bei weniger qualifizierten Jobs ist eine Verweisung der Berufsunfähigkeitsversicherung fast immer möglich. Sinnvoll ist es auch, wenn der Vertrag eine Nachversicherungsgarantie enthält. Dann dürfen die Versicherten bei einschneidenden Änderungen ihrer Lebensumstände (meist bei Heirat, Geburt eines Kindes oder einer Gehaltssteigerung) Rentenanpassungen vornehmen, ohne sich erneut einer Gesundheitsprüfung zu unterziehen. Und Vorsicht auch bei günstigen Tarifen, die eine sogenannte Arztanordnungsklausel enthalten. Die gibt einer Berufsunfähigkeitsversicherung das Recht, vom Versicherten bestimmte Behandlungen beim Arzt zu verlangen, bevor Leistungen bewilligt werden müssen. Nicht selten landen solche Policen vor Gericht: Dort muss dann entschieden werden, welche von der Berufsunfähigkeitsversicherung vorgeschlagenen Behandlungen zumutbar sind, bevor die Berufsunfähigkeit anerkannt wird.