Artikel-Recherche: Titel Beschreibung   Erweiterte Suche

Absagen auf Bewerbungen

Autor: twend2004 | Erstellt am: 21.11.2013 | Gelesen: 4361
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: rateArateArateBrateBrateB
PDF Erstellen PDF Erstellen | Drucken Drucken | An Freund Senden Versenden

(Online-Artikel.de) - Eine Analyse der Gründe und die richtigen Reaktionen darauf



Absagen auf mühsam erarbeitete Bewerbungen
Absagen auf mühsam erarbeitete Bewerbungen

Nahezu jede Absage, die dem enttäuschten Bewerber ins Haus flattert, ist eine reine Information darüber, dass die Bewerbung für die Katz war. Denn mit der fehlenden Begründung, was nun genau zur Absage führte, steht der Bewerber wieder vor dem Nichts, da er keinerlei Anhaltspunkte hat, was er denn nun in seiner nächsten Bewerbung wesentlich verbessern kann, um die Aufmerksamkeit und Neugierde der Personalentscheider zu erregen.

Ein typisches Beispiel für eine derartige Standardabsage ist dieser Text:

Sehr geehrter Herr Mustermann,

Wir bedanken uns an Ihrem Interesse für die ausgeschriebene Stelle und an unserem Unternehmen.

Bei der Vielzahl der eingereichten Bewerbungen ist uns die Auswahl für den engeren Kreis der Kandidaten nicht leicht gefallen. Nun müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Sie nicht in diesem Auswahlkreis berücksichtigen konnten. Wir senden Ihnen daher zu unserer Entlastung Ihre eingesandten Unterlagen wieder zurück.

Wir wünschen Ihnen dennoch viel Erfolg bei Ihren weiteren Bemühungen und für Ihre berufliche Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen


Warum geben die Unternehmen in ihren Absagen keine konkreten Gründe an?

Durch das Antidiskriminierungsgesetz werden Benachteiligungen wegen der Zugehörigkeit zu einer Rasse, einer ethnischen Herkunft, einem Geschlecht, einer Religion, einer Weltanschauung, einer körperlichen und/oder geistigen Behinderung, einer sexuellen Identität und wegen des Alters ausgeschlossen.

Weil dieses Gesetz in den letzten Jahren auch stark zunehmend ausgelegt wird, verfassen die Personalverantwortlichen nur noch bewusst eben jene Standardabsagen, um so neutral wie möglich zu bleiben.

Denn würde in einer Absage etwa stehen: „Wir haben uns für einen jüngeren Bewerber entschieden…" oder: „Aufgrund Ihres Migrationhintergrundes haben wir uns für einen anderen Bewerber entschieden…", dann müsste das Unternehmen zu Recht eine kurzfristige Klage eben wegen diesem Antidiskriminierungsgesetz befürchten.

Mitunter werden Absagen auch mit mangelnden Qualifikationen „begründet", indem man mit dem „Zaunpfahl winkt": „Wir haben uns für einen anderen Bewerber entschieden, den wir für die Anforderungen als umfassend qualifiziert einschätzen."

Das soll nun bedeuten, dass die Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfahrungen des Bewerbers nicht ausreichend sind, wobei es einerseits tatsächlich daran mangelt oder andererseits hat es der Bewerber nicht verstanden, seine Bewerbung so aussagekräftig zu erarbeiten, dass die Personaler von seinen Fähigkeiten überzeugt wurden. In diesem Fall muss sich der Bewerber also nochmals tiefgründig den Aufbau und den Inhalt seiner gesamten Bewerbung durchdenken – vom Anschreiben, über den Lebenslauf bis hin zu den vollständigen Bewerbungsunterlagen.

Vorprogrammierte Absagen

Für nicht wenige Absagen trifft den Bewerber allerdings keinerlei Schuld. Er kann seine Bewerbung noch so professionell und überzeugend erarbeitet haben, die Absage ist aber bereits vorprogrammiert, weil diese Tatsachen leider zutreffen:

Das Stellenangebot zum Schein

Gerade die Unternehmen, bei denen faktisch Einstellungstopp herrscht, weil die Wirtschaftslage schlecht bis miserabel ist, bedienen sich mitunter Stellenausschreibungen, die nur zum Zweck der Schleichwerbung veröffentlicht werden. Damit wollen diese Unternehmen suggerieren, dass es ihnen angeblich hervorragend geht und sie beständig wachsen.

Die Stelle ist schon längst besetzt.

Weil insbesondere öffentliche Einrichtungen und Institutionen verpflichtet sind, offene Stellen jedermann zugänglich zu machen, werden natürlich auch die entsprechenden Angebote ausgeschrieben. Doch längst hat der „geeignete Bewerber" bereits seinen Arbeitsvertrag in der Tasche, den er kurzerhand nach Ablauf der Bewerbungsfrist noch unterschreibt. Dabei ist vor allem viel „Vitamin B" im Spiel.

Das falsche bzw. fehlerhafte Stellenangebot

Die Personalabteilung hat in der Regel die Aufgabe, ein aussagekräftiges Stellenangebot zu erarbeiten – mit allen anstehenden Aufgaben und den erforderlichen Voraussetzungen dafür. Dazu bedarf es der gründlichen Zusammenarbeit mit der entsprechenden Fachabteilung, in der die Stelle zu besetzen ist. Geschieht dies nicht oder nur sehr mangelhaft, dann kann das Stellenangebot letztlich falsche Aufgaben und Anforderungen enthalten, die so kaum oder gar nicht dem wirklichen Arbeitsumfang in der betreffenden Fachabteilung entsprechen. Die Stellenanzeige ist damit ziemlich wertlos und die eingehenden, darauf optimierten Bewerbungen ebenso.

Richtig auf Absagen reagieren

Bei einer Absage, egal aus welchem Grund, ist es sehr wichtig, die eigene Bewerbung nochmals komplett unter die Lupe zu nehmen und gründlich hinsichtlich des Layouts und des Inhalts zu analysieren. Dazu gehören im Besonderen diese Kriterien:

  • der optische Eindruck
  • das individuelle Anschreiben
  • der lückenlose und aussagekräftige Lebenslauf
  • Vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen
  • Qualifizierungen

Der optische Eindruck

Sofern die Bewerbung auf dem Postweg eingereicht wird, muss diese in einer professionellen Bewerbungsmappe einsortiert sein. Irgendwelche billigen Schnellhefter können da bereits zur Absage führen. Des Weiteren darf das Papier weder farbig, fleckig oder knittrig sein. Am besten eignet sich dafür weißes hochwertiges 100-Gramm-Papier, mit dem man bereits Pluspunkte sammeln kann. Und letztlich muss die Reihenfolge der Unterlagen stimmen, die sich aus dem Lebenslauf ergibt.

Wird die Bewerbung per E-Mail eingereicht, muss darauf geachtet werden, dass eine seriöse E-Mail-Adresse angegeben ist und dass die Unterlagen in einer einheitlichen PDF-Datei im Anhang übersendet werden. Das Anschreiben kann dabei separat eingesendet werden.

Das individuelle Anschreiben

Das Anschreiben ist das Herzstück jeder Bewerbung und muss daher besonders sorgfältig, aussagekräftig und überzeugend formuliert werden. Es hat die Aufgabe, den Personaler auf den Bewerber neugierig zu machen, um ihn zum Vorstellungsgespräch einzuladen.

Standardsätze, Floskeln und Negativaussagen haben im Anschreiben nichts verloren. Ebenso müssen Konjunktive vermieden werden, um mit Selbstbewusstsein zu glänzen.

Das Anschreiben ist zudem keine Wiederholung des Lebenslaufes, sondern ein auf die kommenden Aufgaben und Herausforderungen ausgerichtetes Dokument. Dabei muss es auf das Stellenangebot und auf das Unternehmen bestens optimiert sein.

Anschreiben, die mit kleinsten Veränderungen an viele verschiedene Unternehmen versendet werden können, werden von den Personalern als „Massenware" abgestempelt und sind ein Hauptgrund für Absagen.

Der lückenlose und aussagekräftige Lebenslauf

Der Lebenslauf ist das zentrale Dokument der Bewerbung. In diesem muss der Bewerber lückenlos und sehr übersichtlich seinen beruflichen und persönlichen Werdegang darstellen. Dazu gehören auch die Berufsausbildung, das Studium und die Schulbildung sowie Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Sprach- und IT-Kenntnisse und letztlich auch Freizeitaktivitäten und Angaben zum Führerschein.

Alle Zeiträume müssen mit Monats- und Jahresangaben dokumentiert sein – und zwar lückenlos. Das heißt, auch Zeiträume der Arbeitslosigkeit, der Krankheit, der Familienzeit oder längere Urlaubsreisen dürfen nicht fehlen.

Ansonsten kann der Personaler selbst etwas in vorhandene Lücken interpretieren, weil er sich sagt, der Bewerber hat etwas zu verbergen.

Zum aussagekräftigen Lebenslauf gehören auch alle Haupttätigkeiten, die man in den einzelnen Unternehmen durchgeführt hat. Diese sollten dann möglichst den Aufgaben des Stellenangebotes entsprechen, damit der Lebenslauf auch optimal gewichtet ist.

Vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen

Die Bewerbungsunterlagen belegen die Angaben im Lebenslauf zu den einzelnen Berufsstationen, Fortbildungen, Ausbildungen, Schulbildungen und eventuellen weiteren Angaben. Dazu gehören sämtliche Arbeitszeugnisse, Diplome, Meisterbriefe, Gesellenbriefe, Berufsausbildungszeugnisse, das letzte Schulzeugnis und natürlich alle Zertifikate und Teilnahmebescheinigungen über Fortbildungsmaßnahmen.

Sollten Unterlagen fehlen, dann ist ein entsprechender Vermerk bereits im Lebenslauf sehr zu empfehlen, damit der Personaler ausdrücklich darauf hingewiesen wird und somit auch nicht auf den Gedanken kommt, dass der Bewerber den Nachweis still und heimlich verschweigt.

Qualifizierungen

Auch die Qualifizierungen des Bewerbers sollten den Aufgaben und Anforderungen des Stellenangebotes zum überwiegenden Teil entsprechen. Daher sollte bei einer Absage auch das Stellenangebot nochmals gründlich studiert werden, um eventuell vorhandene Unter- oder Überqualifizierungen aufzudecken, die ebenfalls Gründe für Absagen sind. Bei Unterqualifizierungen ist es daher ratsam, im Anschreiben diesen Umstand mit der Stärke zur Fortbildung und Weiterentwicklung zu kompensieren. Bei Überqualifizierungen dienen auch geschickte Formulierungen zur mittelfristigen Übernahme eigenständiger Führungs- und Projektverantwortung.

Schriftliche Antwort auf die Absage

Eine gute und empfehlenswerte Reaktion auf eine Absage ist auch deren schriftliche Beantwortung. Denn mit diesem Schreiben kann sich der Bewerber dennoch eine minimale Chance wahren, doch noch den Job zu bekommen, weil die Personalentscheider erst im Nachhinein feststellen mussten, dass der neu eingestellte Mitarbeiter doch nicht zu den Anforderungen und/oder zum Team passt und ihm daher bereits während der Probezeit wieder gekündigt wurde.

Der Inhalt eines solchen Antwortschreibens könnte daher so formuliert sein:

Sehr geehrte/r Frau/Herr …,

vor drei Tagen erhielt ich Ihre Absage auf meine Bewerbung. Zwar bin ich noch immer enttäuscht darüber, aber ich akzeptiere Ihre Entscheidung.

Weil ich Ihrer Absage keine konkreten Gründe entnehmen kann, vermute ich, dass es nicht an meinen Qualifikationen gemangelt hat, sondern ein anderes Detail einem Mitbewerber den Vorzug gab.

Deswegen bin ich sehr optimistisch, in einem anderen Unternehmen mit meinen Stärken und Fähigkeiten Fuß fassen zu können.

Doch bis es so weit ist, können Sie dennoch jeder Zeit gern auf mich zurückkommen, sollten Sie wieder Interesse an meinen Qualifikationen haben. Denn ich bin, trotz der Absage, weiterhin an der Stelle und an Ihrem Unternehmen sehr interessiert.

Ich bedanke mich für Ihre guten Wünsche für meine berufliche Zukunft und wünsche meinerseits Ihrem Unternehmen allzeit viel Erfolg.


http://www.bewirb-dich-erfolgreich.de

 
 
Geno Sponsoring
Social Bookmark

Artikel Bewerten:  Schlecht Artikel ist Schlecht 1 2 3 4 5 Artikel ist Sehr Gut Sehr Gut  
Zuletzt gelesene Artikel in der Kategorie Beruf - Bildung & Karriere:
HDT Seminar: Rotordynamik - Schwingungen und Unwuchterregung bei rotierenden Maschinenteilen
Ausbildung zum Toleranzmanager
Koreanisch lernen leicht gemacht!
Kostenlose Online-Ausbildung für EhrenamtlicheScientology Geistliche
Storytelling und Führung - passt das zusammen?
Die erste Virtual Reality Karrieremesse
Die digitale Kommunikation
Schulaufgabenhilfe feiert 20-jähriges Bestehen

comment Kommentare von Besucher !

Gepostet von Frank Sofka am 04.01.2014
Hallo an alle.
Leider ist es manchmal so, dass ein Arbeitgeber heute eine Gleichstellung betreiben muss... Ist Ihm also der Bewerber zu alt, zu dick, zu schön oder einfach unsympatisch o.ä. ist darf das nicht der Grund der Absage sein. Auch wenn die Wahrheit manchmal besser ist, läuft der Arbeitgeber Gefahr eine dicke Anzeige zu bekommen. Aus diesem Grund haben viele Arbeitgeber einen Standarttext.

Hier einfach nicht persönlich nehmen! Weiter bewerben, bis das passende Arbeitsverhältnis gefunden wird. Viel hilft viel in diesem Bereich.

LG







Top | rss   
Designed by A2D Webdesign Agentur | Media-Netzwerk: MyPress World | MyPress DE | MyPress CH | MyPress AT | Online Article
OA-Services: Online PR-Blog | Webreporter | Know-How | Jobs & Stellenanzeigen | Presseportal | News | Branchenbuch

Copyright 2008 © Art2Digital InterMedia Solutions | ICRAchecked | Creative Commons License.